Mit einem Pop-Spektakel feiert London den Abschluss der Olympischen Spiele 2012 und übergibt die Flagge an den Gastgeber 2016 - Rio de Janeiro! stern.de zeigt die besten Bilder.
Manche Dinge können so vielleicht wirklich nur aus Großbritannien kommen. Eine olympische After-Show-Party mit heimischen Musikern zum Beispiel, bei der Megastars wie George Michael und die Spice Girls, Legenden wie The Who und Queen, und gleichzeitig Chartstürmer wie Jessie J und One Direction vorgesehen waren. Ohrwürmer von "We will Rock You" über "My Generation" bis zu "Always Look On The Bright Side Of Life" sollten gesungen werden, die Menschen auf der ganzen Welt auswendig können.
Für die Athleten der Olympischen Spiele 2012 hatte das Vereinigte
Königreich zum Abschied am Sonntagabend im Olympiastadion nochmal ganz groß aufgetischt - und sich dabei selber als Nation gefeiert. Weltstars der Musik lieferten den Weltstars des Sports eine gigantische Party und machten beste Werbung für ihr Land. Wie schon bei der hochgelobten Eröffnungszeremonie von Regisseur Danny Boyle sollte die Welt sehen: Wir Briten haben Humor, eine wunderschöne Hauptstadt voller Sehenswürdigkeiten, wir sind originell und ein bisschen verrückt.
Wurden dafür zur Eröffnung Industrie- und Sozialgeschichte,
Literatur und moderne Technik herangezogen, war es zum Abschluss vor allem die Musik von der Insel. Und die ist immerhin einer der erfolgreichsten britischen Exporte der vergangenen 50 Jahre. Doch auch Kunst- und Modeszene machten mit. Künstler Damien Hirst etwa trug ein Kunstwerk in den Farben der britischen Flagge bei.
"Es soll die beste After-Show-Party werden, die es jemals gab",
hatte der künstlerische Direktor Kim Gavin vorher angekündigt.
Wichtig war ihm vor allem, die Athleten aus 204 Nationen ins Zentrum zu rücken. Sie bekamen im Stadion ihre eigene Feierzone. Auch die Siegerehrung des olympischen Männer-Marathons war noch im Stadion vorgesehen.
Für das Programm waren aus 1000 Musikstücken 30 ausgesucht worden, die für "Best Of British" stehen sollten. 4100 Darsteller wirkten mit, darunter 3500 erwachsene Freiwillige und 380 Schulkinder aus der Gegend um den Olympia-Park. Die Arena war in ein Mini-London mit Modellen von Tower Bridge, London Eye und anderen Erkennungsmerkmalen verwandelt worden.
Eingehalten wurde aber selbstverständlich auch die Tradition. Den
Athleten gingen bei ihrem Einzug die Fahnenträger der Nationen voran, die schwarz-rot-goldene trug Ruder-Olympiasieger Kristof Wilke ins Stadion. Drei Flaggen wurden gehisst: Die griechische als Erinnerung an den Geburtsort der Spiele, die britische als Reminiszenz an den Austragungsort und die brasilianische als Ausblick für die nächsten Spiele in Rio de Janeiro 2016. Rund zehn Minuten Zeit hatten die künftigen Gastgeber, um mit Samba-Rhythmen ihr Land zu präsentieren und die Vorfreude auf das Spektakel in vier Jahren zu entfachen.
Das Löschen der Olympischen Flamme in dem Blüten-Kelch durch den Künstler Thomas Heatherwick war der bewegende Schlusspunkt der Zeremonie. Jedes Team hatte zu
Beginn seine Blüte ins Stadion getragen und zum Feuer zusammengefügt. Zum Abschied holten sie sie wieder ab und nehmen sie jetzt als Erinnerung mit nach Hause.
Oben: London im Kleinformat: Big Ben, das London Eye, "die Essiggurke", wie die Einheimischen das ei-förmige Gebäude der "Swiss Re" nennen, das ist die Kulisse der Abschlussfeierlichkeiten.