Kühl, funktional, viel Beton: Das sind die Fußballarenen von heute. Das Millerntor beim FC St. Pauli jedoch hat sich über Jahre seine Einzigartigkeit bewahrt, wie ein famoser Bildband dokumentiert. Von Joel Stubert und Volker Königkrämer
"Im Grunde sind wir die größte turnusmäßige Open-Air-Party der Welt", sagt Christian Bönig, Teammanager des FC St. Pauli. Der Hamburger Stadtteilklub nimmt in Deutschland eine besondere Rolle ein. Er ist der Verein der etwas anderen Fans. Zuschauer, die sich nicht nur auf das Bejubeln von gelungenen Szenen konzentrieren, sondern denen auch politische Botschaften wichtig sind. Der Bildband "Millerntor - Liebeserklärung an das alte Stadion des FC St. Pauli" von Susanne Katzenberg und Olaf Tamm ist eine Hommage an die Spielstätte des FC St. Pauli und eine Verbeugung vor den all den vielen Menschen, die dieses Stadion zu einem echten Unikat in Deutschland gemacht haben.
Inzwischen reisen sogar Fans aus England, Frankreich oder Schottland regelmäßig ans Millerntor, um die einzigartige Stimmung zu genießen. Und auch viele Bundesligaprofis betonen immer wieder, wie gern sie im Stadion des Hamburger Stadtteilklubs auflaufen.
Allein, das besondere Flair dieses morschen Fußballtempels mitten in Hamburg ist inzwischen Geschichte. Drei von vier Tribünen sind modernisiert, Logen und Business-Seats haben auch am Millerntor Einzug gehalten. All jenen, denen dabei ein wenig weh ums Herz wird, haben Susanne Katzenberg und Olaf Tamm mit ihrem famosen Buch ein Stück Fußballheimat geschenkt.