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«Prestigespiel»: Bayern sind scharf auf Super-PSG um Neymar

Paris - Arjen Robben schreckte erstaunt auf, als er auf einen drohenden Untergang des FC Bayern in Paris angesprochen wurde. «Eine Packung?», fragte der Holländer.

Arjen Robben

Blickt dem Königsklassen-Duell mit PSG optimistisch entgegen: Arjen Robben. Foto: Christophe Ena

Arjen Robben schreckte erstaunt auf, als er auf einen drohenden Untergang des FC Bayern in angesprochen wurde. «Eine Packung?», fragte der Holländer.

Verständnislos unterbrach Robben den Reporter, als dieser von einem möglichen Debakel im Prinzenpark sprach. «Davon gehen wir natürlich nicht aus. Warum eine Packung? Wir werden uns gut präsentieren, davon bin ich überzeugt.»

Nein, Angst verströmt das in dieser Saison so extrem wechselhaft auftretende Münchner Starensemble nicht vor dem großen Kräftemessen mit Europas neuer Fußballmacht Paris Saint-Germain. Im Gegenteil: Die Bayern sind scharf auf die Champions-League-Prüfung gegen Multi-Millionen-Mann und Co. am Mittwochabend (20.45 Uhr). «Das Spiel ist unheimlich attraktiv. Ich freue mich auf die Herausforderung», sagte Mats Hummels am Dienstagabend vor dem Abschlusstraining im Stadion.

Ganz Europa blickt nach Frankreich, wo sich der altreiche und der neureiche Scheichclub PSG duellieren. «Es ist ohne Frage ein Prestigespiel», sagte Karl-Heinz Rummenigge. Und die Zielsetzung des Bayern-Chefs lautet, aus Paris «etwas mitzunehmen», also zumindest nicht zu verlieren. Es ist für beide Clubs weitaus mehr als ein Gruppenspiel, in dem es um die Tabellenführung geht.

«Paris ist die Mannschaft, die im Sommer am meisten auf dem Transfermarkt investiert hat und viele gute Spieler geholt hat: Neymar, Mbappé, um nur die zwei zu nennen», sagte . Rund 400 Millionen Euro kosteten alleine diese beiden Offensivstars. «Paris hat eine unfassbar starke Offensive», urteilte Hummels.

Die 90 Spielminuten werden auch zu einem Kampf der Systeme - und womöglich sogar zu einer Zeitenwende in ? Da widerspricht Rummenigge allerdings: «Eines ist klar: Unabhängig wie das Spiel ausgeht, die Champions League wird nicht entschieden.»

Besonders gefordert ist Trainer Carlo Ancelotti, der 2013 PSG zur französischen Meisterschaft geführt hatte. «Das ist ein besonderes Spiel für Carlo», sagte Rummenigge: «Aber für uns alle sind die nächsten Wochen und Monate wichtig, nicht nur für den Trainer.»

Ancelotti muss in Paris die richtige taktische und personelle Rezeptur auswählen. «Die Aufstellung zu entscheiden wird nicht einfach», sagte der Italiener. Wie mutig stellt er auf? Setzt er auf die großen, alten Männer, auf Arjen Robben und Franck Ribéry? «Unsere Mannschaft hat einen Vorteil. Wir haben mehr Erfahrung in der Champions League. Und die müssen wir ausspielen», meinte Rummenigge. «Wir müssen eine komplette Leistung abliefern, im Angriff und in der Verteidigung. Wir brauchen alle unsere Qualitäten», sagte Ancelotti.

Der 34-jährige Ribéry brennt gerade in seiner französischen Heimat besonders. Auch Robben ist hochmotiviert. «Wenn man sich auf so ein Spiel nicht freut, muss man aufhören», sagte der 33-Jährige, der für den FC Bayern schon so oft den Unterschied ausmachen konnte.

Mit dabei ist auch David Alaba, der nach einer Fußverletzung einen Kaltstart auf der linken Abwehrseite hinlegen könnte. Denn auf die Defensive wird es besonders ankommen gegen den Pariser Topangreifer Kylian Mbappé, Edinson Cavani und Neymar - kurz «MCN» genannt. «Die gilt es zu kontrollieren», forderte Rummenigge. Nationalspieler Julian Draxler dürfte bei Paris zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Ein Spezialauftrag kommt auf Joshua Kimmich zu, der den 222 Millionen Euro teuren Neymar bremsen soll. Der Brasilianer hat PSG auf ein neues Level gehoben, auch wenn zuletzt sein kindischer Elfmeterstreit mit dem stolzen Uruguayer Cavani für Aufsehen und Unruhe bei seinem aus Katar finanzierten Verein sorgte. Nach einer Verletzung am Fuß ist Neymar rechtzeitig fit für den Europa-Gipfel gegen die Bayern.

«Paris hat schon ein paar Euros mehr ausgegeben als wir. Das ist ein Unterschied von vielen zwischen beiden Vereinen», bemerkte Robben. Aber Geld schieße keine Tore, behauptete der Holländer: «Qualität auf dem Platz schießt Tore. Gute Mannschaften schießen Tore.»

Zu einer guten Mannschaft zählt ein guter Torwart. Viel wird im Parc des Princes darum von Sven Ulreich abhängen, der zuletzt beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg beim ersten Gegentor böse gepatzt hatte. «Natürlich war das ein bitterer Moment für ihn. Aber Sven ist mental stark genug und wird ein gutes Spiel machen», glaubt Robben. Sonst könnte es hinterher doch wieder Fragen nach einer Packung geben.

dpa

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