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14. September 2007, 22:22 Uhr
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Keine Angst vor Macho-Sprüchen

Zuletzt war sie als Polizistin beim G8-Gipfel im Einsatz, am Abend gibt sie beim Verfolger-Duell zwischen Dortmund und Werder ihr Debüt als Schiedsrichterin in der Fußball-Bundesliga. Berührungsängste kennt Bibiana Steinhaus nicht.

"Für mich wird keine Extrawurst gebraten": Bibiana Steinhaus, Deutschlands erste Profi-Schiedsrichterin© Thomas Lohnes/DDP

Das gab es erst einmal in Deutschland: eine Frau als Unparteiische im knallharten Männergeschäft Fußball-Bundesliga. Am Abend gibt die Polizistin Bibiana Steinhaus ihr Debüt beim mit Spannung erwarteten Verfolger-Duell zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen - als vierte Offizielle. Die 28-Jährige war bereits im Sommer als erste Frau für Spiele im Profi-Fußball nominiert worden, dort allerdings bisher noch nicht zum Einsatz gekommen.

Bibiana Steinhaus will sich mit Konsequenz und der richtigen Tonlage in der Bundesliga behaupten. Die Vorfreude auf die neue Herausforderung ist bei der 28- Jährigen genauso groß wie ihre Erwartungshaltung. "Ziel ist es, die Spiele gut zu leiten und positiv zu beeinflussen. Zu meiner Zufriedenheit und der aller Beteiligten", sagte die Polizeibeamtin aus Hannover.

Im sportlich-eleganten Hosen-Anzug erschien Steinhaus zu ihrer Vorstellung in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt/Main bereits vor drei Monaten, wo sie ihren ersten öffentlichen Auftritt locker und selbstbewusst meisterte. "In der kommenden Saison wird sich vor allem eines ändern - die Medienpräsenz. Aber auch die Schnelligkeit und der Körpereinsatz werden anders sein als bisher", mutmaßte Steinhaus.

Seit zwölf Jahren pfeift sie Spiele

Einst versuchte sie sich als linke Verteidigerin, "doch das war nicht wirklich Erfolg versprechend. Daher habe ich mich auf die Schiedsrichterei konzentriert", berichtete sie von den Anfängen ihres zeitintensiven Hobbys. Ihr Vater, selbst Schiedsrichter und heute noch bei Spielen der alten Herren im Einsatz, gab den Anstoß. Seit 12 Jahren pfeift die in Bad Lauterberg (Harz) geborene Blondine Fußballspiele, und dies mit zunehmendem Erfolg. 1999 debütierte Steinhaus in der Frauen-Bundesliga, 2001 folgte die erste Berufung für die Regionalliga.

"Dort haben wir sie seither beobachtet. Es gibt keinen Grund, sie nicht in Profispielen einzusetzen", begründete Volker Roth, Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, die getroffene Entscheidung. Roth ist zuversichtlich, dass Steinhaus die Aufgabe mit Bravour meistern wird. "Ich bin sicher, dass sie auch in der 2. Liga ihren Mann stehen und mit guten Leistungen aufwarten wird", sagte Roth.

Zuletzt als Polizistin beim G8-Gipfel im Einsatz

Steinhaus, die zuletzt beim G8-Gipfel in Heiligendamm als Führungsassistentin im Polizei-Einsatz war, freut sich auf tolle Stadien und brisante Partien. "Die Tätigkeiten als Schiedsrichterin und Polizistin sind ähnlich. Es ist ein Vorteil, dies verbinden zu können", sagte Steinhaus.

Schwierigkeiten mit den Profis erwartet sie nicht. "In den oberen Ligen ist der Umgang anders. Die Spieler präsentieren sich anders, weil ihre Arbeitsplätze davon abhängen. Die verbale Hemmschwelle ist eine andere als auf Kreis- oder Bezirksebene. Dort haben die verbalen Entgleisungen und körperlichen Übergriffe zugenommen", erklärte Steinhaus. Auch sie hat diese Erfahrung in ihrer Laufbahn machen müssen. "Ich hatte Negativerlebnisse zu verzeichnen. Es gab zwar keine tätlichen Übergriffe, aber verbale Entgleisungen", berichtete Steinhaus.

"Ich will kommunikativ sein"

Sollte ihr Streben nach Perfektion von Erfolg gekrönt werden, muss sie dumme Macho-Sprüche künftig wohl nicht mehr fürchten. "Ich will konsequent mit den Teams umgehen und kommunikativ sein. Der Anspruch an meinen eigenen Perfektionismus ist hoch. Wo mich das hinführt, weiß ich nicht", erklärte Steinhaus.

In die Bundesliga hat es vor ihr erst eine Frau geschafft. 1995 stand Gertrud Gebhard in zwei Spielen als Assistentin an der Linie - und verschwand danach wieder in den Niederungen. Für Steinhaus ein zusätzlicher Anreiz: "Ich will bestätigen, dass die Voraussetzungen für Männer und Frauen im Beruf und in der Schiedsrichterei gleich sind. Für mich wird keine Extrawurst gebraten."

DPA/kbe
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Denimdemon (18.06.2007, 20:29 Uhr)
Hot and
Sexy ;)
Mit den Clubs und Fans sowie dieser Lady aufm Platz wird die 2. BL nächste Saison der Kracher!
MfG
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