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3. Mai 2009, 14:16 Uhr

Viel Schweiß und Herzblut

Die Zeit wird knapp: Dirk Nowitzki will nach zehn Jahren in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA mit den Dallas Mavericks endlich den heiß ersehnten Titel gewinnen. Es gibt nur ein Problem - der nächste Gegner sind die Denver Nuggets. Ein ehemaliger Superstar gibt Dallas keine Chance. Von Steven Jörgensen

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Der Traum vom Titel: Dirk Nowitzki will mit Dallas das Unmögliche möglich machen© Larry W. Smith/DPA

Basketball-Star Dirk Nowitzki weiß, dass ihm die Zeit wegrennt. Nach zehn Jahren in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA und weniger als zwei Monate vor seinem 31. Geburtstag ist klar: Die ersehnte NBA-Meisterschaft muss bald her, sonst droht ihm das Schicksal von Superstars wie Charles Barkley, John Stockton und Karl Malone, die ohne einen Titel abtraten.

"Ich habe schon sehr viel erreicht in meiner Karriere", sagt Nowitzki. "Ich wurde als erster Europäer zum wertvollsten Spieler der NBA gewählt. Das hätte ich vorher nie erwartet. Doch falls ich keinen Titel gewinnen sollte, würde doch ein Makel bleiben."

Umso erleichterter waren er und seine Dallas Mavericks, dass nach zwei verschenkten Jahren zumindest die erste Play-off-Runde überstanden wurde. Gegen den ewigen Rivalen San Antonio Spurs gewann man deutlich mit 4:1. "Das war ein großer Schritt für uns", sagte Nowitzki nach dem Sieg im fünften Spiel der Serie.

Die Dallas Mavericks sind so weiter im Rennen um den NBA-Titel. Nächster Gegner sind nun die an Position zwei gesetzten Denver Nuggets. "Wir sind wie gegen San Antonio der Außenseiter", sagt Nowitzki. "Denver spielt derzeit phänomenal. Wahrscheinlich sogar besser als die an eins gesetzten Los Angeles Lakers. Das wird eine ganz harte Serie."

Sieg in den Rocky Mountains muss her

Sie beginnt am Sonntag um 21.30 Uhr deutscher Zeit im Pepsi Center in Denver. Gespielt wird im Modus "Best-of-seven" - wer zuerst vier Siege hat, kommt weiter. Die Nuggets haben den Heimvorteil, vier der möglicherweise sieben Partien finden in Denver statt. Für Dallas heißt das: Mindestens einen Sieg muss man in den Rocky Mountains stehlen.

"Auswärts fehlten uns meist Härte und Selbstvertrauen", sagt Nowitzki, dessen Mavericks während der regulären Saison nur 18 von 41 Partien in der Halle des Gegners gewannen. "Aber die Eigenschaften haben wir gegen San Antonio gezeigt. Die zwei Auswärtssiege haben uns Selbstvertrauen gegeben."

Gegen Dallas spricht: Die Nuggets siegten diese Saison in allen vier direkten Duellen. Dabei erzielte Denver im Schnitt 102 Punkte (bei 45,5 Prozent Trefferquote), Dallas kam nur auf 97,8 Zähler (38,2 Prozent). Was Dallas Hoffnung macht: In drei der vier Spiele betrug der Vorsprung am Ende drei oder weniger Punkte.

Barkley gibt Dallas keine Chance

NBA-Legende Charles Barkley schreibt Dallas dennoch ab: "Ich sehe Denver vorn. Ich liebe die Mavericks, aber gegen die Nuggets haben sie keine Chance. Für mich ist Denver die einzige Mannschaft, die den Lakers im Westen gefährlich werden kann. Sie sind talentiert und groß, haben eine gut besetzte Bank. Zudem haben sie mit Chauncey Billups jetzt einen Anführer."

Für Denver war der Erst-Runden-Erfolg gegen New Orleans das Ende einer langen Durststrecke. 1994 erreichten die Nuggets zuletzt das NBA-Viertelfinale. "Die Last, die hier von allen abfiel, war riesig", sagt Spielmacher Billups. "Alle redeten in Denver vom Überstehen der ersten Runde, aber ich habe höhere Ziele. Dies ist nur der erste Schritt."

Das hoffen auf der anderen Seite auch Nowitzki und die Mavericks. 2006 stand man zuletzt im Viertelfinale. Damals hatte Dallas im Conference Finale - dem Halbfinale der NBA - des Westens San Antonio besiegt. Danach folgte Nowitzkis Finaltrauma.

Nowitzki nach Finalpleite verhöhnt

Nach 2:0-Führung in der Serie gegen die Miami Heat verschenkte Dallas die große Chance auf den NBA-Titel. Vier Begegnungen gingen in Folge verloren. Miamis Superstar Dwyane Wade verhöhnte Nowitzki als Schwächling und schlechten Anführer. Diese Niederlage hinterließ Spuren. "Da waren wir ganz nah dran", sagt Nowitzki.

In den darauf folgenden Jahren verlor Dallas jeweils in Runde eins. Zunächst schieden die Mavericks 2007 als bestplatzierte Mannschaft der Vorrunde sensationell gegen den Achten Golden State aus. Vergangenes Jahr folgte dann eine Pleite gegen die New Orleans Hornets.

Es folgte ein wichtiger Schritt für Nowitzki. Dallas entließ Trainer Avery Johnson. Mit ihm hatte es zum Schluss Meinungsverschiedenheiten über die Spielweise der Mavericks gegeben. "Mit Avery konnte man nicht immer reden", sagt Nowitzki. Der neue Trainer wurde Rick Carlisle. "Er passte sofort gut", sagt Nowitzkis Trainer Holger Geschwindner. "Carlisle kam sogar nach Deutschland, um sich vorzustellen. Zudem liebt er, wie Dirk und ich, Musik. Da haben wir gleich eine Jam Session gemacht."

Mit ein Grund, warum Nowitzki nicht an einen Wechsel denkt. Andere Mannschaften haben zwar bessere Chancen auf eine NBA-Meisterschaft, doch der Deutsche sagt: "Es wäre nicht dasselbe, wenn ich woanders den Titel holen würde. Hier in Dallas habe ich so viel Schweiß und Herzblut hineingesteckt. Und ich möchte möglichst hier zu Ende bringen, was ich begonnen habe." So hoffe er, dass sein Körper "noch fünf, sechs Jahre mitspielt."

Von Steven Jörgensen
 
 
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