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2. Januar 2009, 14:34 Uhr

Der Tod rast mit

Unfallhergang wird nur schwer zu rekonstruieren sein

Seit Jahren schon ist die Zeit der langen Zwei-Meter-Bretter vorbei. Carving heißt das Zauberwort. Wer das Fahren mit den taillierten und extrem kurzen Skiern richtig beherrscht, kommt nie wieder davon los. Aber viele meinen nur, den neuen Ski zu beherrschen. "In der Vor-Carving-Zeit war es eindeutig schwieriger, Skifahren zu erlernen", erklärt Abenthung. "Anfänger haben durch den neuen Ski bereits nach zwei, drei Tagen das Gefühl, richtig fahren zu können. Man traut sich schnell viel zu, ohne das Sportgerät wirklich zu beherrschen. Das hat dann oft fatale Folgen" - zumal, wenn der Helm fehlt.

Dieter Althaus soll ein guter Skifahrer sein. Die auf dem Weg ins Krankenhaus Gestorbene sei Sportlehrerin und ebenfalls sehr sportlich gewesen, sagte Polizei-Einsatzleiter Sigmund Schnabel am Freitag bei einer Pressekonferenz in Liezen. Die Schuldfrage lässt sich den österreichischen Behörden zufolge derzeit nicht beantworten. Auf der Piste gälten die FIS-Regeln, die gegenseitige Rücksichtnahme und das Fahren auf Sicht, hieß es. Ursache könne ein Fahrfehler ebenso wie Unachtsamkeit gewesen sein. Der genaue Unfallhergang wird nach Polizei-Angaben nur schwer zu rekonstruieren sein. "Es gibt keine Augenzeugen." Der Sicherheitsbeamte, der Althaus begleitete, und der Ehemann der getöteten Slowakin seien hinter den beiden Verunglückten hergefahren und hätten den Unfall nicht gesehen. Fakt ist: Der Tod der 42-jährigen Slowakin hätte durch das Tragen eines Helms höchstwahrscheinlich verhindert werden können.

"Ein Helm soll aus Überzeugung getragen werden"

Übrigens: Der Deutsche Skiverband (DSV) empfiehlt zwar dringend, einen Helm zu tragen, fordert aber keine Helmpflicht: "Skihelme helfen dabei, das Verletzungsrisiko beim Skifahren zu senken", gibt Andreas König, Sicherheitsexperte beim DSV, gegenüber stern.de zu. Eine Notwendigkeit für eine allgemeine Helmpflicht sieht König aber nicht: "Ein Helm soll aus Überzeugung getragen werden, nicht aus Zwang." Und dann kommen solche Zahlen dabei heraus: Bei Skifahrern über 15 Jahren tragen nach DSV-Erkenntnissen nur 23 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen einen Helm.

Nach Angaben des DSV (Stand: 2007/2008) werden jedes Jahr 6.000 Kopfverletzungen behandelt, mehr als 80 Prozent davon könnten durch einen Helm vermieden werden. Umso verwunderlicher, dass der deutsche Verband auf seiner Position beharrt. Haben doch die Wintersportunfälle mit Schwerstverletzten insgesamt eine ähnliche Dimension wie bei Motorradunfällen im Sommer erreicht. Der Althaus-Unfall dient dafür als Beleg.

Mitarbeit: Thomas Krause und Niels Kruse

Von Klaus Bellstedt
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