
Die Krönung einer Spitzensportlerin: Birgit Prinz mit dem Weltpokal© Bongarts
HALMICH: Ich glaube, dass das einfach spannend war, Mann gegen Frau. Aber es ist schon kurios, wie man Aufmerksamkeit erzielt. Bei mir ist es mit Raab, bei ihr ist es mit dem Angebot aus Italien. Mit unserem Sport hat das nichts zu tun.
PRINZ: Eigentlich schade.
HALMICH: Die Leute wollen gern Spektakuläres.
PRINZ: Es sind halt die Mann-Frau-Vergleiche, die sie reizen. Und das ist genau das, was wir im Fußball nicht wollen.
PRINZ: Das war schon immer so, nur interessiert es plötzlich die Leute.
HALMICH: Männer sind halt physisch stärker. Steffi hat auch nie gegen Boris gespielt.
PRINZ: Trotzdem wird verglichen - und immer nur in den so genannten Männerdomänen.
HALMICH: Aber das hat mit der Qualität nichts zu tun. Wir wollen auch Frauen bleiben, uns fraulich bewegen und von der Figur her fraulich sein. Das soll sich ja gar nicht ändern.
HALMICH: Ich hatte einfach Lust dazu. Ich war längst Weltmeisterin. Es war nicht so, dass ich zeigen musste, dass ich eine Frau geblieben bin.
PRINZ: Da müsst ihr Männer euch hinterfragen und nicht wir uns.
PRINZ: Mittlerweile nicht mehr so sehr. Im Frauenfußball hat sich die Welt verändert. Das war auch schon vor der WM so. Wir werden nicht mehr abgewertet.
HALMICH: Außerdem hat jeder einen Fernseher, den er abschalten kann.
PRINZ: Eben. Wir brauchen nicht, dass jeder uns toll findet. Ich find auch nicht jede Sportart toll. Ich guck mir auch nicht rhythmische Sportgymnastik an. Deswegen ist deren Leistung trotzdem gut.
PRINZ: Dafür brauche ich nicht zu den Männern zu gehen. Das ist schon wieder so die Machoschiene: Geh mal da hin, tätschel, tätschel.
PRINZ: Ich sage ja auch nur, ich gehe nicht zu Männern, um mir technisch was abzugucken. Ich schaue mir gern mal ein Männerspiel an. Ich finde zum Beispiel taktisch gut, was da läuft. Aber ich sehe das nicht nur im Männerbereich.
PRINZ: Ich fühle mich im Frauenfußball nicht unterfordert. In der Bundesliga haben wir in Frankfurt halt eine gute Mannschaft. Dass ich deswegen sagen sollte, jetzt muss ich mit Männern spielen, fände ich ziemlich großkotzig.