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8. November 2009, 16:15 Uhr

Matthäus rechnet mit Deutschland ab

Lothar Matthäus hat sich über mangelnde Wertschätzung in Deutschland beklagt. "Wie man mit so einem Idol umgeht, da muss sich Deutschland schämen", sagte der Rekordnationalspieler in einem Interview.

matthäus, deutschland

Lothar Matthäus würde auch zu einem Zweitligisten gehen© Uwe Lein/AP

In einer Generalabrechnung mit Deutschland hat sich Lothar Matthäus über mangelnden Respekt und fehlende Wertschätzung in der Heimat beklagt. "Nach Franz Beckenbauer bin ich ganz sicher die zweitbekannteste Fußballpersönlichkeit Deutschlands, weltweit. Und wie man mit so einem Idol umgeht in Deutschland, da muss sich Deutschland schämen", sagte der deutsche Rekordnationalspieler in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Das enttäusche ihn. Selbst seine serbische Meisterschaft als Coach mit Partizan Belgrad werde nicht gewürdigt. "Aber man will immer nur das sehen, was man sehen will. Und bei mir will man immer nur das Schlechte sehen."

Nach sechs Trainerstationen im Ausland war der 48-Jährige schon mehrmals bei deutschen Clubs im Gespräch. Aber Matthäus gibt zu, es gebe Vorbehalte gegen ihn: "In Nürnberg und Frankfurt gab es unterschriftsreife Verträge. Aber die Fans lehnten mich ab, wegen meiner Vergangenheit beim FC Bayern." Der Franke würde als Trainer auch "zu einem Zweitligisten gehen, der eine Perspektive und ein qualifiziertes Umfeld hat".

Zu Hertha BSC habe er keinen Kontakt gehabt. "Ich biete mich nicht selbst an, wie viele Zeitzugen behaupten. Das habe ich nicht nötig", meinte Matthäus. "Jeder weiß, dass ich frei bin als Trainer. Jetzt muss mir einfach einmal ein deutscher Verein das Vertrauen geben. Und erst dann kann man urteilen: Der Matthäus, das ist ein Guter oder ein Schlechter."

Matthäus hofft weiter auf eine Anstellung in der Bundesliga und verspricht einem potenziellen Arbeitgeber attraktiven Fußball. "Bei vielen Spielen und vielen Spielern vermisse ich eine Freude, die sich aufs Publikum überträgt", sagte Matthäus, "es ist zu viel Dienst nach Vorschrift, zu emotionslos."

DPA
 
 
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