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Pep Guardiola - die Superlösung

Noch ist es nur ein Gerücht, dass Pep Guardiola neuer Bayern-Trainer wird. Aber die Anzeichen verdichten sich. Mit der Verpflichtung des Starcoaches wäre die Erneuerung des Clubs vollendet.

Von Klaus Bellstedt

  Der letzte öffentliche Auftritt von Pep Guardiola ist erst ein paar Tage her. Bei der Fifa-Gala Ballon d'Or kündigte der Spanier an, ab Sommer wieder als Trainer arbeiten zu wollen.

Der letzte öffentliche Auftritt von Pep Guardiola ist erst ein paar Tage her. Bei der Fifa-Gala Ballon d'Or kündigte der Spanier an, ab Sommer wieder als Trainer arbeiten zu wollen.

  • Klaus Bellstedt

Jetzt haben die Bayern den Salat. Bedanken können sie sich bei Gianluca Di Marzio. Der Mann ist kein Unbekannter in der Szene. Er arbeitet für den italienischen TV-Sender "Sky Italia" und ist dort Experte für Transferfragen. Der Italiener gilt als exzellent vernetzt. Am Montagabend verkündete Di Marzio nun vor laufender Kamera, dass sich Josep, genannt "Pep", Guardiola und die Bayern, sagen wir, auf Annäherungskurs in der Trainerfrage befinden würden. Seitdem fegt ein wahrer Wirbelsturm durch die Medienlandschaft. Pep Guardiola wird neuer Bayern-Trainer. Diese Zeile hat nicht nur viel Charme, sie elektrisiert auch die Fußballwelt. Aber noch ist es nur ein Gerücht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Münchner zunächst Mal zurückweisen und dementieren. So läuft das Geschäft. Und so läuft es vor allem auch deshalb, weil die Zukunft von Jupp Heynckes noch gar nicht geklärt ist.

Man kann sich die Aufregung, die vermutlich jetzt gerade im Vorstandsbüro von Boss Karl-Heinz Rummenigge im Bayern-Tempel an der Säbener Straße herrscht, geradezu bildlich vorstellen. Die Reaktion aus München auf das Ungeheure ist, natürlich, laut - und deutlich: "Das ist alles Unsinn", erklärte Bayerns Mediendirektor Markus Hörwick und klar, er bekräftigte, dass man erst mit Juppp Heynckes sprechen werde. "Jupp Heynckes ist unser erster und einziger Ansprechpartner." Eine Entscheidung über den künftigen Trainer des Bundesliga-Tabellenführers solle wie geplant "vermutlich bis März" getroffen werden.

Nerlinger traf Guardiolas Bruder

Das mag schon sein. Aber sprechen müssen sie mit Heynckes nach den aufpoppenden Gerüchten um Guardiola nun früher. Vielleicht schon in dieser Woche. In jedem Fall noch im Januar. Die Dynamik und das Gerede werden sonst immer größer. Die Chefetage ist jetzt unter Zugzwang. Das Ganze soll und muss sauber über die Bühne gehen. So oder so. Ob nun weiter mit Heynckes. Oder doch mit Guardiola. Vieles deutet darauf hin, dass es tatsächlich der 41-Jährige ehemalige Erfolgstrainer des FC Barcelona wird.

Da sind die Gerüchte. "Sky Italia" meldete am Montag auch, dass sich Vertreter der Münchener bereits vor Wochen in New York mit Guardiola getroffen hätten. Dorthin hat der Spanier sein Sabbatjahr verlegt. Die Münchner Lokalzeitung "TZ" berichtete am Montag zudem, dass Josep Maria Orobitg, Berater von Guardiola, vor kurzem in München weilte, um mit Verantwortlichen der Bayern zu verhandeln. Die Blätter beriefen sich dabei auf Quellen aus dem Umfeld des ehemaligen Barca-Coaches. Gegenüber "bild.de" dementierte Orobitg allerdings seinen München-Besuch: "Ich war nicht in München. Ich war in Frankfurt auf einem Vergnügungsdampfer", wird er zitiert. Fakt ist: Schon im Mai 2012 traf sich der damalige Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger mit Guardiolas Bruder in Madrid. Pere Guardiola hat schon die Verträge bei Barcelona mit ausgehandelt. Das Interesse der Bayern am 41-jährigen Startrainer war noch nie ein Geheimnis. In der Vergangenheit wurde er immer wieder als Kandidat genannt - auch weil er so perfekt ins Anforderungsprofil passen würde.

Es geht auch um Erneuerung

Guardiola holte in vier Jahren bei Barca unglaubliche14 Titel, darunter zwei Mal die Champions League. Aber das allein ist es nicht. Der Trainer überzeugt vor allem auch mit respektvollem Auftreten und einer enormen Ausstrahlung. Man kann ihn diesbezüglich ein bisschen mit Jose Mourinho vergleichen, nur dass der Real-Trainer fast immer der bad guy ist. Guardiola dagegen ist kein Stinkstiefel. Und er lässt seine Teams auch nicht so defensiv und ergebnisorientiert spielen, wie es "Mou" derzeit in Madrid exerziert. Das ist noch so ein Punkt. Die Philosophie vom bedingungslos offensiven Fußball, dafür steht Guardiola wie kein zweiter Trainer, gilt als Vorbild für Hunderte von Clubs auf der ganzen Welt. Natürlich auch für die Bayern. Die spielen unter Heynckes in dieser Saison zwar auch überraschend frisch und fröhlich nach vorn, aber modern und überraschend ist das nicht immer. Dafür stünde aber Guardiola.

"Die Entscheidung, die irgendwann fallen wird, wird dahingehend sein, dass die Superlösung Jupp Heynckes entweder bleibt oder wir eine Superlösung zu präsentieren haben", sagte er Sportvorstand Matthias Sammer unlängst im Trainingslager der Bayern in Doha. Augenzeugen berichten, dass er dabei dieses verschmitzte Sammer-Lächeln aufgesetzt haben soll. Sammer weiß mehr. Auch er steht in München ja für eine andere Zeitrechnung. Mit Pep Guardiola als Trainer wäre die Erneuerung des FC Bayern aber erst vollendet.

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