HOME

Stern Logo WM 2018

Scolari ist nicht mehr Nationaltrainer Brasiliens

Der brasilianische Fußball-Verband hat den Rücktritt von Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari akzeptiert. Sein Vertrag hätte nach der WM ohnehin geendet. Alle WM-News beim stern.

Nicht mehr Nationaltrainer Brasiliens: Luiz Felipe Scolari

Nicht mehr Nationaltrainer Brasiliens: Luiz Felipe Scolari

+++ Angst um die Sicherheit - Argentinien-Spieler erklärt Feierabsage +++

Argentiniens Fußball-Nationalmannschaft hat aus Sicherheitsgründen auf die geplante Willkommens-Feier mit den Fans am Obelisken in der Hauptstadt Buenos Aires verzichtet. Das erklärte Angreifer Ezequiel Lavezzi in einer Nachricht via "Facebook" den Anhängern des WM-Zweiten. Nach den Ausschreitungen, die es dort am Sonntag nach der 0:1-Niederlage im Finale gegen Deutschland gegeben hatte, habe "niemand weder unsere Sicherheit, noch die der Leute, die sich dort versammelten" garantieren können, schrieb Lavezzi.

Die Mannschaft habe daher niemanden einer körperlichen Gefahr aussetzen wollen, erklärte der Angreifer unter einem Foto mit Kapitän Lionel Messi, Mittelfeldchef Javier Mascherano und Ángel di María. Das gesamte Team war am Montag von der WM in Brasilien nach Argentinien zurückgekehrt und von Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner empfangen worden. Die danach vorgesehene Feier mit den Fans am Obelisken war kurzfristig abgesagt worden.

+++ Brasilianischer Verband bestätigt: Scolari nicht mehr Nationaltrainer +++

Luiz Felipe Scolari ist nicht mehr brasilianischer Nationaltrainer. Der nationale Fußball-Verband (CBF) gab offiziell das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Der 65-Jährige hatte nach dem schlechten Abschneiden bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land seinen Rücktritt eingereicht. Diesen akzeptierte der Verband nun wie erwartet. Scolaris Vertrag hätte nach der WM ohnehin geendet.

+++ Präsidentin Kirchner sah kein einziges Argentinien-Spiel +++

Argentiniens Regierungschefin Cristina Fernández de Kirchner hat beim Empfang ihrer Fußball-Nationalmannschaft eingeräumt, keine ihrer WM-Partien verfolgt zu haben. "Ich habe kein Spiel gesehen, auch nicht das gestrige", sagte sie mit Blick auf das Finale in Rio de Janeiro am Sonntag, in dem die "Albiceleste" den Deutschen mit 0:1 unterlag. Kirchner empfing die Spieler auf dem Flughafen Ezeiza nahe Buenos Aires.

Kirchner hatte zuvor der Einladung von Brasiliens Regierungschefin Dilma Rousseff zum Finale abgesagt und dies mit einer Halsentzündung begründet. An Lob für den Vizeweltmeister fehlte es der Präsidentin in ihrer Ansprache trotzdem nicht. "Ich fühlte einen immensen Stolz darüber, wie sie die Farben der Republik Argentinien verteidigten, mit Würde, Stolz, mit Können." Die Mannschaft habe "mit Pep, Leidenschaft und im Team gespielt, sagte Kirchner. Sie versicherte den Spielern, dass sie "das Argentinien-Trikot immer trage, 365 Tage im Jahr."

Topmanager Ray Whelan (l) bei seiner ersten Verhaftung vor einer Woche

Topmanager Ray Whelan (l) bei seiner ersten Verhaftung vor einer Woche

+++ Hauptverdächtiger im WM-Ticket-Skandal stellt sich +++

Der britische Topmanager Ray Whelan, Hauptverdächtiger im WM-Ticket-Skandal, hat sich bei einem Gericht in Rio de Janeiro gestellt. Die Polizei in Rio hatte den 64-Jährigen am Donnerstag zur Fahndung ausgeschrieben, nachdem er kurz vor einer geplanten erneuten Festnahme sein Hotel in Begleitung seines Anwalts durch einen Lieferantenausgang verlassen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Haftbefehle gegen Whelan und elf weitere Personen verhängt. Dem Topmanager des FIFA-Ticketpartners Match Services wird vorgeworfen, einer Ticketschieberbande Zugang zu WM-Eintrittskarten verschafft zu haben. Vor einer Woche war er bereits festgenommen, nach einer Nacht in Gewahrsam aber wieder freigelassen worden.

+++ Meldungen von Montag, 14. Juli +++

Bester Torwart und bester Feldspieler des Turniers: Manuel Neuer und Lionel Messi bei der offiziellen Fifa-Ehrung

Bester Torwart und bester Feldspieler des Turniers: Manuel Neuer und Lionel Messi bei der offiziellen Fifa-Ehrung

+++ Neuer spielt mehr Pässe als Messi +++

Torwart-Gigant mit Präzisionsfuß: Manuel Neuer spielte bei der WM in Brasilien laut offizieller FIFA-Statistik 244 erfolgreiche Pässe - und damit zwei mehr als... Lionel Messi! Der zum Spieler des Turniers gewählte argentinische Fußball-Zauberer, der im Finale 0:1 nach Verlängerung verlor, brachte in sieben Partien nur 68 Prozent seiner 356 Zuspiele beim Mitspieler an - Neuer 82 Prozent.

+++ Reus bedankt sich bei Götze +++

Der verletzte Fußball-Nationalspieler Marco Reus hat sich via Twitter für eine Geste von WM-Finaltorschütze Mario Götze bedankt. Götze hatte nach dem Sieg im WM-Endspiel gegen Argentinien mehrfach ein Trikot von Reus in die Kameras gehalten, nachdem der Dortmunder die Weltmeisterschaft wegen einer Verletzung aus dem letzten Testspiel verpasst hatte. "Gratulation ans ganze Team! Euer Traum ist wahr geworden! Und danke an meinen Bruder für die Geste:)", schrieb Reus im Kurznachrichtendienst.

+++ Sonderbriefmarke zum WM-Titel +++

Zum Fußball-Weltmeistertitel für Deutschland wird eine Sonderbriefmarke herausgebracht. "Ich hoffe, dass die Marke viele Landsleute im Alltag an die riesige Freude erinnert, die uns die Mannschaft bereitet hat", sagte der zuständige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Montag. Das Sonderwertzeichen für 60 Cent ist von diesem Donnerstag an zu kaufen. Die von Grafiker Lutz Menze aus Wuppertal entworfene Marke trägt die Aufschrift "Deutschland Fußball Weltmeister 2014". Die Spieler, Trainer und Betreuer der Nationalmannschaft sollen Ersttagsausgaben der Marke bekommen.

34,65 Millionen Zuschauer verfolgten das WM-Finale am TV. Rekord. In Wahrheit dürften es weit mehr gewesen sein, denn die Hunderttausende, die wie hier beim Public Viewing im WM-Wohnzimmer in Berlin dabei gewesen sind, gehen in die Zählung nicht mit ein.

34,65 Millionen Zuschauer verfolgten das WM-Finale am TV. Rekord. In Wahrheit dürften es weit mehr gewesen sein, denn die Hunderttausende, die wie hier beim Public Viewing im WM-Wohnzimmer in Berlin dabei gewesen sind, gehen in die Zählung nicht mit ein.

+++ Quotenrekord: 34,65 Millionen vorm Fernseher -+++

So viele Menschen haben in Deutschland noch nie eine TV-Sendung gesehen: Den Titelgewinn der Fußball-Nationalmannschaft schauten am Sonntagabend 34,65 Millionen Menschen vor den heimischen Fernsehern. Die ARD-Übertragung knackte damit den bisherigen, erst am Dienstag beim Brasilienspiel aufgestellten, Allzeit-Zuschauerrekord von 32,57 Millionen deutlich. Mit einem Marktanteil von 86,3 Prozent guckten die Deutschen während des Spiels kaum eine andere Sendung. Zusätzlich sahen Millionen den Sieg der DFB-Elf bei Public Viewings oder in Gaststätten. Sie werden bei der Messung allerdings nicht berücksichtigt.

+++ Lob von "Kaiser" Franz Beckenbauer +++

Nach dem Gewinn des WM-Titels hat Franz Beckenbauer Bundestrainer Joachim Löw geadelt und der deutschen Fußball- Nationalmannschaft eine goldene Zukunft prophezeit. "Joachim Löw hat alles richtig gemacht. Die deutsche Mannschaft ist völlig verdient Weltmeister geworden, weil sie in diesem Turnier die beste Mannschaft war", analysierte der "Kaiser" am Montag in einem Interview des TV-Senders "Sky Sport News HD".

