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BVB gegen Tottenham: Wer ist der beste Zweite in Europa?

Flutlichtduell der Traditionsteams: Wenn der BVB im Europa-League-Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur spielt, treffen zwei Vereine mit erstaunlich vielen Gemeinsamkeiten aufeinander.

BVB gegen Tottenham

Internationales Flair: Die Choreografie der BVB-Fans vor dem letzten Europa-League-Heimspiel gegen Porto

Borussia Dortmund gegen Tottenham Hotspur - ein Europa-League-Achtelfinale, das beim Blick aufs restliche Teilnehmerfeld locker als Finale durchgehen könnte. Nicht zu Unrecht twitterte Steffen Freund, der als Spieler zur Ikone beider Vereine wurde: "Was für ein Alptraum! Man hat mein Traumfinale ruiniert. BVB gegen Spurs bereits im 1/8-Finale."

Der Spieler Freund ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden Traditionsvereine: In den Sechzigerjahren wurden beide Klubs zu den ersten Europapokalsiegern ihres Landes. Sowohl die Atmosphäre im Signal-Iduna-Park als auch an der White Hart Lane gilt als einzigartig. Thomas Tuchel erkennt im Spiel der Spurs viele Elemente aus dem deutschen Fußball wieder, die nicht zuletzt der BVB unter Jürgen Klopp geprägt hat: "Sie sind die Mannschaft mit den meisten Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte." In dieser Saison geben Dortmund und Tottenham in ihren Ligen zudem beide den lauernden Verfolger - welche Liga stellt also den besten Tabellenzweiten in Europa: die Bundesliga oder die Premier League?

BVB: Tuchel stehen fast alle Spieler zur Verfügung

Vor dem Hinspiel in Dortmund baut BVB-Trainer Thomas Tuchel auf sein fast vollständig zur Verfügung stehendes Personal - nur Rekonvaleszent Sokratis fehlt. Rotiert wird nach dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Bayern wohl kaum, einzig Roman Weidenfeller kehrt - wie üblich in der Europa League - für Roman Bürki zurück ins Dortmunder Tor.

Im bisherigen Verlauf der Saison zeigten sich die Spurs international noch souveräner als der BVB: Das 1:2 gegen Anderlecht in der Gruppenphase war die einzige Pleite. Die Dortmunder haben dagegen schon zwei 0:1-Niederlagen kassiert, in Krasnodar und gegen Saloniki.

Der Vorfreude auf das attraktive Achtelfinale kann diese Statistik ebenso wenig trüben wie die Wechselgerüchte um Ilkay Gündogan: "Wenn man die Tabelle und die Einzelspieler sieht, weiß man, dass das ein geiles Los ist", sagt Mats Hummels im "kicker". Auch Thomas Tuchel gerät beinahe ins Schwärmen: "Der Klang beider Vereinsnamen, die beiden Stadien - das hat besonderen Flair." Der Coach warnt aber auch: "Wir werden auf höchstem Niveau geprüft." Genau das ist es aber, was Hummels will: "Ich bin keiner, der immer hofft, den leichtesten Gegner zu kriegen und sich irgendwie durchzuwurschteln. Ich will, am besten ab dem ersten Spiel, die stärksten Mannschaften haben, die es gibt."

Eine dieser Mannschaften bekommt Hummels mit Tottenham, die in der Premier League dem Überraschungstabellenführer Leicester City auf den Fersen sind. Star des Teams ist Torjäger Harry Kane, der in seiner ersten Stammspieler-Saison 21 Tore erzielte. Auch in diesem Jahr kommt "Hurricane" schon wieder auf 20 Treffer. "Ich habe mich auch schon ein bisschen mit ihm beschäftigt", hat Roman Weidenfeller in der Pressekonferenz vor dem Spiel verraten. Das gilt auch für Heung-Min Son - der frühere HSV- und Leverkusen-Profi traf in seinen letzten fünf Spielen gegen Dortmund fünf Mal: "Wir werden uns für ihn etwas ganz Besonderes einfallen lassen", so Weidenfeller.

"Der Sieger ist mein Titelfavorit"

Der BVB will mit einem guten Ergebnis zum Rückspiel in einer Woche reisen, denn an der White Hart Lane konnte noch nie ein deutsches Team gewinnen. Man wisse um die Heimstärke von Tottenham, sagt Weidenfeller. Der Keeper zeigt sich konzentriert, aber voller Vorfreude - so wie alle Verantwortlichen der beiden Vereine - auch die ehemaligen: "Der Sieger ist mein EL-Titelfavorit", lässt Steffen Freund in seinem Tweet noch wissen. Nicht nur seiner.

tim
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