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"Dummes Zeug" - Sammer giftet gegen Uli Hoeneß

Der FC Bayern steht nach einem Hammerspiel im Viertelfinale der Champions League. Eigentlich könnte die Stimmung an der Säbener Straße super sein. Eigentlich. Wäre da nicht Matthias Sammer. Oder Uli Hoeneß. Je nachdem, wie man´s nimmt.

Matthias Sammer geht auf offenen Konfrontationskurs mit Uli Hoeneß. Der Bayern-Sportdirektor hat dem gerade aus der Haft entlassenen Ex-Präsidenten vorgeworfen, "dummes Zeug" zu reden. Hoeneß hatte am Sonntag in seiner Laudatio auf den Triple-Coach von 2013, Jupp Heynckes, davon gesprochen, dass auch Pep Guardiola sich jenen Dreifacherfolg wünsche. Das passte Sammer offenbar gar nicht. Bereits vor der Partie gegen Juventus Turin widersprach er am Sky-Mikrofon: "Ich freue mich, wenn der Uli das sagt, aber ich bin jeden Tag mit Pep zusammen und ich kann das nicht bestätigen. Das muss ich ganz klar sagen." Und weiter: "Ich schätzte den Uli sehr. Aber es stimmt nicht. Es stimmt einfach nicht."

Dann legt Sammer erst richtig los: "Aber wie im Triple-Jahr 2013 – und das kann ich ganz gut nachvollziehen – ist es in einer Phase nicht richtig und nicht wichtig, über dummes Zeug zu reden, sondern gut zu arbeiten." Nach dem Spiel unterstrich er: "Dass wir das Triple gewinnen wollen, ist wirklich dummes Zeug. Nicht mehr und nicht weniger." Man konzentriere sich voll auf den vierten Meistertitel infolge. "Wie viele Male in der Geschichte von Bayern München - auch mit Uli Hoeneß - haben wir dieses sogenannte lächerliche Triple gewonnen?", fragte er süffisant.

Das letzte Mal sei "noch nicht so lange her, und jetzt sollen wir es gleich wieder gewinnen?" Man gebe sich Mühe, es sei aber völlig unrealistisch, diese Dinge so zu benennen. Darauf habe er hingewiesen. "Uli ist super. Uli ist Bayern München, aber er erwartet auch, dass Dinge mal korrigiert werden, wenn sie korrigiert werden müssen."

Hoeneß-Aussage gab Sammer eigentlich wenig Angriffsfläche

Dabei hatte sich der ehemalige Klub-Präsident überhaupt nicht in einer Weise eingemischt, die Sammers Ausraster rechtfertigen würde. Hoeneß hatte - in der Laudatio an Heynckes - lediglich gesagt: "Pep Guardiola, der dieses Triple auch unbedingt gewinnen will, hat mir in der vergangenen Woche erzählt, wie groß sein Respekt vor dir und deiner Arbeit ist. Weil du nie hast raushängen lassen, dass du das Triple gewonnen hast. Du warst auch im Erfolg bescheiden. Er wird dir das eines Tages auch persönlich sagen."

Bayern-Boss Rummenigge - auch nicht unbedingt für versöhnliche Töne bekannt - versuchte noch zu beschwichtigen: "Man sollte da nichts überstrapazieren. Ich glaube, dass der eine den anderen vielleicht missverstanden hat", sagte er gegenüber Sport1. "Was Uli meinte, war, dass es ein Traum ist, das Triple zu gewinnen. Wir haben es jetzt in 116 Jahren ein einziges Mal gewonnen. Ich sage nicht umsonst: Das Triple ist so selten wie die Blaue Mauritius."


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