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Will Uli Hoeneß jetzt zurück an die Bayern-Spitze?

Uli Hoeneß ist also bald wieder ein freier Mann. Nach 21 Monaten kann der 64-Jährige das Gefängnis hinter sich lassen. Nicht nur die Fans des FC Bayern fragen sich: Will er zurück an die Spitze des Vereins?

Statt 42 wird Uli Hoeneß nur 21 Monate im Gefängnis gesessen haben - die meiste Zeit davon als Freigänger

Statt 42 wird Uli Hoeneß nur 21 Monate im Gefängnis gesessen haben, die meiste Zeit davon als Freigänger

Uli Hoeneß hat es geschafft - fast. Noch sechs Wochen Haft unter erleichterten Bedingungen und er ist ein freier Mann. Die Tage bis Ende Februar kann der einst mächtige Boss des europäischen Spitzenclubs FC Bayern locker absitzen. Denn seit Montag ist es amtlich: Seine restliche Strafe wird zum 29. Februar ausgesetzt, wie das Landgericht Augsburg mitteilte. Statt 42 wird er dann lediglich 21 Monate im Gefängnis gesessen sein.

Hoeneß war am 13. März 2014 wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit Spannung wird nun erwartet, ob der Fußballmanager nach der Entlassung aus dem Gefängnis bei den Bayern wieder ganz vorne mitmischen wird.

Es ist wie ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Am 5. Januar wurde Hoeneß 64, und nun - keine zwei Wochen später - hat er die Gewissheit, demnächst die Gefängnismauern ganz hinter sich lassen zu können. Deutlich angenehmer war der Gefängnisalltag für ihn schon seit einem Jahr geworden. Am 2. Januar 2015 wurde er Freigänger.

Nachwuchsarbeit im Verein

Tagsüber kümmert er sich seitdem auf dem Vereinsgelände an der Säbener Straße in München um den Nachwuchs "seines" Fußballclubs, abends fährt ihn der Chauffeur zurück in die Außenstelle Rothenfeld des Landsberger Gefängnisses nahe dem Starnberger See. Die Haftbedingungen sind dort wesentlich komfortabler als in Landsberg am Lech.

Dort hatte er die Haft am 2. Juni 2014 angetreten. Der Alltag im Landsberger Gefängnis sieht für gewöhnlich so aus: Wecken um 5.50 Uhr, Arbeitsbeginn 7.00 Uhr, "Generaleinschluss" um 19.00 Uhr.

Erst nach dreieinhalb Monaten hinter Gittern gab es den ersten Ausgang mit Ehefrau Susi und Sohn Florian. Weihnachten 2014 und den Jahreswechsel verbrachte Hoeneß hingegen schon wieder in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee - Urlaub von der Haft.

Finanzieller Schaden wieder gutgemacht

Und demnächst also die vollständige Freiheit. Nach dem Strafgesetzbuch können Häftlinge unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach Verbüßung der halben Strafe entlassen werden. Die Entscheidung trifft die zuständige Strafvollstreckungskammer. Dies geschieht stets in richterlicher Unabhängigkeit, wie das bayerische Justizministerium in München betont.

Zur Entscheidung zugunsten von Hoeneß teilte das Landgericht Augsburg mit, Hoeneß sei "trotz seiner Position stets bereit gewesen sei, sich in die Gefangenengemeinschaft zu integrieren". Und der Richter wies darauf hin, dass der Steuersünder den Schaden durch Zahlungen in Höhe von mindestens 43 Millionen Euro wieder gutgemacht habe.

Zudem gab sich Hoeneß in den vergangenen Wochen großzügig. Bei einer weihnachtlichen Radio-Aktion spendete er 10.000 Euro für sozial Bedürftige. Und in seinem Heimatort Bad Wiessee lud er 30 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan an Heiligabend zu Hendl und Pommes ein.

Hopfner würde Präsidentenamt überlassen

Nicht nur die Fans des FC Bayern fragen sich nun natürlich, was Hoeneß nach der Haftentlassung vorhat. Zieht er sich ins Privatleben zurück? Oder greift er noch einmal nach Spitzenämtern beim FC Bayern, dessen Vereinspräsident und Aufsichtsratsvorsitzender er bis zur Verurteilung war? "Das weiß ich nicht", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Ende November 2015 nach der Jahreshauptversammlung des Bundesliga-Herbstmeisters. "Ich glaube, Uli hat selbst noch gar keine Entscheidung gefällt."

Zuvor hatte ein Vereinsmitglied den Wunsch geäußert, dass der langjährige Macher nach der Haft wieder an die Spitze des Vereins zurückkehren solle. Dafür gab es reichlich Beifall. Aktuell führt Karl Hopfner den Verein, der Hoeneß das Präsidentenamt kampflos überlassen würde. "Es geht bei diesem Thema nicht um mich", sagte Hopfner Mitte Dezember.

Hoeneß selbst hat sich bisher nicht zu seinen Plänen geäußert. Erst Ende des Jahres stehen Präsidiumswahlen bei den Bayern an. Dann könnte sich entscheiden, ob "der Uli" seinen berühmt gewordenen Ausruf "Das war's noch nicht" bei einer Mitgliederversammlung vor Antritt der Haft wahr macht und bei den Bayern wieder ganz vorne mitmischt.

car/Paul Winterer und Klaus Bergmann/DPA
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