Beckenbauer lobte vor allem auch das Auftreten der Spieler: "Sie waren die besten Botschafter für Deutschland. Es war ein Erfolg der Mannschaft. Wir hatten keinen Messi oder einen Ronaldo, wir hatten keinen absoluten Superstar. Der Superstar war die Mannschaft." Von den Spielern habe ihm Schalker Benedikt Höwedes am meisten imponiert. "Er hat auf einer völlig fremden Position gespielt und hat eine Klasse-Leistung gebracht. Das hat er mit Bravour bewältigt. Höwedes hat mich am meisten überrascht", meinte Beckenbauer.

+++ Twitter und Facebook mit Rekorden bei WM-Finale +++

Das Finale der Fußball-WM hat den Sozialen Netzwerken neue Rekordzahlen beschert. Der Kurznachrichtendienst Twitter meldete mit 618.725 Tweets pro Minute nach Schlusspfiff den höchsten Wert seiner Geschichte. Facebook verzeichnete mit 280 Millionen Interaktionen während des Spiels am Sonntagabend in Rio de Janeiro die höchsten Nutzungszahlen während eines Einzelsportereignisses seit Bestehen der Plattform.

Twitter dagegen verpasste die höchste Zahl an Tweets während des gesamten Spiels: die abgesetzten 32,1 Millionen Nachrichten konnten die 35,6 Millionen Tweets bei der 7:1-Gala gegen Brasilien nicht toppen. In beiden Netzwerken waren Matchwinner Mario Götze und Argentiniens Superstar Lionel Messi die meistgenannten Spieler.

+++ Maradona kritisiert Messi-Auszeichnung +++

Die argentinische Fußballlegende Diego Maradona hat die Auszeichnung Lionel Messis zum besten WM-Spieler kritisiert. "Ich würde Lío den Himmel schenken", sagte Maradona in seiner Sendung "De Zurda" im venezolanischen Kanal Telesur am Sonntagabend. "Aber wenn es nicht gerecht ist und die 'Marketing-Leute' wollen, dass er etwas gewinnt, was er nicht gewonnen hat, dann ist das ungerecht." Über das Spiel der eigenen Nationalmannschaft gegen Deutschland im WM-Finale sagte der 53-Jährige, den Argentiniern hätte es etwas an Laufkraft gefehlt, während die "deutschen Panzer" noch mal Kraft geschöpft hätten. "Unterm Strich hätte Argentinien wenigstens das Elfmeterschießen verdient gehabt", so Maradona.

+++ Scolari wirft offenbar hin +++

Luiz Felipe Scolari ist nach Angaben des TV-Senders "Globo" nicht mehr brasilianischer Fußball-Nationaltrainer. Demnach hat der 65-Jährige am Sonntag seinen Rücktritt beim brasilianischen Verband (CBF) eingereicht, der diesen akzeptierte. Scolaris Vertrag hätte nach der Weltmeisterschaft ohnehin geendet. Der Rekord-Weltmeister hatte sich zuletzt mit dem 1:7 im Halbfinale gegen Deutschland - der höchsten Länderspiel-Niederlage überhaupt - und mit dem 0:3 gegen die Niederlande im Spiel um Platz drei blamiert. Der angepeilte sechste WM-Titel wurde verpasst.

+++ Toter bei Public Viewing +++

Ein Mann ist bei einer Messerstecherei während einer Public-Viewing-Veranstaltung in Bremen verletzt worden und später an seinen Verletzungen gestorben. Laut "Radio Bremen" handelt es sich bei dem Opfer um einen 19-Jährigen.

Die Tat ereignete sich gegen Ende des WM-Finales bei einer Übertragung in einem Kino, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zu Montag. Offenbar war in einem der Kinosäle in der Verlängerung kurz vor Ende des Spiels der Strom ausgefallen, so "Radio Bremen". Die Zuschauer wechselten deshalb in den benachbarten Saal, wo die Partie auch gezeigt wurde, so die Polizei. Dann kam es zu der Auseinandersetzung.

Wie viele Menschen an der Auseinandersetzung beteiligt waren, konnte die Polizei noch nicht sagen. Ebenfalls unklar war, ob die Tat im Zusammenhang mit dem Fußballspiel steht. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.

+++ Empire State Building in Schwarz-Rot-Gold +++

Nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft im Finale der Fußball-WM hat das Empire State Building zur Feier in den deutschen Nationalfarben gestrahlt. "Glückwunsch, Deutschland", schrieben die Betreiber des Gebäudes in Manhattan in der Nacht zum Montag beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Heute werden wir Gold, Rot und Schwarz strahlen, um den WM-Sieg zu feiern." Bereits nach dem 7:1-Sieg gegen Brasilien im Halbfinale hatte die Spitze des berühmten Gebäudes in den deutschen Nationalfarben geleuchtet. Normalerweise kommt diese Ehre Deutschland meist nur einmal im Jahr zu - am Tag der deutschen Einheit im Oktober.

+++ Neuer bester WM-Torwart - Messi bekommt Goldenen Ball +++

Weltmeister Manuel Neuer ist zum besten Torwart der Fußball-WM gewählt worden. Der Keeper der deutschen Nationalmannschaft erhielt am Sonntag in Rio de Janeiro nach dem 1:0-Sieg nach Verlängerung im Finale gegen Argentinien den Goldenen Handschuh. Mit dem Goldenen Ball als bester Spieler der Weltmeisterschaft in Brasilien wurde trotz der Endspiel-Niederlage Lionel Messi ausgezeichnet. Bester Nachwuchsspieler des Turniers wurde nach Ansicht der Technischen Studiengruppe der FIFA der Franzose Paul Pogba. Den Goldenen Schuh als bester WM-Schütze sicherte sich Kolumbiens Torjäger James Rodríguez mit sechs Treffern.

+++ Sabella: "Gratulation an Deutschland" +++

Argentiniens Trainer Alejandro Sabella hat sich nach der Niederlage im WM-Finale gegen Deutschland als fairer Verlierer gezeigt. "Das Einzige, was ich tun kann, ist: Gratulation an meine Mannschaft, die ein fantastisches Turnier gespielt hat. Und natürlich Gratulation an Deutschland. Sie haben eine großartige Mannschaft", sagte der 59-Jährige nach dem 0:1 gegen den neuen Weltmeister. Seine eigene Zukunft ließ Sabella offen. "Ich habe heute nichts zu diesem Thema zu sagen. Die Zukunft heißt für mich im Moment, mit meinen Spielern zusammen zu sein, mit meinem Stab, natürlich mit meiner Familie und auch mit dem Verband."

+++ Verdacht auf Gehirnerschütterung bei Kramer +++

So plötzlich Christoph Kramer anstelle von Sami Khedria zu seinem WM-Finale kam, so schnell war es für den Turnierdebütanten auch wieder vorbei. Erst kurz vor dem Anpfiff hatte Bundestrainer Joachim Löw dem 23-Jährigen das "Go" anstelle der angeschlagenen Führungskraft Khedira erteilt - nach einer halben Stunde musste dann auch Kramer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Platz. Benommen taumelte der Mönchengladbacher, gestützt von Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Physio Klaus Eder, in die Katakomben des Fußball-Tempels Maracanã. Was wie ein WM-Märchen begonnen hatte, endete bitter. Und vor allem schmerzhaft.

Khedira, der wegen Wadenproblemen am Sonntag in Rio de Janeiro im Endspiel gegen Argentinien passen musste, blickte schon nach einer Viertelstunde bangend zum Teamkollegen. Abwehrspieler Ezequiel Garay war in Kramer reingerauscht, nach dem Zusammenprall blieb der fünfmalige Nationalspieler erst einmal k.o. auf dem Rasen liegen. Nach einer kurzen Behandlung probierte es Kramer zwar noch einmal. Er rannte, kämpfte, mühte sich. Aber letztlich musste er aufgeben.

+++ Bangladescher näht kilometerlange Deutschland-Flagge +++

In der WM-Qualifikation ist Bangladesch schon früh ausgeschieden, doch die Deutschen haben unter den 160 Millionen Einwohnern des südasiatischen Landes einen ganz treuen Fan: Amjad Hossain, ein 65-jähriger Bauer, hat eine fast 3,5 Kilometer lange schwarz-rot-goldene Fahne genäht. Der Geschäftsträger an der deutschen Botschaft in Dhaka reiste deshalb am Final-Wochenende der WM eigens ins fast 200 Kilometer entfernte Magura, um den Mann mit einer lebenslangen Mitgliedschaft im DFB-Fanclub auszuzeichnen.

Deutschland-Fan wurde Hossain bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, zwei Jahre nachdem er von einer schweren Krankheit dank homöopathischer Medizin aus Deutschland genesen war. "Ich begann, Deutschland als ein Zeichen der Dankbarkeit zu unterstützen", sagte Hossain der Nachrichtenagentur DPA. Die Flagge habe ihn umgerechnet mehr als 2200 Euro gekostet, wofür er ein Landstück verkauft habe.

