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Zlatan, der Rüpel mit den goldenen Füßen

Gegen ihn muten die Özils und Badstubers an wie artige Schulbuben: Der exzentrische Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic ist die gefährlichste Waffe des heutigen WM-Qualifikationsgegners Schweden.

Von Joel Stubert

  • Joel Stubert

Er musste es also mal wieder selbst richten. Lange lief beim Spiel der schwedischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation auf den Färöer Inseln überhaupt nichts zusammen. Die größte Blamage in der Länderspielgeschichte der "Tre Kronors" zeichnete sich gerade ab, als sich ihr Ausnahmespieler der Sache annahm. Erst ein No-Look-Pass auf Kacaniklic zum Ausgleich, dann ein Tor des Meisters Zlatan Ibrahimovic höchstpersönlich. Schweden hatte zwar immer noch miserabel gespielt, aber wenigstens gewonnen.

Schweden, das ist Zlatan Ibrahimovic. Kaum ein Team von Format scheint so abhängig von einem Spieler zu sein. Und man kann sich auch kaum einen Spieler vorstellen, dessen Selbstverständnis dies mehr entspräche, als jenem des Stürmers von Paris St.-Germain.

Zwischen Genie und Wahnsinn

Ibrahimovic pendelt ständig zwischen Genie und Wahnsinn. Weltklasse-Toren wie etwa dem Seitfallzieher bei der Europameisterschaft gegen Frankreich folgen narzisstische und arrogante Äußerungen. Zlatan, wie er in Schweden nur genannt wird, spaltet die Fußballfans.

Kollege Frodi Benjaminsen hat sein Urteil schon gefällt. "Ich mag ihn nicht", sagte der Kapitän der Färöer Inseln nach dem Gastspiel der Schweden. "Er hat die ganze Zeit auf dem Platz verächtlich über mich und meine Elf geredet. Mir hat er auf dem Weg in die Halbzeit erklärt, wo er spielt und was er verdient. Total kindisch." Benjaminsen berichtete auch von Ellenbogenchecks und davon, dass ihn der Schwede im Kabinengang in den Schwitzkasten nahm. Selbst vor eigenen Mannschaftskollegen schreckt der 31-Jährige nicht zurück. "Halt die Fresse!" raunte er Christian Wilhelmsson an, als ihm der beim Spiel in Torshavn einen Fehler erklären wollte. Wenig später hatten Aktionen von Schwedens Nummer 10 das Spiel gedreht. "Er spielt noch besser, wenn er richtig in Rage ist", versuchte Wilhelmsson dem Vorfall etwas Positives abzugewinnen.

Sieben Meisterschaften holte "Ibra" bereits

Zlatan Ibrahimovic ist ein Rüpel mit goldenen Füßen. So golden, dass er der teuerste Spieler der Welt ist. Rechnet man die bezahlten Ablösesummen zusammen, übertrifft kein anderer Kicker der Welt Ibrahimovics 169 MiIlionen Euro. Auch dazu hat er sich eine Meinung gebildet: "Qualität hat eben ihren Preis, Qualität gab es noch nie umsonst." 15 Millionen Euro soll ihm der Scheich aus Katar jährlich dafür zahlen, dessen neuen Klub Paris St.-Germain zur Meisterschaft zu schießen. Mit neun Treffern in sieben Spielen scheint er seine Hausaufgaben bisher zu erledigen - der Gewinn der ersten Meisterschaft des PSG seit 1994 wird größtenteils davon abhängen, Superstar Zlatan bei Laune zu halten.

Meisterschaften, das ist gewissermaßen seine Spezialität: Sieben nationale Titel mit Ajax Amsterdam, Juventus Turin, Inter und AC Mailand und dem FC Barcelona hat er geholt. Seinen langen Weg pflastern aber auch polarisierende Äußerungen.

Seine Autobiografie ist ein Bestseller

"Diesen Philosophen braucht hier keiner, der Zwerg und ich genügen vollkommen", sagte er während seiner kurzen Visite beim FC Barcelona einmal über seinen Trainer Josep Guardiola. Mit Zwerg meinte er Messi und das ungewöhnliche an dieser Aussage war nur, dass Zlatan mal nicht in der dritten Person von sich sprach.

Über sich gesprochen hat er ganz ausführlich in seiner Autobiografie, die er 2011 veröffentlichte. Im Bestseller "Ich bin Zlatan", schildert der Sohn bosnisch-kroatischer Eltern seine Jugend in Rosengård, einem Vorort Malmös in Südschweden, wo er sich heute finanziell für die Errichtung von Fußballplätzen engagiert.

Darin gesteht er unter anderem seine Spielsucht mit Xbox- und Play-Station-Spielen und Tricksereien, um die Transfersummen nach oben zu treiben. "Wir haben einfach gelogen", schrieb Ibrahimovic über seinen Wechsel zum FC Barcelona. "Real Madrid, Real Madrid, haben wir überall gestreut, aber in Wirklichkeit mit AC Mailand verhandelt."

Vorname beim Patentamt geschützt

Wieder so ein typischer Ibrahimovic. Er macht was er will, sucht den direkten Weg zum Erfolg. Auch auf dem Platz. Wenn er seinen robusten Körper bewegt, haben es die Verteidiger der Welt schwer. Trotz 1,95 Meter Körpergröße verfügt der sechsmalige schwedische "Fußballer des Jahres" über eine hervorragende Beweglichkeit, die er auf jahrelanges Taekwondo-Training zurückführt.

Zlatan ist von sich überzeugt, hat 2003 seinen Vornamen gar beim schwedischen Patent- und Registrieramt schützen lassen, als "höchstwahrscheinlich Zlatan Ibrahimovic meinend". Sportlich ist Zlatan Ibrahimovic vor allem ein Synonym für Torgefahr. Die strahlt der Schwede jederzeit aus. Zusammen mit einer kräftigen Portion rüpelhaften Selbstvertrauen.

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