Jagdfieber auf einem überhitzen Markt

31. Juli 2007, 14:39 Uhr

Die Fußball-Bundesliga ist im Kaufrausch, Bayern München der Großinvestor. Ein Jahr nach der Weltmeisterschaft hat die deutsche Eliteklasse einen Transfer-Rekord aufgestellt.

Der VfL Wolfsburg holte sich für vier Millionen Euro den Verteidiger Ricardo Costa vom FC Porto©

Die Fußball-Bundesliga ist im Kaufrausch, Bayern München der Großinvestor. Ein Jahr nach der Weltmeisterschaft hat die deutsche Eliteklasse einen Transfer-Rekord aufgestellt. Die 18 Clubs investierten nach Erhebungen der Deutschen Presse-Agentur dpa bislang 171,63 Millionen Euro in 147 neue Spieler. Vor der Saison 2001/2002 hatten die Transferausgaben mit rund 147 Millionen Euro die bisherige Höchstmarke erreicht. Der Absturz in den Uefa-Pokal ließ Bayern- Manager Uli Hoeneß so tief in die Schatulle greifen wie nie: Er durfte für 72,2 Millionen Euro auf Shopping-Tour gehen. Ebenfalls im zweistelligen Millionen-Bereich liegen Werder Bremen (16,3), der VfL Wolfsburg (15,45), Bayer Leverkusen (13,7) und Meister VfB Stuttgart (10,7).

Wolfsburg nahm über 15 Millionen in die Hand

Der ehemalige Bayern-Coach Felix Magath, als Trainer und Sportdirektor der neue starke Mann des VfL Wolfsburg, durfte 15,45 Millionen Euro in den Aufbau seines Teams investieren. Es könne nicht sein Ziel sein, im Mittelfeld zu landen: "Titel sind für mich das Maß aller Dinge." Auch in Leverkusen ist Zurückhaltung kein Thema mehr. Mit bislang 13,7 Millionen Euro liegt Bayer hinter den Bayern, Bremen und Wolfsburg auf Rang vier der Investitions-Skala - "und in zwei Jahren wollen wir wieder um die deutsche Meisterschaft spielen", sagte Chefcoach Michael Skibbe. Für Top-Torjäger Theofanis Gekas überwiesen die Leverkusener vier Millionen Euro nach Bochum.

Der deutsche Meister Stuttgart übte sich lange in schwäbischer Zurückhaltung und gab lediglich 2,3 Millionen Euro für den neuen Torhüter Raphael Schäfer aus Nürnberg aus, ehe Ewerthon für 1,2 Millionen Euro aus Saragossa ausgeliehen und der Rumäne Ciprian Marica für 7,0 Millionen aus Donezk geholt wurde. Der vom VfB im Saisonfinale 2006/2007 noch abgefangene FC Schalke 04 machte bislang 5,7 Millionen Euro locker. Am teuersten ist Ivan Rakitic (FC Basel/3,0 Millionen Euro), für Heiko Westermann aus Bielefeld sind 2,7 Millionen Euro fällig. Vorjahres-Aufsteiger Energie Cottbus investierte mit 2,53 Millionen Euro so viel wie nie zuvor.

Frankfurt gab kein Geld aus

Bei Werder Bremen ließen sich die Verantwortlichen lange Zeit. "Der Markt ist überhitzt, wir müssen ihn abkühlen lassen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs noch Anfang Juli. Dann wurden für insgesamt 12,8 Millionen Euro Carlos Alberto (Corinthians Sao Paulo) und aus Hamburg Boubacar Sanogo verpflichtet. Eintracht Frankfurt gab bislang überhaupt kein Geld für Verstärkungen aus.

Den Ausgaben von 171,63 Millionen Euro stehen aktuell Einnahmen von 110,125 Millionen Euro gegenüber. 2006 gaben die Clubs bis kurz vor dem Ende der ersten Transfer-Periode insgesamt 116,75 Millionen Euro für 158 Spieler aus. Die Einnahmen betrugen damals 96,795 Millionen Euro.

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