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Solidaritätsstrippen für libanesische Skifahrerin

Die Olympia-Athletin Jackie Chamoun ist in ihrer Heimat Libanon wegen Aktfotos unter Druck geraten. Im Netz solidarisieren sich nun Dutzende, indem sie ihrerseits Nacktfotos von sich hochladen.

Von Daniel Bakir

  • Daniel Bakir

Am liebsten würde sich Jackie Chamoun ganz auf ihren Start beim olympischen Slalom am 21. Februar konzentrieren. Doch seit vor einigen Tagen diese alten Fotos aufgetaucht sind, muss sich die 22-Jährige notgedrungen mit ganz anderen Dingen beschäftigen. Die Fotosession im libanesischen Schnee liegt zwar schon drei Jahre zurück, doch nun kursieren die freizügigen Fotos im Netz, das libanesische Fernsehen berichtet. In dem arabisch geprägten Land lösen die Bilder deutlich kritischere Reaktionen aus als das Playboy-Shooting einer Miriam Gössner hierzulande. Sogar der Sportminister des Landes meldete sich zu Wort und forderte das olympische Komitee auf, den Fall zu untersuchen.

  Auch auf Skiern extrovertiert: die libanesische Slalom-Spezialistin Jackie Chamoun

Auch auf Skiern extrovertiert: die libanesische Slalom-Spezialistin Jackie Chamoun

Die unter Druck geratene Chamoun reagierte mit einem Statement auf Facebook, in dem sie erklärte, Bilder und Videos seien Teil des Making-Of und nicht für die Veröffentlichung bestimmt gewesen. Nichtsdestotrotz wolle sie sich bei allen entschuldigen, "ich weiß, dass der Libanon ein konservatives Land ist, und dass dies nicht das Bild ist, was unsere Kultur widerspiegelt". Das Statement wurde tausendfach geteilt und kommentiert.

Aus Solidarität ließen sich in ihrer Heimat nun Dutzende Menschen halbnackt ablichten. Unter dem Hashtag "Strip for Jackie" organisierte sich auf Facebook die Solidaritätsseite "I am not naked" auf der Unterstützer Fotos von sich hochladen. Es sei beschämend, dass die Pin-up-Fotos der 22-Jährigen mehr Aufmerksamkeit erhielten als politische Attentate und die Gewalt gegen Frauen im Libanon, erklärte Mohammed Abdouni, einer der Initiatoren der Facebook-Kampagne. Unterstützung erfährt Chamoun auch aus dem eigenen Alpin-Team: Es gebe kein Problem mit Chamoun hieß es. Sie solle wie geplant starten.

mit DPA

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