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Amnesty warnt vor Gewalt durch Polizei in Brasilien

In einem Bericht kritisiert Amnesty International das gewaltsame Handeln von Brasiliens Polizei und Militär gegenüber Demonstranten. Die Menschenrechtsorganisation spricht von einem "Klima der Angst".

  Ein junger Mann, der im Februar in Rio de Janeiro gegen die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr demonstrierte, wird von Polizisten festgehalten

Ein junger Mann, der im Februar in Rio de Janeiro gegen die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr demonstrierte, wird von Polizisten festgehalten

Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International hat in einem neuen Bericht das Vorgehen der Sicherheitsbehörden gegen Demonstranten im Fußball-WM-Gastgeberland Brasilien kritisiert. Der Bericht mit dem Titel "Sie nutzen ein Klima der Angst" schildert, wie Brasiliens Polizei und Militär im vergangenen Jahr mit übermäßiger Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen sind.

Er zeichnet Einsätze von Tränengas und Gummigeschossen nach, bei denen Hunderte Demonstranten verletzt wurden, sowie willkürliche Verhaftungen und den Missbrauch von Gesetzen, um Demonstranten zu bestrafen.

Brasilianer demonstrieren seit Monaten

Amnesty forderte die brasilianische Regierung auf, das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu garantieren. "Die klare Botschaft an die brasilianischen Behörden muss sein: Protest ist kein Verbrechen, sondern ein Menschenrecht!", heißt es in einer Mitteilung von Amnesty Deutschland, die am Mittwoch in Berlin verbreitet wurde.

Seit Juni 2013 sind immer wieder tausende Brasilianer auf die Straße gegangen. Sie demonstrieren gegen die Erhöhung der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr sowie mangelnde Investitionen in Gesundheit und Bildung, während große Summen für die WM ausgegeben würden.

Bei den Protesten habe unter anderem ein 32 Jahre alter Fotograf sein linkes Auge verloren, nachdem er von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen worden war. "Wir befürchten, dass die Polizei während der WM ähnlich brutal vorgehen wird", sagte Maja Liebing, Brasilien-Expertin der Organisation.

kis/DPA/DPA
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