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Eine Enttäuschung auf und neben dem Platz

Er ist der teuerste Fußballer der Welt: Cristiano Ronaldo. Trotzdem enttäuschte der 25-jährige Portugiese bei der WM in Südafrika. Und verabschiedete sich auf unschönste Weise.

Von Daniel Barthold

Es war ein unschöner WM-Abgang von Cristiano Ronaldo. Als das Spiel gegen Spanien im Green-Point-Stadion in Kapstadt zu Ende war, schwenkte eine Kamera auf den Star von Real Madrid. Der auf Madeira geborene Portugiese schaute daraufhin arrogant in das Objektiv und spuckte dem Kameramann vor die Füße. Nicht nur die Fußballwelt schüttelt den Kopf. Warum lassen sich Stars zu solchen Aussetzern hinreißen? Bereits Wayne Rooney beleidigte nach dem 0:0 der Engländer gegen Algerien die eigenen Fans via Kamera.

Bei Ronaldo und Rooney ist die Situation ähnlich: Die Erwartungen bei der WM wurden nicht erfüllt, und es folgt harsche Kritik seitens der Fans und Medien. Die Stars gelten als überbezahlt und müssen bei nicht erbrachter Leistung viel Prügel einstecken. Die Reaktion sind häufig unverständliche, arrogante Aktionen gegen das Publikum. Gerade die portugiesischen Fans werden sich über diese Spuckattacke Ronaldos sehr geärgert haben. Denn Cristiano Ronaldo spielte eine schwache Weltmeisterschaft in Südafrika - und eine ohnehin erfolglose Saison endete im Desaster.

Zu Beginn der Saison 2009/2010 wechselte Ronaldo für die Rekordablöse von 93 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid. Dort konnte er nur zum Teil an seine herausragende Leistung in der Premier League anknüpfen, schoss in der Liga zwar viele Tore, aber einen Titel für Real gab es nicht. Als Werbeikone des Weltfußballs ist der Portugiese Model für "Armani" und hat seine eigene Marke beim Sportartikelgiganten "Nike". Mit "CR7", gleichbedeutend für seine Initialien und Rückennummer, ist er mit einer eigenen Kollektion vertreten. Er gehört somit zu den gefragtesten Sportlern in der Vermarktung.

Mehr Zirkuskünstler als Fußballer

2006 schaffte es Ronaldo mit Portugal bis ins Halbfinale, 2010 in Südafrika ist bereits im WM-Achtelfinale Schluss. Von vier Spielen enttäuschten die Portugiesen in dreien. Sowohl gegen die Elfenbeinküste als auch gegen Brasilien und Spanien gelang kein Tor. Ronaldo war mehr Zirkuskünstler als Fußballer. Seine Darbietungen: Hackentricks, Westernposen vor dem Freistoß, Schüsse aus den aussichtlosesten Lagen. Von Mannschaftsspiel keine Spur. Jeden Freistoß, sei die Entfernung noch so weit, zog der Weltstar direkt aufs Tor. Ohne Erfolg. Von 21 Torschüssen Ronaldos bei diesem Turnier gingen viele Versuche nicht mal in die Nähe des gegnerischen Tores.

Lediglich ein Pfostentreffer gegen die Ivorer und ein Tor beim 7:0 gegen erschreckend schwache Nordkoreaner hat Ronaldo bei dieser WM auf dem Konto. Viel zu wenig. Und nun als Abschluss die Spuckattacke von Kapstadt. Ein trauriger Abschied. Gut möglich, dass sich die internationale Presse auf den Portugiesen einschießt. Die heimische tat es bereits. Das "Jornal de Notícias" meint stelltvertrend für viele: "Portugal fehlte der echte Cristiano Ronaldo. Unser CR7 schlich nur wie ein Geist über den Platz."

P.S.: Sollte Cristiano Ronaldo eine Geldstrafe für die Spuckattacke erhalten? Diskutieren Sie das Thema auf Fankurve 2010, der Facebook-Fußballfanseite von stern.de.

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