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Wie die Fifa funktioniert

An diesem Freitag wählt die Fifa einen Nachfolger für den suspendierten Präsidenten Sepp Blatter. Der stern zeigt in einer Infografik, wie der mächtige Fußballweltverband tickt und dokumentiert eine Auswahl der bisherigen Skandale.

Auf dem außerordentlichen Wahlkongress der Fifa in Zürich soll am Freitag ein Nachfolger für Sepp Blatter gefunden worden, den zwischen 1998 und 2015 mächtigsten Mann im Weltfußball. Jeder der 209 Mitgliedsverbände verfügt bei der Wahl über genau eine Stimme - sei es der Deutsche Fußballbund mit seinen 6,8 Millionen Mitgliedern oder der Verband von Liechtenstein mit rund 1700 Mitgliedern. Dieses System hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass bei Abstimmungen vor allem die kleinen Verbände im Vorfeld von den Kandidaten umgarnt wurden - was immer wieder zu Korruptionsverdächtigungen zur Folge hatte. Ohnehin wurde der Weltverband ein seiner über hundertjährigen Geschichte immer wieder von Skandalen erschüttert. Die Fifa gilt als mächtigste, aber auch als umstrittenste Sportorganisation der Welt. Wie Sie funktioniert, zeigt die obenstehende Infografik, Eine Auswahl der bisherigen Skandale finden Sie untenstehend.

Die Fifa-Skandale - eine Auswahl

ISL-Bestechung ab 1989: Die Vermarktungsagentur ISL zahlt zwischen 1989 und 2001 mindestens 142 Millionen Schweizer Franken an Fifa-Funktionäre, um sich die Marketing- und TV-Rechte an Weltmeisterschaften zu sichern. Zu den Begünstigten zählen viele einflussreiche Fifa-Funktionäre. Die Ermittlungen legen nahe, dass Blatter von „Provisionszahlungen“ wusste.

  Sepp Blatter war von 1998 bis 2015 Präsident der Fifa. 

Sepp Blatter war von 1998 bis 2015 Präsident der Fifa. 

Blatter-Wahl 1998: Bei seiner ersten Wahl zum Fifa-Präsidenten setzt sich Blatter gegen Lennart Johansson (Schweden) durch. Vor allem aus Afrika erhält er viele Stimmen. Am Vorabend sollen 20 Briefe mit je 50000 Dollar durch einen Mittelsmann an afrikanische Delegierte gegangen sein. Blatter weist Korruptionsvorwürfe zurück und spricht von vereinbarten Zahlungen für „Verbände in schwieriger Lage“.

WM-Vergabe 2010: Am 2. Dezember 2010 vergibt die Fifa die WM-Turniere 2018 und 2022 an Russland und Katar. Vor der Wahl werden die Exekutivmitglieder aus Tahiti und Nigeria suspendiert, weil sie ihre Stimmen verkaufen wollten. Danach werden Korruptionsvorwürfe gegen weitere Fifa-Funktionäre erhoben. Fifa-Chefermittler Michael Garcia fertigt einen 430-Seiten-Bericht an. Weil Konsequenzen ausbleiben, tritt er im Dezember 2014 zurück.

Präsidentenwahl 2011: Nur wenige Tage vor der Fifa-Präsidentenwahl werden der Blatter-Herausforderer Mohamed bin Hammam (Katar) und sein Helfer Jack Warner (Trinidad) von der Ethikkommission suspendiert. Sie sollen einige Wochen zuvor versucht haben, fünf Delegierte verschiedener karibischer Fußballverbände mit jeweils 40000 Dollar zu bestechen, damit sie sich bei der Wahl für bin Hammam entscheiden. 

Korruptionsvorwürfe gegen Blatter und Platini 2015: Sepp Blatter ist mittlerweile ebenso wie Michel Platini, dem Chef der Europäischen Fußball-Union, wegen Verstößen gegen das Fifa-Ethikreglement für sechs Jahre gesperrt worden. Hintergrund ist eine dubiose Zahlung Blatters von zwei Millionen Franken an Platini aus dem Jahr 2011. Beiden wird der Bruch von Artikel 13 (generelle Verhaltensregeln), Artikel 15 (Loyalität), Artikel 19 (Interessenskonflikt) und Artikel 20 (Angebot und Annahme von Geschenken und anderen Vorteilen) zur Last gelegt.

rös / stern Infografik
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