++ Pelé glaubt an deutsche Überlegenheit +++

Brasiliens Fußballlegende Pelé ist mit Blick auf das WM-Finale von der Überlegenheit des Teams von Joachim Löw überzeugt. "Deutschland ist viel besser als Argentinien", sagte der dreimalige Weltmeister dem TV-Sender SporTV am Samstagabend (Ortszeit). Der 73-Jährige gab aber auch zu bedenken, dass es im Fußball immer Überraschungen geben könne. So sei es auch Brasilien bei der 1:7-Niederlage gegen die deutsche Elf im Halbfinale ergangen. "Nur Gott kann dieses Desaster erklären", meinte "O Rei" (Der König) weiter.

+++ Messi zeigt sich siegessicher +++

Argentiniens Torjäger Lionel Messi sieht den dritten WM-Titel für sein Land zum Greifen nahe. "Wir möchten gewinnen und sind bereit!", schrieb der 27-Jährige vor dem Finale gegen Deutschland an diesem Sonntag auf seiner Facebook-Seite. "Meine Träume und meine Illusionen gehen dank der Arbeit und der Aufopferung eines ganzen Teams, das vom ersten Tag an alles gegeben hat, in Erfüllung", erklärte der Star des FC Barcelona, der zugleich dem argentinischen Volk für die Unterstützung der "Albiceleste" dankte.

Das Finale gegen Müller und Co. nannte er "das wichtigste Spiel unseres Lebens in diesem Trikot". Für Messi ist dies die dritte Fußball-WM. In den Turnier 2006 und 2010 hatte Deutschland Argentinien jeweils im Viertelfinale aus dem Turnier geworfen.

+++ André Schürrle ist bereit +++

+++ Neymar herzt Scolari +++

Brasiliens Trainer Luiz Felipe Scolari hatte bereits mehr als zehn Minuten über die WM-Niederlage im Spiel um Platz drei doziert, als plötzlich Neymar seinen Überraschungsauftritt hatte. Gegen Ende der Pressekonferenz humpelte der verletzte Superstar im schwarzen Shirt mit schwarzer, falsch herumgedrehter Kappe auf die Bühne in Brasília.

Lange und innig herzte Neymar seinen Coach, der ihm noch ein Küsschen auf die Wange drückte. Anschließend schlenderte der 22-Jährige zu Carlos Alberto Parreira, reichte dem Technischen Direktor die Hand und beendete seine Vorstellung, die wie ein Abschied wirkte. Unterdessen setzte Scolari, dessen Vertrag als Fußball-Nationaltrainer nach der WM endet, seinen Vortrag darüber fort, warum sein Team beim 0:3 gegen die Niederlande eigentlich gar nicht so schlecht gespielt habe.

+++ Einsatz von Di Maria weiter unsicher +++

Der Einsatz von Argentiniens Mittelfeldstar Angel di Maria im WM-Finale gegen Deutschland ist weiterhin fraglich. "Noch kann ich dazu nichts sagen. Das Abschlusstraining heute ist sehr wichtig für ihn. Wir müssen abwarten, wie er auf die Belastung reagiert", so Argentiniens Trainer Alejandro Sabella am Vorabend der Partie. Di Maria hatte sich im Viertelfinale gegen Belgien eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Ob er im Maracanã-Stadion gegen Deutschland auflaufen kann, wird sich erst sehr kurzfristig entscheiden.

Berichte, nach denen Sabella nach dem WM-Finale von seinem Posten zurücktreten werde, wollte der Trainer nicht näher kommentieren. "Das ist jetzt nicht relevant vor einem so wichtigen Spiel. Ich habe noch mit niemandem darüber gesprochen, nicht einmal mit meiner eigenen Familie."

+++ Poldi hält zu Brasilien +++

Lukas Podolski hofft im Spiel um Platz drei auf Gastgeber Brasilien. "Vamos Brasil!" twittert er mit einem Bild von sich - "Auf geht's, Brasilien!"

+++ Brasilianischer Verbands-Vize für Verbleib von Scolari +++

Der designierte Präsident des Brasilianischen Fußballverbandes (CBF), Marco Polo Del Nero, hat sich für einen Verbleib von Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari ausgesprochen. In Presseberichten vom Freitag (Ortszeit) lobte der derzeitige Verbands-Vize die Arbeit des Coaches. "Wenn es nach mir geht, soll er bleiben", sagte er laut "Estado de São Paulo". Er relativierte zugleich die 1:7-Schlappe gegen die Deutschen im Halbfinale. "Was da geschah, war ein taktischer Fehler. Das war das Problem. Aber wir alle machen mal Fehler", sagte Del Nero, der 2015 den gegenwärtigen Verbandschef José Maria Marín ablösen soll.

+++ Kanzlerin Merkel drückt Daumen +++

Die Devise von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum WM-Finale gegen Argentinien lautet: "Hauptsache gewinnen!" Sie selbst wird nach Rio reisen und der Mannschaft im Maracana-Stadion die Daumen drücken.

+++ Lehmann über Neuer: "Seine besten Jahre kommen erst noch" +++

Der frühere deutsche Nationaltorwart Jens Lehmann sieht DFB-Keeper Manuel Neuer noch nicht im Leistungszenit. "Seine besten Jahre kommen erst noch", sagte Lehmann der "Bild"-Zeitung. Bayern-Schlussmann Neuer hatte bei der Fußball-WM in Brasilien mit einer Reihe starker Paraden viel zum Final-Einzug der deutschen Mannschaft beigetragen. Der 28-Jährige könne durchaus der beste deutsche Torwart der Geschichte werden, meinte Lehmann. "Sehr gut möglich, besonders wenn er am Sonntag Weltmeister wird und weiter an sich arbeitet", erklärte der einstige Keeper der Bundesligisten FC Schalke 04, Borussia Dortmund und VfB Stuttgart.

Im Endspiel gegen Argentinien erwartet Lehmann einen klaren Sieg des Teams von Bundestrainer Joachim Löw, "weil unsere Mannschaft einfach besser organisiert und kompakter ist". Superstar Lionel Messi sei zwar eine Gefahr. "Aber ich denke, dass Sami Khedira oder Bastian Schweinsteiger ihn im Mittelfeld in den Griff bekommen", sagte Lehmann, der beim Erfolg im WM-Viertelfinale 2006 im Elfmeterschießen gegen die Argentinier der Rückhalt der DFB-Auswahl war.

+++ Lineker enttäuscht von Messi: "Leistung wechselhaft" +++

Englands früherer Weltklasse-Stürmer Gary Lineker sieht Argentiniens Superstar Lionel Messi vor dem WM-Finale weit entfernt von seiner Bestform. "Ich bin der größte Fan von Argentiniens Kapitän, er ist der am wunderbarsten talentierte Spieler seit Diego Maradona - aber hier in Brasilien war ich enttäuscht von dem, was ich gesehen habe", erklärte Lineker in der BBC. Messi habe zwar einige magische Momente während der WM gehabt und die Albiceleste mit vier Toren ins Endspiel geführt. "Aber insgesamt war seine Leistung wechselhaft", befand Lineker.

Der 27-Jährige spiele bei der WM statisch und absolviere nicht sein normales Laufpensum. "Ich hatte das Gefühl, als ich ihn in der Saison für Barcelona spielen sah, dass er sich für die WM aufspart. Aber er ist ganz klar nicht im besten körperlichen Zustand in Brasilien", meinte Lineker. Messi wirke ausgelaugt. "Die Müdigkeit hat ihn eingeholt."

Wegen seiner Zweifel an der Form des viermaligen Weltfußballers und der Stärke der DFB-Auswahl erwartet Lineker einen deutschen Sieg im Finale am Sonntag. "Ich habe schon früher gesagt, dass Fußball ein einfaches Spiel ist: 22 Spieler jagen 90 Minuten einem Ball nach und am Ende gewinnen immer die Deutschen. Ich wäre auch diesmal wieder überrascht, wenn es nicht so wäre."

Franz Beckenbauer ist überzeugt: "Wir gewinnen 2:0 und werden Weltmeister"

Franz Beckenbauer ist überzeugt: "Wir gewinnen 2:0 und werden Weltmeister"

+++ Beckenbauer: "Wir gewinnen 2:0" +++

Franz Beckenbauer rechnet fest mit einem Sieg der deutschen Nationalmannschaft im WM-Endspiel gegen Argentinien. "Wir gewinnen 2:0 und werden Weltmeister", schrieb der Fußball-"Kaiser" in einer Kolumne für die "Bild"-Zeitung.

