13. Juni 2007, 13:26 Uhr

Verbal-Scharmützel wegen Miro Klose

Beim Kampf um Miroslav Klose haben sich die Fronten verhärtet, doch verbal lassen die Kontrahenten weiter die Muskeln spielen. Während Werder-Manager Klaus Allofs die Verhandlungen als beendet betrachtet, findet Bayern-Boss Rummenigge das Ganze nur noch "amüsant".

Zankapfel zwischen den Fronten: Miroslav Klose©

"Da die Bayern klar signalisierten, dass dies das letzte Angebot sei, und es in den vergangenen zweieinhalb Wochen auch keine weiteren Vorstöße der Münchner gegeben hat, betrachtet Werder Bremen die Verhandlungen über einen vorzeitigen Wechsel zu den Bayern als beendet", sagte Werder- Manager Klaus Allofs dem Magazin "Sportbild". Die diplomatisch formulierte Botschaft heißt übersetzt: Zehn Millionen Euro als Ablöse für den WM-Torschützenkönig sind Bremen zu wenig - erst wenn der Rekordmeister drauflegt oder Lukas Podolski im Tausch anbietet, wollen die Bremer wieder an den Verhandlungstisch zurück.

"Für mich ist das ein Muskelspiel, um den Preis in die Höhe zu treiben", sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und sieht auch in dem von Klose selbst bestätigten Interesse von Olympique Lyon nur einen Versuch, mehr Kasse zu machen. "Diese Spielchen haben wir längst durchschaut, davon lassen wir uns auch nicht irritieren", erklärte Rummenigge.

"Keinen Zwang, Klose zu verkaufen"

Der Ton bei dem Poker ist in den vergangenen Tagen deutlich rauer geworden. "Ob die Bayern unsere Haltung verstehen, ist mir so ziemlich egal", sagte Allofs der "Kreiszeitung Syke": "Wir haben Dinge gegenüber dem Aufsichtsrat zu rechtfertigen. Und so, wie wir die Dinge zuletzt angefasst haben, sind wir gut damit gefahren." Zu Rummenigges Äußerungen, dass Werder einen unzufriedenen Spieler wie Klose nicht ein Jahr durchziehen könne, meinte der Werder- Manager: "Die Bayern sollten sich keine Gedanken darüber machen, was wir können und was wir nicht können. Sie sollten es uns überlassen, wie wir solche Sachen behandeln."

Aber auch die Bayern sind wenig zimperlich und erheben im Zusammenhang mit dem Werben des französischen Meisters Lyon schwere Vorwürfe. "Alles, was jetzt mit Lyon aufkommt, ist doch nur kreiert", behauptete Rummenigge. Bei dem seit Wochen andauernden Poker um den abwanderungswilligen Klose ist dessen Nationalmannschaftskollege Lukas Podolski weiter ein mögliches Tauschobjekt. "Die Bayern wollten Podolski nicht abgeben, wir Klose nicht. Vielleicht denken die Bayern, dass wir früher immer nachgegeben haben, aber mittlerweile haben wir keinen finanziellen Zwang mehr, einen Spieler zu verkaufen", sagte Jürgen Born, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, in der "Bild"-Zeitung.

Rummenigge amüsiert

Die Einnahmen aus drei Champions-League-Teilnahmen haben die Verhandlungsposition der Bremer gestärkt, so schnell nachgeben wie bei Claudio Pizarro oder Valerien Ismael wollen sie nicht. Doch für die Bayern-Führung steht ein Podolski-Wechsel überhaupt nicht zur Debatte. Auch der Spieler selbst hatte trotz des gewachsenen Konkurrenzdrucks in München einen Wechsel nach Bremen abgelehnt.

Rummenigge und Co. setzen darauf, dass die Bremer angesichts der allgemeinen Unruhe nachgeben. "Fast alle seine Mitspieler in der Mannschaft und auch die Werder-Fans haben sich dazu geäußert, ihn schon jetzt zu verkaufen", sagte der Bayern-Vorstandsvorsitzende. "Wenn man in Bremen der Meinung ist, man könne mit Miroslav unter diesen Gegebenheiten auch im nächsten Jahr noch zusammenspielen, dann sollen sie das tun. Das ist eine Bewertung, die Werder Bremen vornehmen muss. Mich amüsiert das Ganze ein wenig."

DPA/kbe

 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
tweetymann (14.06.2007, 10:05 Uhr)
Ablöse
@Prometheus: Sehr geistreicher Kommentar.
Bremen sollte sich überlegen, ob Sie nicht lieber das Angebot annehmen. Nächstes Jahr ist Miro ablösefrei. Lieber ein Spatz in der Hand, als eine Taube auf´n Dach.
Prometheus90 (13.06.2007, 17:35 Uhr)
Bayern...
ist scheiße!!!!!!!
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