11. August 2012, 18:18 Uhr

Mexiko stiehlt Neymar und Co. die Show

Sie waren der haushohe Favorit auf Gold, doch kurz vor dem Ziel scheiterten sie: Die brasilianische Fußballnationalelf hat das Olympia-Endspiel gegen Mexiko verloren.

Olympia, Fußball, London, 2012, Brasilien, Mexiko

Ein Bild mit Symbolcharakter: Die mexikanische Mannschaft feiert im Hintergrund ihre Goldmedaille, Brasiliens Lucas schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.©

Aus der Traum! Die brasilianischen Fußballer müssen weiter auf ihr erstes Olympia-Gold warten. Der fünfmalige Weltmeister verlor am Samstag im Wembleystadion von London gegen Mexiko mit 1:2 (0:1) und belegte damit zum dritten Mal nach 1984 und 1988 nur den zweiten Platz. Zugleich verpatzten die Südamerikaner die Generalprobe für die Heim-Weltmeisterschaft in zwei Jahren. Auf Trainer Mano Menezes kommen nach der enttäuschenden Niederlage unruhige Zeiten zu.

Vor der Londoner Olympia-Rekordkulisse von 86.162 Zuschauern erzielte Oribe Peralta beide Treffer für die Mexikaner, die erstmals Olympiasieger im Fußball wurden. Bereits nach 27 Sekunden brachte der Angreifer sein Team in Führung. In der 75. Minute erhöhte der 28-Jährige auf 2:0. Der Anschlusstreffer der Brasilianer durch Hulk (90.+1) kam zu spät. Bronze hatte sich am Freitagabend Südkorea durch ein 2:0 (1:0) über Japan gesichert. Die deutschen Fußballer waren nicht für die Sommerspiele qualifiziert.

Das Endspiel begann für die Brasilianer mit einem Schock. Bereits nach 27 Sekunden brachte Peralta die Mexikaner in Front. Vorausgegangen war ein grober Schnitzer von Brasiliens Rechtsverteidiger Rafael, der den Ball vertändelte.

Der große Favorit wirkte danach vor den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge sichtlich geschockt. Die gefürchtete Offensive der Selecao um Neymar, Oscar und Leandro Damiao kam nicht wie gewohnt in Schwung. In allen fünf bisherigen Partien des Turniers hatten die Gelb-Blauen stets drei Treffer erzielt. Doch ausgerechnet im Finale stockte die Offensiv-Maschinerie.

Coach Menezes reagierte daher bereits nach etwas mehr als einer halben Stunde und brachte in Hulk vom portugiesischen Spitzenclub FC Porto einen weiteren Offensivspieler. Prompt war mehr Zug in den Aktionen der Südamerikaner. Doch Hulk (38.), Marcelo (41.) und Neymar (45.+1.) vergaben vor der Pause gute Gelegenheiten zum Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Brasilianer mit noch größerer Vehemenz auf das 1:1. Vor allem der unlängst vom FC Chelsea verpflichtete Oscar drehte nun mächtig auf und stürzte die Defensive der Mexikaner immer wieder in Verlegenheit.

Die Mexikaner verlegten sich in den zweiten 45 Minuten allein auf Konter und machten eine Viertelstunde vor Schluss alles klar. Nach einer Ecke köpfte Peralta wuchtig zum 2:0 ein. Hulk gelang zwar noch das 1:2, doch dann war die Zeit abgelaufen. Die stolze Fußball-Nation Brasilien war um eine weitere olympische Enttäuschung reicher.

DPA
 
 
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