Der Verlauf des Turniers erinnere ihn sehr an die WM 1990 in Italien, als die DFB-Auswahl unter dem Trainer Beckenbauer zum dritten und bislang letzten Mal den Titel gewann. Bundestrainer Joachim Löw habe "bis jetzt alles richtig gemacht", befand der 68-Jährige. Beckenbauer wird das Finale am Sonntag am Fernseher verfolgen, nachdem er auf eine Reise nach Brasilien verzichtet hatte.

+++ Maradona: Messi wird es gegen Deutschland richten +++

Argentiniens Fußball-Idol Diego Armando Maradona setzt im WM-Finale gegen Deutschland vor allem auf Superstar Lionel Messi. "Er wird das Spiel entscheiden", sagte er in der Sendung "De Zurda" des venezolanischen TV-Senders Telesur. "Wer den Besten auf dem Spielfeld hat, und das sind wir, wird die Partie gewinnen", ergänzte der 53-Jährige.

Zugleich bestritt Maradona, dass es eine Rivalität zwischen ihm und dem Torjäger des FC Barcelona gebe. Niemand könne diese Freundschaft zerstören, betonte er. "Wenn Messi am Sonntag den Pokal in die Höhe stemmen und damit Maradona übertreffen will, rolle ich für ihn den roten Teppich aus", sagte er.

Taktisch werde es im Finale darauf ankommen, dass Argentinien das deutsche Mittelfeld ausschalte. "Sie dürfen die deutsche Präzision nicht zulassen, es muss immer ein Argentinier zum Stören da sein." Mittelfeld-Chef Javier Mascherano werde aber dafür sorgen, dass Müller und Co. sich nicht so einfach wie im Halbfinale gegen Brasilien dem Tor nähern können.

+++ Neymar beim Spiel um Platz drei im Stadion +++

Brasiliens verletzter Stürmerstar Neymar wird sich das Spiel um den dritten Platz der WM gegen die Niederlande am Samstagabend in Brasília laut Medienberichten im Stadion anschauen. Er werde aber nicht auf der Ersatzbank sitzen, meldete das Portal Uol.com.

+++ "Uns Uwe" schickt Grüße nach Brasilien +++

Natürlich drückt auch der DFB-Ehrenspielführer und Vize-Weltmeister von 1966, "Uns" Uwe Seeler, Jogis Jungs fürs Finale die Daumen. Über den offiziellen Twitter-Account des DFB-Teams schickte er die besten Grüße nach Brasilien.

+++ Meldungen von Freitag, 11. Juli +++

+++ Schweini bedankt sich bei seiner Brasilien-WG +++

Während der WM waren sie eine Wohngemeinschaft im Campo Bahia. Via Twitter hat sich Bastian Schweinsteiger bei seinen Zimmergenossen für die tolle Zeit bedankt.

+++ Italiener Rizzoli pfeift das Finale +++

Die meisten deutschen Nationalspieler kennen ihn schon gut: Schiedsrichter Nicola Rizzoli wird das Finale zwischen Deutschland und Argentinien leiten. Der Italiener hatte schon das Champions-League-Endspiel 2013 zwischen dem FC Bayern und Dortmund gepfiffen. "Wir wählen die besten Schiedsrichter für die besten Spiele aus. Und der Italiener wird das Finale leiten", sagte Jim Boyce, der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichterkommission. Schiedsrichter-Obmann Massimo Busacca aus der Schweiz bestätigte die Ansetzung laut der Nachrichtenagentur AP.

+++ Müller juxt auf Kosten von RTL-Journalisten +++

Leg Dich nicht mit Müller an. Und stell ihm bloß keine blöden Fragen auf einer DFB-Pressekonferenz. Diese unliebsame Erfahrung musste jetzt ein Journalist machen, der Müller kurz vor dem Finale eine - nun ja - nicht wirklich sportspezifische Frage stellte. Es lief im weitesten Sinne darauf hinaus, dass die Argentinier ja mit Franziskus den Papst sozusagen in der Tasche hätten - und wie denn die deutsche Mannschaft darauf reagieren würde. Müller, sichtlich verblüfft, stellte dann eine Vermutung über die journalistische Heimat des Kollegen an: "Ich müsst' jeztzt keinen sehen, ich würde mal sagen, die Frage kommt von RTL, oder?" Worauf der ganze Saal anfängt zu lachen.

+++ Vier DFB-Spieler für Goldenen Ball nominiert - Neuer bester Torwart? +++

Gleich vier deutsche Nationalspieler dürfen auf die Auszeichnung mit dem Goldenen Ball für den besten Akteur der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hoffen. Mats Hummels, Toni Kroos, Philipp Lahm und Thomas Müller gehören zu den zehn Profis, die der Weltverband FIFA am Freitag für diesen Preis nominierte. Die weiteren Anwärter sind die Argentinier Ángel di María, Javier Mascherano und Lionel Messi, Brasiliens verletzter Superstar Neymar, Kolumbiens Torjäger James Rodríguez und Hollands Flügelflitzer Arjen Robben.

Für die Ehrung als bester Torhüter der WM-Endrunde wurden DFB-Keeper Manuel Neuer, der Argentinier Sergio Romero und Keylor Navas aus Costa Rica vorgeschlagen. Um den Preis des besten Nachwuchsspielers kämpfen der Niederländer Memphis Depay sowie die Franzosen Paul Pogba und Raphael Varane. 2006 war Lukas Podolski in dieser Kategorie ausgezeichnet worden, 2010 Thomas Müller. Die Gewinner werden von der Technischen Studiengruppe der Fifa gekürt und nach dem Finale zwischen Deutschland und Argentinien am Sonntagabend bekanntgegeben.

+++ Argentinien-Trainer Sabella will wohl nach Finale aufhören +++

Der argentinische Fußball-Nationaltrainer Alejandro Sabella wird einem Bericht der Sportzeitung "Olé" zufolge nach dem WM-Endspiel gegen Deutschland sein Amt niederlegen. Das Blatt berief sich am Freitag auf Sabellas Agenten Eugenio López. "Er geht. Was auch immer passiert, Sabella wird die Nationalmannschaft verlassen. Mit oder ohne Titel geht ein Zyklus zu Ende", sagte López, schränkte aber ein, das sei zumindest, was er selbst denke: "Er kann seine Meinung ändern, aber im Moment glaube ich es nicht." Der 59-Jährige habe immer überlegt, die WM abzuschließen und sich dann von der Auswahl zu verabschieden.

+++ Russischer TV-Sender fällt auf "Postillion"-Satire rein +++

Mehrere Medien in Osteuropa sind auf eine Meldung der Online-Satireseite "Postillon" zur Fußball-WM hereingefallen. Macher Stefan Sichermann hatte am Mittwoch - einen Tag nach dem 7:1-Kantersieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien - in einem Beitrag behauptet, ein deutscher Kneipenwirt stehe kurz vor der Pleite, weil er seinen Gästen für jedes Tor einen Schnaps gratis versprochen habe.

Den Scherz hielt das russische Staatsfernsehen "Rossija 24" für die Wahrheit und berichtete in einer Nachrichtensendung über den erfundenen Kneipenwirt. Selbst überzogene Details der Meldung, wie 62 Gäste mit Alkoholvergiftung und eine Sehnenscheidenentzündung des Wirts vom Ausschenken, machten den Sender nicht stutzig. Am Donnerstag verwies die Facebook-Seite des "Postillon" auf acht weitere Medien, die den Beitrag ebenfalls übernommen hatten.

+++ Balotelli sorgt für nächsten Skandal +++

Mario Balotelli sorgt erneut für einen Skandal abseits des Platzes. Der Italiener postete bei Instagram ein Bild, auf dem er mit einem Gewehr auf die Kamera zielt. "Big Kiss to all the haters" - "Ein großer Kuss an alle Hater", schrieb Balotelli darunter. Instagram sperrte das Foto wenig später, doch bei Twitter kursieren noch Screenshots.

+++ Klose weiß nicht, wann er aufhört +++

WM-Rekordtorjäger #link;http://www.stern.de/sport/fussball/wm-2014/news/wm-2014-deutsche-nationalelf-sieht-sich-nicht-als-favorit-2123090.html;Miroslav Klose will nach dem Weltmeisterschaftsfinale gegen Argentinien# "spontan" über seine weitere Karriere in der deutschen Nationalelf entscheiden. "Das weiß ich selbst noch nicht. Das mache ich nach dem Endspiel sicherlich spontan", sagte der 36-jährige Klose am Donnerstag in Santo André und scherzte über seinen guten körperlichen Zustand.

"Ich kann leider noch, muss ich betonen. Ich habe es schon öfter betont, dass ich meinen Kadaver noch ein bisschen rumschleppe." Bei seinem Verein Lazio Rom steht der Angreifer noch bis Mitte 2015 unter Vertrag und hat die Option auf eine weitere Saison.

