Szalai sichert Schalke Champions-League-Millionen

27. August 2013, 22:47 Uhr

Aufatmen beim FC Schalke 04: Die Gelsenkirchner haben das Rückspiel gegen Saloniki gewonnen und die Gruppenphase der lukrativen Champions League erreicht. Trainer Keller war dennoch unzufrieden.

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Verdienter Jubel: Adam Szalai freut sich über seinen zweiten Treffer gegen Saloniki.©

Der FC Schalke 04 hat sich ins Millionenspiel Champions League gezittert. Dank zweier Tore von Adam Szalai (43./90.) gewann der Bundesligavierte der Vorsaison im "Geisterspiel" beim Huub-Stevens-Club PAOK Saloniki mit 3:2 (1:0). Damit zogen die Schalker nach dem 1:1 aus dem Playoff-Hinspiel zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte in die Gruppenphase der Königsklasse ein. Den dritten Treffer der Gelsenkirchener markierte Julian Draxler (67.). Drei Minuten vor Draxlers Treffer hatte Jermaine Jones wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen. Für die Griechen waren Stefanos Athanasiadis (52.) und Konstantinos Katsouranis (79.) erfolgreich.

"Unterm Strich war heute entscheidend, dass wir weitergekommen sind. Aber wir machen es uns immer wieder selbst schwer. Unser Problem ist, dass wir zu viele Gegentore bekommen", analysierte 04-Coach Jens Keller im ZDF. Torschütze Draxler bekannte: "Man kann keinen Zauberfußball von uns erwarten. Mit Hängen und Würgen haben wir unser großes Ziel erreicht." Vor allem beim Stande von 2:2 in der Schlussphase hing das Weiterkommen für Schalke am seidenen Faden. Das Erreichen der Champions-League-Gruppenphase ist auf jeden Fall mindestens 20 Millionen Euro wert.

Saloniki mit offensiverer Aufstellung

Vor gespenstischer Kulisse - nur etwa 150 mitgereiste Schalker Anhänger und die Delegationen beider Clubs bevölkerten die Tribüne - unterstrichen die in der Liga katastrophal gestarteten Königsblauen mit ihrer Leistung, dass sie ihre Krise noch längst nicht überwunden haben. In einem äußerst schwachen Spiel blieben die Knappen vor allem in der Offensive fast alles schuldig.

Der zuletzt angeschlagene Jefferson Farfan konnte dem Spiel ebensowenig wie Draxler die erhofften Impulse geben. Beim Ausgleich ließ sich auch die Abwehr geradezu übertölpeln. Der frühere Schalke-Coach Stevens hatte seine PAOK-Mannschaft mit zwei Spitzen nominell offensiver aufgestellt als im Hinspiel, dennoch agierten die Griechen ähnlich zurückhaltend wie in Gelsenkirchen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen um 28 Grad startete Königsblau vielversprechend in das Alles-oder-Nichts-Spiel. Beim Kopfball von Jones verhinderte PAOK-Torhüter Jacobo Sanz nach gerade einmal zwei Minuten die mögliche Gäste-Führung. Doch der anfängliche Schwung erwies sich schnell als Strohfeuer.

Lucas düpiert Schalkes Abwehrspieler

Von dem vorher beschworenen Willen, das fürs Weiterkommen benötigte Auswärtstor zu erzielen, war wenig zu sehen. Mit fortschreitender Spieldauer häuften sich die Unzulänglichkeiten in den Aktionen der Gelsenkirchener, die in der Vorwärtsbewegung ohne Tempo und Kreativität agierten. Als die Griechen merkten, dass in Schalkes Offensive kaum etwas zusammenlief, wurden sie mutiger. Nach 38 Minuten gab Miroslav Stoch, Ausgleichsschütze aus dem Hinspiel, den ersten gezielten Schuss auf den Kasten von Timo Hildebrand ab.

Erst kurz vor der Pause gelang der Elf von Jens Keller der erste durchdachte Angriff des Spiels. Jones spielte einen langen Pass auf Atsuto Uchida, der den Ball mit der Brust mitnahm und in die Mitte auf Szalai spielte, dessen Direktabnahme im Tor der Griechen einschlug. Die Freude über die Führung war allerdings sieben Minuten nach Wiederbeginn schon wieder verflogen. Mit einem einfachen Pass in die Spitze düpierte der überragende Lucas Schalkes Abwehrspieler Felipe Santana und Benedikt Höwedes - Athanasiadis traf aus 16 Metern genau in den Winkel.

Als Jones wegen wiederholten Foulspiels vom Feld musste, drohte es für Schalke eng zu werden. Doch dann schickte der eingewechselte Youngster Max Meyer seinen Mittelfeldkollegen Draxler steil, der den Ball aus spitzem Winkel zum 2:1 im Tor unterbrachte. Doch erst Szalais 3:2 befreite die Schalker von allen Sorgen.

mad/Ulli Brünger/DPA
 
 
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