Am Ende einer beeindruckenden Eröffnungsfeier hat Queen Elisabeth II. die Spiele in London offiziell eröffnet - das Olympische Feuer wurde gleich von sieben Fackelträgern entfacht.
Spektakulär und schrill, aber auch besinnlich und
anrührend - unter dem Motto "Isles of Wonder" (Inseln der Wunder) hat sich Großbritannien bei der Eröffnungsfeier der XXX. Olympischen Sommerspiele in London als Gastgeber mit Herz und Humor präsentiert. 80.000 Zuschauer im Olympiastadion und bis zu vier Milliarden Menschen weltweit vor den TV-Geräten ließen sich am Freitagabend von einer stilvollen Show verzaubern, bei der Tradition und Moderne in bunten Bildern miteinander verschmolzen.
Schon bevor die Sportler aus 204 Ländern ins Stadion
einmarschierten und das olympische Feuer nach einem 70-tägigen
Fackellauf durch ganz Großbritannien die Arena erreichte, wurden die Zuschauer von dem für 27 Millionen Pfund (34 Millionen Euro)
inszenierten Programm mitgerissen, das vom Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins eröffnet wurde. Wiggins gab im Gelben
Trikot mit einem Glockenschlag das seit Jahren ersehnte Startsignal. Später sollte die Queen vor der mit Spannung erwarteten Entzündung des Feuers die Spiele feierlich eröffnen.
Regisseur Boyle: Kein Vergleich mit Peking
Star-Regisseur und Oscar-Preisträger Danny Boyle hatte die
stimmungsvolle Aufführung kreiert. Er wollte sie freilich nicht mit
der Mega-Party von Peking 2008 verglichen wissen. "Die Shows sind immer größer und größer geworden - man kann aber nicht größer sein als Peking", sagte der 55-Jährige. "Deswegen haben wir versucht, etwas Eigenes zu machen." Boyle würdigte die Leistung der 15.000 Teilnehmer: "Das sind unsere Besten!"
Vor den Augen der britischen Königsfamilie sowie rund 130
Staatsoberhäuptern aus aller Welt führten die Freiwilligen in einem
farbenfrohen Kaleidoskop durch die Geschichte des Königreichs. Auch Bundespräsident Joachim Gauck schaute gebannt zu. Er hatte sich darauf gefreut, "Olympia mitzuerleben und die Atmosphäre aufzusaugen".
302 Goldmedaillen sind zu vergeben
Nach der olympischen Auftaktparty gehören die Arenen bis zum 12. August den Sportlern, die in 302 Wettbewerben um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Erstmals sind in allen olympischen Sportarten Frauen vertreten. An diesem Samstag stehen die ersten zwölf Entscheidungen auf dem Programm. Das erste Gold der Spiele geht traditionell an eine Schützin. Im Wettbewerb mit dem Luftgewehr zählen auch die Deutschen Beate Gauß und Jessica Mager zu den Medaillen-Kandidatinnen.
Oben: In London ist das Olympia-Fieber voll entbrannt. Zwei britische Fans auf dem Weg zur zentralen Stätte der Spiele: dem Olympiastadion in London.