+++ Nur mit dem Titel nach Berlin +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird bei einem Finalsieg gegen Argentinien den vierten WM-Titel auf der Berliner Fanmeile feiern. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mit. Die Rückkehr nach Deutschland ist für Dienstagvormittag (15. Juli) geplant.

"Diesmal haben wir uns dafür entschieden, gemeinsam mit den Fans nur im Fall des Titelgewinns zu feiern", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff laut Mitteilung. "Und wir alle sind fest entschlossen, dieses Szenario wahr werden zu lassen." Zuvor hatte sich auch Frankfurt, dort sitzt der DFB, als Gastgeber für einen Empfang ins Gespräch gebracht.

+++ Romario fordert Haft für Brasiliens Fußball-Bosse +++

Nach dem desaströsen Ausscheiden von Gastgeber Brasilien bei der Fußball-WM hat Stürmer-Legende Romario die Bosse des nationalen Fußballverbands CBF scharf attackiert. CBF-Präsident José Maria Marin und sein Vize Marco Polo del Nero sollten "ins Gefängnis", schrieb der Weltmeister von 1994 und heutige Abgeordnete in einem am Mittwoch in sozialen Internet-Netzwerken verbreiteten offenen Brief. Sie seien Schuld an dem Debakel, nicht die Spieler und Trainer.

Laut Romario befindet sich der brasilianische Fußball in einer tiefen Krise, verursacht durch Korruption und Missmanagement. "Unser Fußball wird seit Jahren immer schlechter, weil er von Führern gelenkt wird, die nicht einmal wissen, wie man mit dem Ball jongliert." Diese "bleiben in ihren VIP-Boxen und genießen die Millionen, die auf ihre Konten fließen." Ihren Ursprung habe die Korruption innerhalb des CBF in den Vereinen, weil diese seit Jahren dieselben Bosse wählten.

Romario gehört zu den profiliertesten Kritikern der elf Milliarden teuren WM. Am Ende der Weltmeisterschaft werde Brasilien mit überteuerten Stadien und ohne materiellen Gewinn dastehen, bekräftigte der 48-Jährige am Mittwoch. "Das wird ein Cup der Schande".

+++ Polizeischutz für Zúñiga +++

Der kolumbianische Verteidiger Juan Camilo Zúñiga bekommt nach seinem Foul an Brasiliens Stürmerstar Neymar Polizeischutz in seinem Heimatland. Zehn Polizisten schützen Zúñiga, der einige Tage in seiner Heimatstadt Chigorodó verbringt, bestätigte die kolumbianische Polizei am Mittwoch (Ortszeit). Neymar hatte sich im Viertelfinale bei dem Foul einen Lendenwirbel gebrochen und fällt für den Rest der WM aus. Zúñiga, der beim SSC Neapel spielt, wurde daraufhin in sozialen Netzwerken bedroht. Das Außenministerium in Bogotá forderte angesichts dieser Drohung auch Italien auf, für Zúñigas Sicherheit vorzusorgen.

+++ Van Gaal: "Ich habe Romero die Elfmeterparaden beigebracht" +++

Typisch Louis van Gaal. Der Holland-Trainer ist, wie man weiß, mit einem Selbstbewusstsein mindestens von der Größe Brasiliens ausgestattet. Auf der offiziellen Pressekonferenz nach der Niederlage gegen Argentinien lieferte er erneut einen Beweis für seine mutmaßliche Unfehlbarkeit. "Viel ärgerlicher" als die fehlende Möglichkeit erneut seinen Torhüter Tim Krul einzuwechseln, der im Viertelfinale zwei Strafstöße pariert hatte, sei es gewesen, dass "ich selbst derjenige war, der Argentiniens Torwart in Alkmaar beigebracht hat, wie man Elfmeter pariert".

Als die Journalisten ihn daraufhin ungläubig anschauten, präzisierte der Mann, dem sein Spieler Arjen Robben einen "goldenen Willi" bescheinigte: "Das war nur ein Scherz." Doch immerhin: "Wir waren damals der Club, der Sergio Romero nach Europa geholt hat, weil er ein großes Talent ist. Aber natürlich habe ich ihm nicht speziell beigebracht, wie man am besten Elfmeter hält", so van Gaal.

+++ Revanche gegen Argentinien steht schon fest +++

Eine Revanche wird es sicherlich nicht, aber zumindest ein schnelles Wiedersehen. 52 Tage nach dem WM-Finale am Sonntag tritt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am 3. September schon wieder gegen Argentinien an.

Der Test zum Länderspiel-Auftakt der Saison 2014/2015 in Düsseldorf war bereits vor der Weltmeisterschaft in Brasilien vereinbart worden. Vier Tage später startet die DFB-Auswahl dann in Dortmund gegen Schottland in die Qualifikation zur EM 2016 in Frankreich.

+++ In Mainz fährt die Buslinie 7:1 +++

Kleiner Nachtrag zum 7:1 gegen Brasilien. Bei den Mainzer Verkehrsbetrieben sorgte das Ergebnis für eine nur minimale, aber doch sehr lustige Änderung bei der Linienbezeichnung. Aber sehen Sie selbst.

+++ Miese Finalbilanz für Europa +++

Zum zehnten Mal kommt es am Sonntag Rio de Janeiro in einem WM-Endspiel zum Duell Europa - Südamerika. Die bisherige Bilanz sieht schlecht aus für Europa: Nur zweimal gab es Siege, aber ausgerechnet Deutschland hatte im sechsten Anlauf 1990 gegen Argentinien den Bann gebrochen. Beide Teams treffen sich nun erneut.

Die kontinentalen Finalduelle im Überblick:

29.06.1958 Solna: Schweden - Brasilien 2:5
17.06.1962 Santiago: Tschecheslowakei - Brasilien 1:3
21.06.1970 Mexiko-Stadt: Italien - Brasilien 1:4
25.06.1978 Buenos Aires: Niederlande - Argentinien 1:3 n.V.
29.06.1986 Mexiko-Stadt: Deutschland - Argentinien 2:3
08.07.1990 Rom: Deutschland - Argentinien 1:0
17.07.1994 Los Angeles: Italien - Brasilien 2:3 i.E.
12.07.1998 Paris: Frankreich - Brasilien 3:0
30.06.2002 Yokohama: Deutschland - Brasilien 0:2

+++ Pelé gratuliert Argentinien zu "großem Sieg" +++

Dieser Glückwunsch dürfte ihm schwer gefallen sein: Brasiliens Jahrhundertfußballer Pelé hat dem Erzrivalen Argentinien zum Einzug ins WM-Finale gratuliert. "Glückwunsch Argentinien für den großen Sieg heute!", twitterte der 73-Jährige nach dem 4:2-Sieg der Albiceleste im Elfmeterschießen über Holland. "Ich freue mich, am Sonntag im Maracanã-Stadion zu sein, um zwei große Fußballnationen zu sehen", so König Pelé. Ob auch Pelés traditioneller Rivale, Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona, ins Stadion kommt, war unklar. Am Sonntag trifft Deutschland im Endspiel in Rio de Janeiro auf Argentinien. Brasilien spielt am Samstag in Brasília gegen Holland um WM-Platz drei.

+++ Holländer haben keine Lust auf Spiel um Platz 3 +++

Nach dem Scheitern im WM-Halbfinale haben der niederländische Fußball-Nationaltrainer Louis van Gaal und Arjen Robben den zukünftigen Verzicht auf das Duell der Verlierer gefordert. "Ich sage schon seit zehn Jahren: Man sollte dieses Spiel um Platz drei abschaffen", sagte der Coach am Mittwoch (Ortszeit) in São Paulo nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Argentinien.

Das Schlimmste sei, "dass der Verlierer dieses Spiels am Ende mit zwei Niederlagen nacheinander aus einem eigentlich für ihn sehr erfolgreich verlaufenen Turnier gehen wird. Das hat nichts mit meiner Auffassung von Sport zu tun."

Bayern-Star Robben hat auf das Spiel gegen Brasilien am Samstag genauso wenig Lust wie sein Trainer. "Der dritte Platz kann mir gestohlen bleiben", sagte der 30-Jährige. "Allein der Titel zählt, das Spiel dürfen sie von mir aus echt abschaffen."

+++ Bierhoff geht von Hummels-Einsatz aus +++

Die sportliche Leitung der deutschen Nationalmannschaft rechnet mit einem Einsatz von Innenverteidiger Mats Hummels im Finale am Sonntag. Der Dortmundern war in der Halbzeit gegen Brasilien mit einer Sehnenreizung in der Kniekehle ausgewechselt worden. "Es war auch eine kleine Vorsichtsmaßnahme, da möchte man nichts riskieren. Ich gehe davon aus, dass das für das Finale kein Problem sein wird", sagte Teammanager Olivier Bierhoff in der ARD.

