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26. Juni 2007, 07:41 Uhr

Hat Verbands-Vize Doping im Radsport unterstützt?

Der Dopingsumpf in Deutschlands Radsportszene wird offenbar immer tiefer. Der Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer, ein Rennarzt und ein selbst ein Dopingkontrolleur sollen einem ARD-Bericht zufolge an den illegalen Methoden beteiligt gewesen sein.

Dopingsumpf: Der Radsport in Deutschland kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus© Jens Büttner/dpa

Gegen Udo Sprenger, Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), sind massive Dopingvorwürfe erhoben worden. Das berichtet das ARD-Politmagazin "Report Mainz". Der Funktionär soll nach Aussagen eines ehemaligen Betreuers als Manager und Sportlicher Leiter des Teams Nürnberger jahrelanges Doping in der Mannschaft geduldet und unterstützt haben. "Report Mainz" liegt nach eigenen Angaben eine entsprechende Eidesstattliche Versicherung vor. In der Sendung, die am Montagabend ausgestrahlt werden sollte, bestritt Sprenger die Vorwürfe: "Die ARD-Informationen sind mit Sicherheit falsch." Die Zeugen würden "lügen". Sprenger ist Chef des Organisationskomitees der deutschen Straßenmeisterschaften am Wochenende in Wiesbaden.

Teammanagement soll von Doping gewusst haben

In dem Fernsehbeitrag wird der frühere Betreuer mit den Worten zitiert: "Während meiner Zeit beim Team Nürnberger wurde Doping aktiv praktiziert. Dies geschah und wurde praktiziert im Auftrag der Mannschaftsleitung." Zur Finanzierung dieser Dopingpraktiken habe es "schwarze Kassen" gegeben, "die aus den Startgeldern für bestimmte Rennen generiert wurden". Diese Kassen habe der damalige Teammanager Sprenger verwaltet.

Der Informant erklärte in der Eidesstattlichen Versicherung dem ARD-Politmagazin: "Ich war live dabei, wie Medikamentenabrechnungen mit ihm abgerechnet wurden." Auch ein zweites ehemaliges Mitglied des Teams Nürnberger bestätigte in einer schriftlichen Erklärung das Doping in der Mannschaft mit Wissen des Teammanagements.Vorwürfe gibt es laut "Report Mainz" auch gegen einen im Auftrag des BDR tätigen Dopingkontrolleur. Der Mediziner Roland Müller soll zu DDR-Zeiten das systematische Doping als Radsport-Verbandsarzt der DDR umgesetzt haben. Dies gehe aus Akten des DDR-Geheimdienstes hervor. Müller wollte laut "Report Mainz" keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben.Ferner wird der für den BDR als Rennarzt arbeitende Heinz Löbl vom früheren DDR-Bahnradfahrer Uwe Trömer beschuldigt, ihm regelmäßig Dopingmittel gespritzt zu haben. Darauf habe er den BDR mehrfach aufmerksam gemacht, ohne dass der BDR Konsequenzen gezogen habe, so Trömer. Löbl wies alle Dopingvorwürfe zurück. Ein Interview mit "Report Mainz" lehnte er jedoch ab.
DPA
 
 
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