9. August 2012, 19:30 Uhr

Hamilton wird Athen-Olympiasieg aberkannt

Ex-Radprofi Tyler Hamilton verliert seinen Olympiasieg von Athen - kurz bevor die achtjährige Verjährungsfrist abläuft. Die US-Anti-Doping-Agentur will ihn als Kronzeugen gegen Lance Armstrong.

Tyler, Hamilton, Olympiasieg, 2004, Athen, aberkannt, Doping, gedopt, Lance Armstrong

Im Zeitfahren gewann Tyler Hamilton 2004 Gold in Athen - unterstützt von Doping. Daher ist der Titel nun wieder futsch.©

Dem ehemaligen amerikanischen Radprofi Tyler Hamilton wird sein Olympiasieg im Zeitfahren bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen nachträglich aberkannt. Dies beschloss die Disziplinarkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Die achtjährige Verjährungsfrist wäre am 29. August ausgelaufen. Hamilton war nach den Spielen in Athen des Blutdopings überführt worden, durfte sein Gold aber knapp acht Jahre behalten, weil seine B-Probe zerstört wurde.

Hamilton hatte in Athen Gold im Zeitfahren vor Wjatscheslaw Jekimow (Russland), Bobby Julich (USA) und Michael Rogers (Australien) gewonnen. Die Fahrer - Rogers ist der einzig noch aktive von ihnen - rücken jetzt im Medaillenranking entsprechend einen Platz höher. Jekimow kann sich nachträglich über Gold freuen.

Goldmedaille hat er schon abgegeben

Nach dem insgesamt dritten Dopingvergehen war Hamilton im April 2009 für acht Jahre gesperrt worden. Danach hatte der US-Profi seine Karriere beendet und 2011 nach jahrelangem Leugnen Doping zugegen. Dabei sagte er umfassend gegen seinen früheren Teamkollegen Lance Armstrong aus und bezichtigte ihn des Dopings. "Ich sah EPO in seinem Kühlschrank. Ich sah mehr als einmal, wie er es sich gespritzt hat", erklärte Hamilton. Im Zuge seiner Beichte gab er seine Goldmedaille zurück.

In der laufenden Ermittlung der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA soll Hamilton zu den zehn Kronzeugen zählen, die die Anklage gegen Armstrong aufbieten will. Von 1999 bis 2001 war Hamilton als Helfer an den ersten von sieben Toursiegen des Texaners beteiligt.

swd/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Lance Armstrong droht Doping-Prozess Ex-Radprofi legt sich mit US-Gericht an

Lance Armstrong scheitert mit seiner Klage gegen die US-Anti-Doping-Agentur. Der Tour-Rekordsieger sollte bei einer erneuten Klage auf "Selbstverherrlichung" und "Verunglimpfung" verzichten.

Streit mit Anti-Dopingagentur Richter schmettert Armstrong-Klage ab

Lance Armstrong unterstellt der US-Anti-Dopingagentur, sie würde seine Ex-Kollegen bestechen, damit sie gegen ihn aussagen. Der Richter wies die Klage des Sportlers zurück - mit einer wenig formalen Begründung.

Causa Armstrong Das Dopingverfahren ist auf dem Weg

Zuspitzung im Dopingstreit um Lance Armstrong: Eine Kommission empfahl der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA die Einleitung eines Verfahrens. Armstrong diskreditierte danach ein Germiummitglied via Twitter.

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Olympia 2012 im Liveticker

Alle Events, alle Sieger - verfolgen Sie die Olympischen Sommerspiele in London im Liveticker von stern.de mehr...

 
 
 
Busemann's Corner

Der ehemalige Zehnkampf-Silbermedaillengewinner Frank Busemann kommentiert die Olympischen Spiele in London exklusiv für stern.de. mehr...

 
 
 
Wissenstest Sind Sie fit für Olympia?

Wer ist der erfolgreichste Olympionike der Geschichte und welcher Weltfußballer wurde auch Olympiasieger? Testen Sie Ihr Wissen! mehr...

 
 
 
Olympia-Grafik Alle deutschen Sommer-Helden

Willi Holdorf, Michael Groß oder Birgit Fischer: stern.de zeigt die deutschen Olympia-Legenden im grafischen Zeitstrahl. mehr...