+++ Funktionär: "Scolari ist eine Last, eine Schande" +++

Kaum hat Brasilien die Nacht nach der 1:7-Pleite gegen Deutschland überstanden, schon beginnt die Abrechnung. Luiz Felipe Scolari wird nach Angaben des künftigen Verbands-Vizepräsidenten Delfim Peixoto "nie mehr" Brasiliens Nationaltrainer werden. "Alles war schlecht. Ich möchte nicht darüber sprechen, um nichts Dummes zu sagen, aber eines kann ich versichern: Nie wieder wird Felipao mit einer brasilianischen Auswahl zusammen sein. Er wird nie wieder zurückkehren. Er ist eine Last, eine Schande", sagte der Funktionär dem TV-Sender ESPN Brasil.

Peixoto gehört zur Gefolgschaft von Marco Polo del Nero, der im kommenden April als Präsident des brasilianischen Fußball-Verbands CBF die Nachfolge von José Maria Marin antritt. Peixoto forderte, Scolari solle in den Ruhestand gehen. Der Vertrag des 65 Jahre alten Cheftrainers läuft nach der Weltmeisterschaft aus.

+++ Fifa suspendiert Nigerias Fußball-Verband +++

Wegen unerlaubter Einmischung der Politik in die Belange des nationalen Fußball-Verbandes NFF ist Nigeria von der Fifa bis auf weiteres suspendiert worden. Das Dringlichkeitskomitee des Weltverbandes reagierte damit am Mittwoch auf die Festnahme des nigerianischen Verbandspräsidenten Aminu Maigari nach der Rückkehr des Teams in die Heimat. Zudem seien Mitglieder der NFF-Exekutive unerlaubterweise von ihren Aufgaben entbunden und durch einen Beamten der öffentlichen Verwaltung ersetzt worden. Nigeria war bei der WM in Brasilien im Achtelfinale an Frankreich gescheitert.

Während der Suspendierung sind sämtlichen Teams aus Nigeria internationale sportliche Kontakte untersagt. Die Suspendierung werde erst aufgehoben, sobald das ordnungsgemäß gewählte NFF-Exekutivkomitee wieder ohne Einflussnahme auf seine Geschäfte arbeiten könne, hieß es.

+++ Hollands Co-Trainer hält Robben für besten Spieler der Welt +++

Der niederländische Co-Trainer Patrick Kluivert hat vor dem WM-Halbfinale gegen Argentinien die Einmaligkeit der Chance für das Oranje-Team betont. "Ich versuche den heutigen Spielern ständig deutlich zu machen, dass sie so schnell nicht wieder einem WM-Titel so nahe kommen", sagte der frühere Fußball-Nationalspieler in der holländischen Zeitung "Telegraaf". So oder so erfüllt ihn aber die bisherige Turnierleistung mit Stolz. "Wir haben vielleicht individuell nicht die besten Spieler der Welt, aber wir sind ein großartiges Kollektiv", sagte der 38-Jährige. Mit Arjen Robben habe man nichtsdestotrotz "den in meinen Augen momentan besten Spieler der Welt."

+++ DFB-Elf begeistert deutsche Tischtennis-Stars +++

Trotz des Zeitunterschiedes haben die deutschen Tischtennis-Stars Dimitrij Ovtcharov und Timo Boll in China das Halbfinale der Fußball-WM gesehen. "Wahnsinn! Bestes Fußballspiel ever!", schreibt Europameister Ovtcharov am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite über das 7:1 der deutschen Kicker gegen Gastgeber Brasilien. "Hat sich definitiv gelohnt, bis sechs Uhr wach zu bleiben! Jetzt muss der Titel her!"

Boll postete: "Mitten in der (chinesischen) Nacht wurde ich wach. Es war vielleicht der siebte (deutsche) Sinn. 1:0 stand es für Deutschland. Es war der richtige Moment, da es danach ja richtig rappelte. Ein Wahnsinn!"

+++ Merkel und Gauck beim Finale dabei +++

Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel werden nach Rio de Janeiro reisen, um am Sonntag beim Endspiel der Weltmeisterschaft dabei zu sein, wie das Bundespräsidialamt mitteilt. Merkel sagt auf einer Pressekonferenz in Berlin, sie wünsche der Nationalmannschaft Kraft und Konzentration für die anstehende Aufgabe. Für den 7:1-Sieg findet die Kanzlerin lobende Worte. Es sei ein "sehr gutes Spiel" gewesen, dass "schon fast" als historisch bezeichnet werden könne, so Merkel.

+++ Lob von Fußball-Legende Maradona +++

Argentiniens Fußball-Idol Diego Armando Maradona lobt nach dem 7:1-Halbfinal-Triumph über Brasilien die Leistung der deutschen Elf in höchsten Tönen. "Ich hätte nicht gedacht, dass Deutschland so mächtig, so plattmachend, so überzeugend sein würde. Sie schienen wie zwei Brasilien zusammen", sagt Maradona in seiner Sendung "De Zurda" des venezolanischen Senders Telesur. "Deutschland schaffte es, dass der Ball nur deutsch war", so der Weltmeister von 1986.

Auf den ungeliebten Nachbarn und Rivalen stimmt Maradona in der Sendung Spottgesänge an. "Sie haben sie nicht nur überwunden, sie haben sie plattgemacht", sagt er. Zugleich zeigte sich Maradona optimistisch, dass Argentinien nach dem von ihm erwarteten Sieg über die Niederlande im zweiten Halbfinale auch Deutschland im Endspiel schlagen könne. "Wir haben es schon mal geschafft, mit den deutschen Panzern fertig zu werden", findet er mit Blick auf das mit 3:2 gewonnene Finale in Mexiko 1986.

Das 1:7 der Brasilianer will er aber nicht mit dem 0:4 der von ihm trainierten argentinischen Elf beim Viertelfinale 2010 in Südafrika vergleichen. "Etwas ganz anderes, etwas ganz anderes", so Maradona zu dem Thema.

+++ De Maiziére hofft auf Finale gegen Argentinien +++

Nach dem unerwartet hohen Sieg hofft der auch für Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf ein Finale gegen Argentinien - und warnt vor zu viel Euphorie. "Für uns sind die Chancen gut", sagt de Maizière in Mailand, fügt aber hinzu: "Alle sollten auf dem Teppich bleiben." Als Gegner der deutschen Elf setzt der Innenminister nicht auf die Niederlande: "Ich wünsche mir natürlich jetzt ein Finale gegen Argentinien, damit Europa gegen Südamerika spielt", so de Maizière am Rande eines EU-Treffens.

Sein niederländischer Kollege Fred Teeven hofft hingegen auf ein deutsch-niederländisches Endspiel in Brasilien. "Wir wollen eine Revanche für 1974", sagt der Minister mit Blick auf die Niederlage gegen Deutschland im WM-Finale vor 40 Jahren. "Also hoffe ich, dass am Sonntag Deutschland gegen die Niederlande spielt."

+++ Quotenrekord für das ZDF +++

Der Finaleinzug der deutschen Nationalmannschaft beschert dem ZDF einen Quoten-Rekord. 32,57 Millionen Menschen sahen das sensationelle 7:1 Deutschlands am Dienstagabend. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 87,8 Prozent. Den bisherigen Rekord hielt das WM-Halbfinale Deutschland gegen Spanien 2010 mit 31,1 Millionen Zuschauern.

+++ Schon jetzt 150.000 Euro für Lahm und Co. +++

Die deutschen Nationalspieler können sich nach dem Finaleinzug bereits über ein feines Urlaubsgeld von 150.000 Euro freuen. Bei einem Titelgewinn in Brasilien würde der Deutsche Fußball-Bund jedem seiner 23 Weltmeister sogar die Rekordprämie von 300.000 Euro bezahlen. "Wir möchten die Prämie auch gerne auszahlen", hatte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bereits erklärt. Der DFB müsste dann insgesamt 6,9 Millionen Euro an die 23 Akteure ausschütten.

Die mit dem 7:1-Halbfinalsieg erreichten 150.000 Euro sind die bislang höchste Turnierprämie. Soviel hatten die DFB-Akteure um Philipp Lahm auch nach dem 0:1 gegen Spanien im Finale der Europameisterschaft 2008 kassiert.

+++ 35,6 Millionen Tweets zum Spiel +++

Das Halbfinale zwischen Brasilien und Deutschland ist laut Twitter das meistkommentierte Sportereignis seit Bestehen des Kurznachrichtendienstes. Der offizielle Twitter-Account für Großbritannien schreibt, dass während der Partie 35,6 Millionen Tweets über die deutsche 7:1-Gala gegen den Gastgeber abgesetzt wurden. Die meistgenannten Spieler in den Kurznachrichten waren auf deutscher Seite Rekordtorschütze Miroslav Klose und Matchwinner Toni Kroos, auf brasilianischer Seite Torwart Julio Cesar.

