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7. März 2007, 15:36 Uhr

Ex-Berater verhökert Ailtons "Kanone"

Weil Ailton bei seinem Ex-Berater angeblich noch hohe Schulden hat, hat der jetzt kurzerhand die Torjägerkanone des ehemaligen Bundesligastars bei Ebay zum Verkauf angeboten. "Eine Frechheit", sagt der "Kugelblitz", der sich die Auszeichnung zu Bremer Zeiten verdiente.

"Toni" ist fassungslos: Sein Ex-Berater verhökert gerade seine Torjägerkanone© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Die Torjägerkanone des ehemaligen HSV-Stürmers Ailton ist auf der Auktionsplattform Ebay im Internet zum Kauf angeboten worden. Ailtons Ex-Berater Werner Helleckes bestätigte entsprechende Berichte aus der "Bild"-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). Mit mehr als 200 000 Euro steht der 33 Jahre alte Brasilianer bei Helleckes in der Kreide. Inzwischen steht das Angebot für die Kanone bei über 25 000 Euro. "Ich habe Ailton mehrfach an- und abgemahnt. Es tut mir ja selbst in der Seele Leid, die Sachen zu verkaufen", sagte Helleckes.

Die Kanone verdiente sich Ailton noch zu seinen Zeiten beim SV Werder Bremen, als er in Werders Meistersaison 2003/2004 mit 28 Treffern erfolgreichster Torschütze war. Nach dem Verkauf der Trophäe plant Helleckes die Auktion weiterer Auszeichnungen des Brasilianers, unter anderem des goldenen "Kicker"-Balls, den Ailton bei der Wahl zum "Fußballer des Jahres" 2004 in Deutschland erhielt. Helleckes würde sich bereits mit rund der Hälfte des ausstehenden Betrages zufrieden geben: "Man muss realistisch sein. Ich will wenigstens das Fremdgeld zurück, das ich für ihn ausgelegt habe." Beim Wechsel des Brasilianers vom Hamburger SV zu Roter Stern Belgrad hatte Helleckes die Trophäen "aus Sicherheitsgründen" an sich genommen.

"Habe meine Rechnungen alle bezahlt

Das Tischtuch sei dennoch nicht zerschnitten, betonte Ailtons ehemaliger Berater. "Er kann jederzeit kommen, das Geld mitbringen und dann bekommt er seine Sachen zurück. Aber bezahlen kommt in seinem Wortschatz nicht vor", meinte Helleckes. Inzwischen ist er genervt vom Verhalten des Torjägers, der momentan auf Leihbasis bis zum Saisonende bei Grasshoppers Zürich auf Torejagd geht. Helleckes, der neben der Spielerberatung auch noch im Immobiliengeschäft und der Steuerberatung tätig ist, berichtet aus der Zusammenarbeit: "Ailton macht mehr Arbeit als ein mittelständiges Unternehmen, das 20 bis 25 Mitarbeiter angestellt hat. Er ist quasi ein Full-Time-Job."

Wie hoch die Erlöse aus den Versteigerungen sein werden, kann Helleckes nicht abschätzen. Interessenten gibt es jedenfalls genug: "Jemand wollte mir für alles 150 000 Euro geben. Da kann ich Ailton im Nachhinein noch Geld schenken. Ich bin da völlig schmerzfrei." Unterdessen versucht Falk W. Schade, Ailtons Anwalt, per Eilantrag die Versteigerung der Auszeichnungen zu stoppen. Für Helleckes sind das alles Drohgebärden: "Wenn er damit zum Gericht geht, lachen die sich doch tot. Der soll erstmal seine Rechnungen begleichen." Ailton selbst äußerte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung aufgebracht: "Eine Frechheit. Die Kanone gehört mir. Meine Rechnungen habe ich alle bezahlt."

DPA/kbe

 
 
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