5. August 2012, 16:15 Uhr

Ruderin Drygalla will Karriere fortsetzen

Zwei Tage war sie abgetaucht, nun meldet sich Nadja Drygalla erstmals öffentlich zu Wort: Die Olympia-Ruderin distanziert sich von rechtem Gedankengut - und hofft, dass sich die Wogen bald glätten.

Olympia, Olympia 2012, London, Drygalla

Mitgenommen und gezeichnet vom Wirbel um die Beziehung mit einem früheren NPD-Politiker: Ruderin Nadja Drygalla©

Zwei Tage nach ihrer Olympia-Abreise meldet sich Nadja Drygalla erstmals öffentlich zu Wort. Die Ruderin distanziert sich deutlich von rechtem Gedankengut und will ihre Karriere fortsetzen. "Natürlich möchte ich mit dem Sport weitermachen", sagte die 23-Jährige am Sonntag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur DPA. "Ich wünsche mir, dass ich meine Pause in Ruhe beginne und dann Anfang September wieder anfangen kann." Nach den Sommerspielen in London soll es weitere Gespräche mit dem Deutschen Ruderverband geben.

Drygalla war nach einem Treffen mit der Teamleitung aus dem olympischen Dorf abgereist. Grund war der Wirbel um ihre Beziehung zu Michael Fischer, Direktkandidat der rechtsextremen NPD in Rostock zur Landtagswahl 2011. Im Laufe eines Gesprächs mit Michael Vesper, Chef de Mission des deutschen Olympia-Teams, habe sie vorgeschlagen, das olympische Dorf zu verlassen. "Es war meine Entscheidung", betonte sie im Vereinshaus des Olympischen Ruder-Clubs Rostock. "Mir geht es nicht gut, die letzten Tage waren ziemlich anstrengend und ziemlich überraschend."

Ihr Freund seit Mai 2012 kein NPD-Mitglied mehr

Ihr Freund ist nach Drygallas Darstellung seit Mai 2012 kein NPD-Mitglied mehr und habe "persönlich mit dieser ganzen Sache gebrochen und sich verabschiedet", sagte die Athletin. Sie spreche sich gegen rechte Ideologie aus. "Ich habe keine Verbindung in seinen Freundeskreis und diese Szene gehabt und lehne das absolut ab."

Berichte, wonach sie auf Bildern bei einer Demonstration 2009 in Malchow zu sehen sein soll, wies Drygalla zurück: "Das bin ich nicht, das kann ich ganz klar sagen. Ich empfinde das als unfair und ungerechtfertigt."

"So läuft es nicht weiter"

Wegen der politischen Orientierung ihres Freundes habe sie zeitweise auch an eine Trennung gedacht. "Ich bin froh, dass ich vor den Olympischen Spielen noch einmal klar gesagt habe, dass es so nicht weiter laufen kann."

Im vergangenen Jahr war sie freiwillig aus dem Polizeidienst ausgetreten. Es habe Gespräche mit ihren Vorgesetzten gegeben, "in denen auch die Beziehung thematisiert und an meiner Loyalität gegenüber dem Polizeidienst gezweifelt wurde. Ich bin selber zu der Erkenntnis gelangt, dass es dort Konflikte gibt", sagte Drygalla. Nach Angaben von Oliver Palme, Sprecher des Deutschen Ruderverbandes, liegt ein Antrag auf Eintritt als Soldatin in die Sportfördergruppe der Bundeswehr zum 1. September derzeit "auf Eis".

DPA
 
 
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