+++ Empire State Buildung strahlt in schwarz-rot-gold +++

Nach der historischen 7:1-Gala erstrahlt das Empire State Building in New York zur Feier der DFB-Elf in den deutschen Nationalfarben. "Wir leuchten heute in gold, rot und schwarz, um das Weiterkommen Deutschlands zu ehren", teilen die Betreiber des berühmten Gebäudes in Manhattan per Kurznachrichtendienst Twitter mit. Normalerweise kommt diese Ehre Deutschland meist nur einmal im Jahr zu - am Tag der deutschen Einheit im Oktober.

+++ DFB-Elf zurück im Campo Bahia +++

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach ihrem rauschenden Halbfinal-Fest wieder in ihr Basiscamp zurückgekehrt. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw landete in der Nacht zum Mittwoch im Regen in Porto Seguro. Danach musste der WM-Finalist noch mit der Fähre nach Santo André und zum Campo Bahia übersetzen.

+++ Rousseff nach WM-Aus "sehr, sehr Traurig" +++

Nach dem WM-Aus von Brasilien zeigt sich Präsidentin Dilma Rousseff zutiefst enttäuscht. "Wie alle Brasilianer bin ich sehr, sehr traurig", schreibt Rousseff nach der deutlichen Niederlage im Halbfinale gegen Deutschland im Internetdienst Twitter. Dass Brasilien nun ausscheide, tue ihr Leid, "für uns alle, für die Fans, für die Spieler".

+++ Meldungen von Donnerstag, 10. Juli +++

+++ Kolumbien bittet Italien um Schutz für Zúñiga +++

Die kolumbianische Regierung fürchtet um das Wohl von Nationalspieler Juan Zúñiga. Der Verteidiger des SSC Neapel hatte im Viertelfinale Neymar gefoult, Brasiliens Superstar erlitt dabei einen Wirbelbruch und fällt für den Rest der WM aus. Das kolumbianische Außenministerium hat nun die italienischen Behörden gebeten, die Sicherheit Zúñigas und seiner Familie zu garantieren. In einer Mitteilung verwies es auf die in den sozialen Netzwerken kursierende Drohungen gegen den Spieler. Sogar seine Privatadresse sei auf Twitter veröffentlich worden.

Die Disziplinarkommission des Weltverbandes Fifa hatte am Montag einen Antrag des brasilianischen Verbandes auf eine Bestrafung Zúñigas zurückgewiesen. Das kolumbianische Außenministerium erinnerte daran, dass Zúñiga sich entschuldigt habe. Die Fans in Brasilien sollten verstehen, dass "diese Art von Vorfällen" Teil des Fußballs seien, und "mit Ruhe und Toleranz" hingenommen werden müssten.

+++ Brasiliens Kapitän Thiago Silva bleibt gesperrt +++

Deutschlands WM-Halbfinalgegner Brasilien muss am Dienstag ohne seinen Kapitän Thiago Silva auskommen. Der Einspruch des brasilianischen Fußballverbandes (CBF) gegen die Gelb-Sperre des Verteidigers wurde von der Disziplinarkommission der Fifa nicht zugelassen. Thiago Silva hatte im Viertelfinale gegen Kolumbien seine zweite Verwarnung im Turnier erhalten. Dagegen hatte die CBF Einspruch einlegen wollen - unter Berufung auf Artikel 37 im Fifa-Reglement, der eine Annullierung von Gelben Karten bei besonderen Vorfällen erlaubt. Nach Ansicht der Fifa-Richter lag ein solcher nicht vor, weshalb der Einspruch zurückgewiesen wurde.

+++ Deutschland gut in Belo Horizonte gelandet +++

Das deutsche Team ist gut im Halbfinal-Spielort Belo Horizonte gelandet. Die Mannschaft twitterte ein Bild aus dem Flieger. Um 22 Uhr deutscher Zeit findet dort das Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Brasilien statt. Die Pressekonferenz beginnt um 23.30 Uhr.

+++ Mexikaner Rodriguez pfeift Deutschlands Halfinale +++

Der Mexikaner Marco Rodriguez pfeift das deutsche Halbfinale gegen Brasilien. Der 40-Jährige pfiff bei dieser WM zwei Spiele: die Vorrundenduelle Belgien gegen Algerien und Italien gegen Uruguay. Beim zweiten Spiel übersahen er und sein Linienrichter-Team den Biss von Luis Suarez gegen Giorgio Chiellini.

Rodriguez ist ein erfahrener Schiedsrichter, seit 1999 pfeift er international. 2006 in Deutschland gab er sein WM-Debüt. Der Mexikaner hat allerdings noch nie ein K.o.-Spiel bei einer WM-Endrunde gepfiffen. Sein Karriere-Highlight war bisher das Finale der Club-WM 2007 zwischen dem AC Mailand und den Boca Juniors. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat an Rodriguez sehr gute Erinnerungen. Vor vier Jahren war er Referee beim 4:0 im ersten Spiel der WM 2010 gegen Australien in Durban.

+++ Mannschaftsarzt will nichts von Neymar-Rückkehr wissen +++

Brasiliens Mannschaftarzt José Luiz Runco hat Berichte von einem möglichen Comeback Neymars beim WM-Finale energisch zurückgewiesen. "Es gibt nicht die geringste Chance, dass Neymar das Spiel am 13. Juli bestreiten kann, falls Brasilien ins Finale kommt", sagte der Mediziner am Sonntagabend in der TV-Sendung"Domingão do Faustão".

Das Internetportal globo.com hatte zuvor gemeldet, dass der 22-jährige Stürmerstar nach seinem Lendenwirbelbruch offenbar gemeinsam mit einem Ärzteteam die Chancen für eine etwaige Rückkehr prüfe, sollte Brasilien am Dienstag im Halbfinale Deutschland bezwingen. Dazu müssten dem Spieler allerdings Schmerzmittel gespritzt werden.

Der Mannschaftsarzt und der Physiotherapeut von Neymars Ex-Club Santos, Mauricio Zenaide und Rafael Martini, sowie die Rückenspezialistin Nicola Carneiro hätten Neymar am Samstag in dessen Haus in Guarujá, rund 60 Kilometer von São Paulo, besucht. Dabei seien Möglichkeiten für den Schmerzmittel-Einsatz diskutiert worden. Der brasilianische Fußball-Verband (CBF) will davon nichts wissen und den Fall vor die nationale Ärztekammer bringen, wie es in einer Erklärung auf der Homepage des Verbandes am Sonntagabend hieß. Die angesprochenen Maßnahmen würden gegen ethische Normen verstoßen und "die Karriere des Sportlers gefährden".

Der brasilianische Stürmerstar Neymar wird per Hubschrauber aus dem Trainingslager geflogen

Der brasilianische Stürmerstar Neymar wird per Hubschrauber aus dem Trainingslager geflogen

+++ Boris Becker glaubt an WM-Finale mit deutscher Elf +++

Boris Becker tippt vor dem WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien am Dienstag (22.00 Uhr/ZDF und im stern-Liveticker) auf den Finaleinzug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Ich glaube, dass wir zu stark sind für Brasilien", sagte der 46 Jahre alte frühere Tennisprofi. "Ich bin sehr beeindruckt von der Kaltschnäuzigkeit der Mannschaft. Dass sie mit wenigen Chancen erfolgreich Fußball spielt und eigentlich alte deutsche Tugenden zur Schau trägt, die Null muss stehen." Vor gut einer Woche hatte der heutige Trainer des serbischen Wimbledon-Siegers Novak Djokovic noch mit einer südamerikanischen Mannschaft als Weltmeister gerechnet. Die Argentinier schätzte er stärker ein als die Brasilianer. Jetzt sagte Becker: "Wenn wir nun im Finale stehen gegen Argentinien, dann tippe ich auch auf Deutschland."

Unfair oder nicht? Tim Krul versteht die ganze Aufregung nicht.

Unfair oder nicht? Tim Krul versteht die ganze Aufregung nicht.

+++ Krul verteidigt sich: "Ich habe nichts Falsches gemacht" +++

Der niederländische Nationaltorwart Tim Krul hat sein Verhalten während des Elfmeterschießens im Viertelfinale gegen Costa Rica verteidigt. Krul wird vorgeworfen, er habe die gegnerischen Schützen mit unfairen Mitteln verunsichert.

"Ich habe nichts Falsches gemacht", so der Keeper. "Ich habe sie nicht in aggressiver Art angeschrien. Ich habe ihnen nur gesagt, dass ich weiß, wohin ihr Schuss geht. Ich habe versucht, in ihren Kopf zu kommen und sie psychologisch fertigzumachen."

