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Erpresst, verleumdet und ausspioniert: So schlimm erging es Uli Hoeneß im Knast

Uli Hoeneß wird die Hälfte seiner Haftstrafe erlassen. Der Beschluss dazu liest sich laut einem Medienbericht wie ein Spitzenzeugnis. Zudem wird die Tatsache betont, dass er "massiven Nachstellungen" ausgeliefert sei.

Von Tim Schulze

Uli Hoeneß

Mustergültiger Häftling: Uli Hoeneß wird nur die Hälfte seiner Haftstrafe absitzen

An dem Beschluss zur frühzeitigen Entlassung von Uli Hoeneß aus dem Gefängnis gab es viel Kritik. Es hieß, am Ende hätte der frühere Bayern-Präsident doch einen Promi-Bonus erhalten. Normalerweise sei die hinterzogene Steuersumme zu hoch, um ihn bereits nach der Hälfte der Strafe von dreieinhalb Jahren zu entlassen. Wenn man allerdings den Beschluss des Landgerichts Augsburg liest, aus dem das Nachrichten-Magazin "Focus" zitiert, erscheint die Hafterlassung in einem etwas anderen Licht.

Hoeneß sei in der Haft, so heißt es in dem Beschluss, verleumdet, erpresst und ausspioniert worden. Ein Fall von Erpressung war bereits bekannt. Der Täter hatte von dem Fußball-Manager kurz vor dessen Haftantritt im Jahr 2014 200.000 Euro verlangt. Der Mann ist inzwischen verurteilt.

Uli Hoeneß litt unter psychischen Belastungen

In dem Beschluss des Landgerichts heißt es laut "Focus", Hoeneß, habe in der Haft unter psychischen Belastungen gelitten. Von "totaler medialer Beobachtung" sei die Rede, außerdem habe er sich nie vor "massiven Nachstellungen oder öffentlichen Bloßstellungen" sicher sein können.

Hoeneß ist aber offensichtlich ein vorbildlicher Häftling gewesen. In der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech, wo er zunächst einsaß, habe er Aufgaben wie die Arbeit in der Kleiderkammer "gewissenhaft und sorgfältig" erledigt. Gegenüber Bediensteten und Mitgefangenen sei er "respektvoll" aufgetreten, überdies "kameradschaftlich" und "hilfsbereit“ gewesen. Nie habe er irgendwelche Allüren an den Tag gelegt oder angedeutet, dass er sich "für etwas Besseres" hielt, heißt es. Das habe wesentlich zum Beschluss beigetragen, ihn vorzeitig zu entlassen.

Viele gute Noten

Positiv habe sich die Tatsache ausgewirkt, dass er sich durch die Selbstanzeige selbst "ans Messer geliefert" habe, stellt das Landgericht fest. Das allerdings ist merkwürdig, weil sie im Urteil nicht als positiv gewertet wurde. Auch sein soziales Engagement und die zügig und "eigeninitiativ" erfolgte Steuerrückzahlung seien Pluspunkte. 

Hoeneß war 2014 zu dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Zunächst saß er in Landsberg, im Januar 2015 war er in die JVA Rothenfeld verlegt worden. Ab dem 29. Februar ist er wieder ein freier Mann, der Rest der Strafe wird auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt.

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