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Diese Läufer siegten auf der Strecke durch die Hauptstadt

Auf regennasser Strecke und bei hohe Luftfeuchtigkeit liefen die Kenianer Kipchoge und Cherono den anderen Läufern des Berlin-Marathons davon. Trotz beendeten Wettkampfs halten die Einschränkungen für die Bürger an.

Teilnehmer des 44. Berlin-Marathon laufen auf das Brandenburger Tor zu

Teilnehmer des 44. Berlin-Marathon laufen auf das Brandenburger Tor zu

Der Olympiasieger Eliud Kipchoge konnte sich nach seinem Sieg 2015 erneut beim Berlin-Marathon durchsetzen. Dennoch verpasste der 32-jährige Kenianer knapp den Weltrekord. Auf regennassem Asphalt und bei hoher Luftfeuchtigkeit lief er die 42,195 Kilometer in 2:03:32 Stunden und blieb damit 35 Sekunden hinter der Bestzeit seines Landsmannes Dennis Kimetto, die dieser vor drei Jahren in Berlin aufgestellt hatte.

Zweiter nach 42,195 Kilometern wurde überraschend der Äthiopier Adola in 2:03:46 Stunden vor seinem Landsmann Mosinet Geremew (2:06:09). Noch nie war ein Debütant auf einer rekordkonformen Strecke schneller. Der deutsche Hoffnungsträger Philipp Pflieger musste hingegen nach Schwächeanfällen aufgeben und war am Boden zerstört. Nachdem er an der Seitenbegrenzung mehrmals auf die Knie gesunden war, endete der für den Regensburger bei Kilometer 33. "Das ist extrem bitter", sagte der 30-Jährige, "das war so, als wenn mir jemand den Stecker gezogen hätte."

Jubel und Preisgeld für Anna Hahner

Für Anna Hahner lief es deutlich besser. Bei ihrem ersten Marathon seit Olympia in Rio kam sie als Fünfte in 2:28:32 Stunden ins Ziel. Damit knackte die 27-Jährige vom Team RUN2SKY die Norm für die Leichtathletik-EM 2018 in Berlin. Oben drauf gab es 10.000 Euro. Ihre Zwillingsschwester Lisa war beim Kapstadt-Marathon vor einer Woche ausgestiegen. Als Siegerin in sehr guten 2:20:23 Stunden kassierte auch die Kenianerin Gladys Cherono einen Scheck über 40.000 Euro.

Marathon-Sieger war am 6. Mai den schnellsten Marathon überhaupt gelaufen - allerdings unter Laborbedingungen auf dem Formel-1-Kurs in Monza. Beim "Breaking2"-Projekt seines Ausrüsters Nike spulte er die Distanz in 2:00:25 Stunden ab. Wissenschaftler hatten danach berechnet, dass diese nicht als Weltrekord anerkannte Superzeit in etwa 2:02 Stunden auf einem regulären City-Kurs entspricht. Doch für eine solche Zeit spielte das Berliner Wetter diesmal nicht mit.

Streckensperrungen bis Montag

Dass der 44. Marathon in Berlin und die Bundestagswahl 2017 ausgerechnet auf den gleichen Sonntag fielen, dürfte den Gang zum Wahllokal für einige Berliner erschwert haben. Anwohner konnten sich auf einer interaktiven Karte über mögliche Streckenquerungen informieren. Am Sonntagnachmittag wurden zahlreiche Sperrungen bereits wieder aufgehoben, Einschränkungen gibt es noch im Bereich um den Tiergarten. Die Straße des 17. Juni wird auch am Montag, dem 25. September, noch gesperrt bleiben. 

Auch mehrere TV-Sender mussten aufgrund des Marathons umplanen: Sie können nicht wie üblich von der Scheidemannstraße, der Reichstagswiese und der Paul-Löbe-Allee aus über die Bundestagswahl berichten. Als Ersatz soll den Übertragungswagen von sieben Sendern der Washingtonplatz am Berliner Hauptbahnhof dienen. Probleme hatten in erster Linie ausländische TV-Sender, die keine Dauerakkreditierung besitzen. 

fri/DPA

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