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24. November 2009, 17:40 Uhr

Letzte Ausfahrt Glasgow

Spiel der Entscheidung für Markus Babbel und den VfB Stuttgart: Im Champions-League-Spiel bei den Glasgow Rangers (ab 20.45 im stern.de-Liveticker) brauchen die Schwaben unbedingt einen Sieg, um die Chance aufs Achtelfinale zu wahren. Bei einer Niederlage wird es für Babbel wohl ganz finster.

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Markus Babbel, VfB Stuttgart, Champions League, Glasgow Rangers

Will in Glasgow endlich wieder siegen: VfB-Trainer Markus Babbel© Oliver Lang/ddp

In der Bundesliga rudert der VfB Stuttgart zunehmend hilflos am Rande des Abstiegsstrudels herum, ausgerechnet in der Champions League soll nun wieder einmal der Rettungsanker ausgeworfen werden. Wieder einmal steht den Stuttgartern dabei ein richtungsweisendes Spiel ins Haus. Vor dem Duell mit den Glasgow Rangers (20.45 Uhr im stern.de-Liveticker) hofft nicht zuletzt der angeschlagene Markus Babbel auf die angeblich so befreiende Wirkung der Königsklasse. "Da kann ich frei aufspielen. Da ist kein Druck da", behauptet der Trainer.

Kein Druck? Babbel und der VfB stehen mehr denn je mit dem Rücken zur Wand. Seit dem Unentschieden am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin (1:1) liegen die Schwaben in der Bundesliga nur noch auf dem Relegationsplatz. Der Befreiungsschlag mit nachhaltiger Wirkung will nicht gelingen. Allein der Glaube daran scheint noch nicht verloren. "Wenn man gegen den Tabellenletzten der Bundesliga nicht gewinnt, heißt das nicht, dass man in Glasgow keine Chance hat", sagt Sportvorstand Horst Heldt. Es geht, und so viel scheint sicher, zunehmend auch um die Weiterbeschäftigung von Babbel.

Heldt wollte sich am vergangenen Samstag nicht mehr bedingungslos hinter seinen Kumpel stellen, er flüchtete sich in Floskeln und erklärte, es gehe nicht mehr um das Schicksal Einzelner. Als weiterer VfB-Spieler hatte sich zuvor auch Innenverteidiger Matthieu Delpierre als Advokat pro Babbel geoutet: "Er hat seinen Weg immer verfolgt und versucht, positiv auf uns einzuwirken und uns so zusammenzuschweißen. Wir hören auf ihn."

Die Gelegenheit ist günstig, der bisher so trostlosen Saison eine Wende zu geben. Als Dritter in der Gruppe G hat der VfB (3 Punkte) noch alle Chancen, das einst als Minimalziel ausgegebene Achtelfinale zu erreichen. Mit zwei Siegen, zunächst in Glasgow und am 9. Dezember gegen Unirea Urziceni (5 Punkte), kämen die Stuttgarter sogar aus eigener Kraft in die K.o.-Runde. Wenn der bereits qualifizierte FC Sevilla noch zweimal gewinnt, darf der VfB bei den Rangers auch verlieren, wenn er dann gegen Urziceni gewinnt. Doch gewonnen hat der VfB zuletzt vor knapp zwei Monaten. In der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt. Der Befreiungsschlag, dachten, hofften sie in Stuttgart. Weit gefehlt. In den folgenden zehn Pflichtspielen ohne Sieg trafen die Schwaben nur noch fünfmal in des Gegners Tor.

11 Tore in 13 Ligaspielen

"Wir wollen, aber der Ball geht nicht rein", klagte Nationalstürmer Cacau nach dem Unentschieden gegen Hertha BSC. Gegen den Hauptstadtclub war wieder einmal zu erkennen, dass sich der VfB Chancen erspielen oder erkämpfen kann, aber keinen (Mario Gomez) mehr hat, der sie verwertet. "Glasgow wird auch keine leichte Aufgabe", sagt folglich auch Sportvorstand Heldt, "aber wir werden auch da unsere Chancen haben." Wer sie nutzen kann, weiß er nicht so recht, "die ganze Mannschaft" sei gefordert, sagt er.

Die ganze Mannschaft hat in der Bundesliga allerdings in 13 Spielen nur 11-mal getroffen, und auch eine andere Statistik verheißt wenig Gutes: Der VfB ist seit neun Auswärtsspielen in Champions League und UEFA-Cup sieglos. Darunter auch das 1:2 am 19. September 2007 bei den Rangers. Torschütze damals: Gomez. Im Gegensatz zu den Stuttgartern haben die Schotten zuletzt zumindest in der nationalen Liga Selbstvertrauen sammeln können. Nach einem 3:0-Sieg gegen den FC Kilmarnock und einem 1:2 des ewigen Rivalen Celtic, steht der (Welt)Rekord-Meister wieder auf Platz eins der Tabelle der schottischen Premier League.

sid
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