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Powerfrau mit Zitterarm

Am Wochenende beginnt die Biathlon-WM, und eine Deutsche könnte zum Superstar der Spiele werden: Magdalena Neuner. Die 1,65 Meter große "Turbo-Magda" greift gleich zum Auftakt nach Gold. Es gibt nur ein Problem: das Gewehr.

Zwei Junioren-Titel im Gepäck, Geburtstags-Gold im Visier: Magdalena Neuner ist bei der WM in Östersund (8. bis 17. Februar) zu neuen Großtaten bereit. Ihre drei Siege beim WM-Debüt vor einem Jahr in Antholz machten die Wallgauerin, die am Tag des Auftaktsprints 21 Jahre alt wird, vom Nobody zur "Gold-Lena", zum Publikumsliebling und schließlich sogar zur deutschen Sportlerin des Jahres.

"Die Antholz-WM wird immer in meinen Gedanken bleiben. So etwas hake ich nicht einfach ab. Natürlich würde ich sehr gerne an meinem Geburtstag wieder eine Medaille im Sprint gewinnen", sagt Magdalena Neuner. Die inzwischen mit acht Weltcup-Triumphen in der Weltelite etablierte Strahlefrau räumt aber sofort ein: "Es wäre doch blöd, wenn ich mir für Östersund wieder drei Siege vornehmen würde. So etwas Besonderes kann ich nicht immer schaffen". Aber versuchen wird sie es doch, die 1,65 Meter große Powerfrau vom Karwendel-Massiv.

Perfekt trainiert

Die zwei Goldmedaillen bei der jüngsten Junioren-WM in Ruhpolding (WM-Titel Nummer 6 und 7 als Juniorin) sind Kampfansage genug für ihre Konkurrentinnen. Die mussten zudem registrieren, dass die derzeit schnellste Läuferin im Biathlon-Zirkus trotz etlicher Schießfehler mit Minutenvorsprung dominierte. "Die Ruhpoldinger Siege haben mir natürlich zusätzlich Auftrieb gegeben. So gesehen war es gut, dass ich mich zum Start habe überreden lassen", sagt Neuner im Rückblick auf die beiden zunächst nicht eingeplanten Starts im Chiemgau.

Unmittelbar danach düste sie zu Bundestrainer Uwe Müssigang ins Vorbereitungscamp Solleftea drei Autostunden östlich vom WM-Ort in Mittelschweden. Bei herrlichem Winterwetter mit Temperaturen um minus 10 Grad habe sie in den letzten Tagen perfekt trainiert, sei gesund, bestens vorbereitet und voll motiviert, richtete Magdalena Neuner vor ihrer für Mittwoch avisierten Auto-Tour Richtung Östersund aus.

Björndalen spricht Kompliment aus

"Die läuferische Form stimmt. Und mit dem Schießen müsste es bei der WM auch wieder besser gehen. Ich weiß doch, dass ich es kann." In der aktuellen Saison zeigte das die Zollhauptwachtmeisterin freilich zu selten. Speziell etliche Fehler in der Wackeldisziplin Stehendschießen verhinderten mehrfach Neuners Sprung auf das Siegerpodest. "Beim Schießen war ich schon ziemlich mittelmäßig", räumt sie ein. Und: "Sicher werde ich nie so perfekt wie der Björndalen. Aber ein wenig von seiner Perfektion hätte ich schon gerne."

Ole Einar Björndalen gibt kurz vor dem WM-Auftakt das Kompliment artig zurück. Sie sei "das Wunderkind", sagt der Norweger in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe). Es sei "unglaublich, was sie von der Geschwindigkeit her leistet. Von der Substanz, von der Kraft, das ist selten bei einer Frau zu sehen", erklärt der 80-malige Weltcup-Gewinner.

Traum von der Mixed-Staffel

An der Perfektion Björndalens arbeitet die von Coach Müssiggang als "leidenschaftlich im Training" bezeichnete deutsche Frontfrau mit vollem Ehrgeiz. Gut sei es schon, so erzählt die lebenslustige Bayerin freimütig, wenn sich nach Erfolgen auch mal wieder Niederlagen einstellen. "Da kommt man nicht in Gefahr, den Boden unter den Füßen zu verlieren." Für Östersund aber ist ein Höhenflug geplant. Möglichst mit einem Geburtstags-Sprint zum Gold und dem Debüt in der Mixed-Staffel: "Das ist so ein toller Wettbewerb. Da würde ich zu gerne einmal mitmachen."

Klaus Bellstedt mit sid/DPA

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