Krul war erst kurz vor dem Elfmeterschießen für Stammkeeper Jasper Cillessen eingewechselt worden und hatte zwei Elfmeter gehalten. Vor mehreren Schüssen redete er auf den Gegner ein, die Fifa schloss deshalb Untersuchungen nicht aus. Cillessen war im Gegensatz zu Krul nicht in den Plan von Trainer Louis van Gaal eingeweiht gewesen.

+++ Brasilien legt Einspruch gegen Sperre von Thiago Silva ein +++

Brasilien versucht mit allen Mitteln, den Einsatz von Thiago Silva im Halbfinale zu erzwingen. Der WM-Gastgeber hat bei der Fifa Einspruch gegen die Gelbe Karte des Kapitäns eingelegt. Der Verteidiger hatte im Viertelfinale gegen Kolumbien für eine Behinderung des gegnerischen Torwarts David Ospina seine zweite Verwarnung im Turnier bekommen und muss deshalb am Dienstag gegen Deutschland zuschauen. Die Streichung einer Gelben Karte ist nur möglich, wenn die betroffenen Mannschaften nicht die gleiche Anzahl an Spielen im Turnier bestritten haben "oder aus anderen außergewöhnlichen Gründen", heißt es im Artikel 37 der Fifa-Statuten. Die Entscheidung trifft die Fifa-Disziplinarkommission.

Brasilien ist es schon einmal gelungen, eine Sperre erfolgreich anzufechten. Bei der WM 1962 wurde der Platzverweis für Garrincha durch den Einfluss des brasilianischen Verbandspräsidenten Joao Havelange aufgehoben - der Stürmer durfte im Finale gegen die Tschechoslowakei (3:1) auflaufen. Ein Erfolg des Einspruchs gegen die Silva-Sperre scheint aber diesmal ausgeschlossen.

Die deutsche Netzgemeinde ist sich ziemlich einig, wie sie das Vorgehen Brasiliens findet:

+++ De Jong wieder im Training +++

Eine Woche nach seiner Leistenverletzung ist der niederländische Fußball-Nationalspieler Nigel de Jong früher als erwartet ins Teamtraining zurückgekehrt. Er absolvierte Übungen mit der Mannschaft und wurde danach einem Härtetest unterzogen. Eigentlich hatte der Ex-Hamburger weitere Einsätze bei der WM in Brasilien bereits ausgeschlossen. "Ich habe einen Plan, ich hoffe, bis Mittwoch wieder fit zu sein", sagte er nun vor dem Halbfinale gegen Argentinien.

+++ Belgier schreiben Brief an "beste Fans der Welt" +++

Die belgischen Fußballer haben sich nach ihrem WM-Aus gegen Argentinien mit einem offenen Brief für die Unterstützung in der Heimat bedankt. "An die besten Fans der Welt", heißt es in dem Schreiben, das der belgische Verband am Sonntag auf seiner Internetseite veröffentlichte. "Wir hatten wirklich gehofft, zu den besten vier Mannschaften der Welt gehören zu können bei dieser WM. Wir waren so dicht davor. Jetzt verlassen wir Brasilien an diesem Sonntagabend müde, aber erhobenen Hauptes." Die Mannschaft von Trainer Marc Wilmots hatte am Samstag im Viertelfinale mit 0:1 (0:1) gegen Argentinien verloren.

+++ Frankreich nach WM-Aus wieder daheim +++

Zwei Tage nach dem 0:1 im WM-Viertelfinale gegen die deutsche Auswahl ist die französische Fußball-Nationalmannschaft wieder in der Heimat eingetroffen. Rund 400 Fans empfingen das Team von Trainer Didier Deschamps am Sonntagmittag bei der Landung in Paris. Vier Jahre nach dem Vorrunden-Aus in Südafrika und den Querelen rings um den damaligen Kader hatte die französische Mannschaft mit ihrem Auftritt in Brasilien viele Sympathien zurückgewonnen.

+++ Neymar macht den Brasilianern Mut +++

Der verletzte brasilianische Superstar Neymar traut seinen Mitspielern auch ohne seine Tore den WM-Titel zu. "Mein Traum als Spieler ist ein WM-Finale, aber der Traum vom WM-Titel ist noch nicht vorbei", sagte der 22-Jährige am Samstag in einer Videobotschaft, ndie auf der Internetseite des brasilianischen Fußball-Verbandes veröffentlicht wurde. "Es fehlen noch zwei Spiele, und ich bin sicher, dass meine Teamkollegen alles tun werden, um diesen Pokal zu heben", erklärte Neymar.

"Ich bin bekümmert über diese Situation, die sich aus einer normalen Aktion im Spiel ergeben hat", schrieb Kolumbiens Juan Zúñiga bei Instagram. Es sei von seiner Seite "keine böse Absicht, Bosheit oder Unüberlegtheit" gewesen. "Ich bewundere, respektiere dich und erachte dich als einen der besten Spieler der Welt." Er wünschte Neymar eine schnelle Rückkehr auf den Platz. Zúñiga hatte den 22-Jährigen in der 86. Minute in einem Zweikampf mit dem Knie am Rücken getroffen.

+++ Löw verschiebt Reisetag +++

Joachim Löw hat den Anreisetag der Fußball-Nationalmannschaft in den WM-Halbfinal-Spielort Belo Horizonte auf Montag verschoben. Der Bundestrainer will noch einen zusätzlichen Vorbereitungstag im Stammquartier Campo Bahia nutzen. "Wichtig wird sein zu sehen, wie die Spieler jetzt dieses Frankreich-Spiel verkraften", erklärte ein hochmotivierter Löw. Regeneration steht im Vordergrund. Bisher war der DFB-Tross immer schon zwei Tage vorher angereist.

"Jetzt heißt es einfach, die Kräfte zu bündeln, das Viertelfinale aus den Knochen zu schütteln und uns gut zu regenerieren", sagte Löw. Erst danach könne er personelle Entscheidungen für das Halbfinale treffen. Am Dienstag will die Nationalmannschaft gegen WM-Gastgeber Brasilien das Ticket für das Endspiel am 13. Juli in Rio de Janeiro buchen.

Neymar wurde mit dem Hubschrauber aus dem Mannschafts-Camp geflogen

Neymar wurde mit dem Hubschrauber aus dem Mannschafts-Camp geflogen

+++ Neymar verlässt Brasilien-Camp +++

Der verletzte Superstar Neymar musste das WM-Trainingslager des brasilianischen Teams verlassen. Der Mittelfeldspieler des FC Barcelona wurde am Samstag in einem Hubschrauber aus dem Team-Camp der Seleção in Teresópolis ausgeflogen und soll sich nun im Kreis seiner Familie erholen. Medienberichten zufolge habe der 22-Jährige gern bei der Mannschaft bleiben wollen. Auf Anraten der Ärzte solle er allerdings vorerst viel Bettruhe halten. Im Mannschaftsquartier habe er daher nicht bleiben sollen. Neymar hatte sich beim 2:1-Viertelfinalsieg gegen Kolumbien einen Wirbelbruch zugezogen und fällt daher für das Halbfinale gegen Deutschland und den Rest des Turniers aus.

+++ Voodoo-Priester will deutsches Team lähmen +++

Wenn das deutsche Team am Dienstag in Belo Horizonte gegen WM-Gastgeber Brasilien im Halbfinale antritt, dann drohen Bastian Schweinsteiger und Co. schwere Beine. Denn Voodoo-Priester Helio Sillman aus Rio de Janeiro will die Gegner der Seleção mit einem Fluch belegen. "Ich nehme die Führungsspieler und binde ihre Beine zusammen, damit sie auf dem Rasen nicht laufen können", berichtet Sillman vor seinem Laden in Madureira, der mit zahlreichen Utensilien afro-brasilianischer Volksreligionen vollgestopft ist.

Vor dem Achtelfinale gegen Kolumbien hatte sich Sillman deren Toptorschützen James Rodríguez und dessen Mitspieler Juan Cuadrado herausgepickt. Er machte zwei Voodoo-Puppen und zog ihnen ihr gelbes Nationaltrikot an, dann band er ihre Beine zusammen. Bei der Nationalhymne zündete er zwei Kerzen an, um den Fluch zu verstärken. "Das muss für das ganze Spiel ausreichen", sagte Sillman.

Die Puppen von Voodoo-Priester Helio Sillman

Die Puppen von Voodoo-Priester Helio Sillman

+++ Kolumbianische Zeitung mit skandalösem Titel +++

Die kolumbianische Tageszeitung "Hoy" will das Ausscheiden ihrer Elf nicht akzeptieren. Sie sieht eine Fifa-Verschwörung und nennt den spanischen Schiedsrichter Carlos Velasco einen "Hurensohn".

stb/nck/mod/tis/tkr/feh/kng/car/and/DPA/AFP/Reuters/DPA/Reuters
Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wissenscommunity