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22. Mai 2007, 17:57 Uhr

Nächster Ex-Telekom-Profi packt aus

Nach dem Geständnis von Ex-Rad-Profi Bert Dietz, räumt nun auch sein damaliger Team-Kollege Christian Henn ein, das Blutdopingmittel Epo benutzt zu haben. Seine Zeit beim damaligen Team Telekom bezeichnet er als "schlimmste seines Lebens".

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Auch Christian Henn, jetzt Sportliche Leiter beim Team Geroldsteiner, war früher Epo-Sünder© Gero Breloer/EPA

Nach dem ehemaligen Telekom-Profi Bert Dietz hat auch dessen früherer Teamkollege Christian Henn eingestanden, in seiner Radsport-Laufbahn jahrelang das Blutdopingmittel Epo benutzt zu haben. "Ich bin mitbetroffen", sagte Henn im "Kölner Stadt-Anzeiger". Der "Frankfurter Rundschau" sagte er zudem, "dass das, was Bert Dietz gesagt hat, zum größten Teil der Wahrheit entspricht". Dietz hatte in der ARD-Sendung "Beckmann" Dopingmissbrauch zugegeben und dabei auch die Freiburger Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid schwer belastet.

Henn sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", der Doping-Missbrauch habe sich auf die Zeit von 1995 bis zu seinem Karriereende 1999 erstreckt. "Die Zeit war so, sonst hätte man nicht vernünftig mitfahren können. Es ging nur hopp oder top", so der heutige Sportliche Leiter beim Team Geroldsteiner. Er bezeichnete die Jahre als "die schlimmste Zeit meines Lebens". Danach sei ihm klar gewesen, so Henn in der "Frankfurter Rundschau", "wenn ich noch einmal im Radsport eine Tätigkeit aufnehme, dann nur ohne Doping". Laut "Stadt-Anzeiger" wollte Henn nur über sich reden und keine Angaben darüber machen, woher er Epo bekommen und wie er es sich zugeführt hatte.

Was passiert mit Rolf Aldag

Im Nachrichtensender N24 bekräftigte unterdessen T-Mobile-Kommunikationschef Christian Frommert, dass ein Ausstieg der Telekom aus dem Radsport-Sponsoring nicht in Frage komme. Schon vor einigen Monaten hatte sich der Konzern bis 2010 als Sponsor beim Team fest verpflichtet. "Wir sind seit einem Jahr mit unserem Anti-Doping-Kurs auf einem geraden Weg. Wir haben vor, den weiter zu gehen", sagte Frommert. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), forderte Athleten "auch aus anderen Sportarten" auf, dem Dietz-Beispiel zu folgen und reinen Tisch zu machen. Endlich habe ein Sportler "den Bann des Schweigens" gebrochen. In nächster Zeit soll es ein Gespräch zwischen DOSB und Dietz geben.

Harte Zeiten kommen derweil wohl auch auf den neuen T-Mobile-Teamchef Rolf Aldag zu. "Wir sind gerade bei einer Klärung. Es wird von uns im Laufe der Woche - nicht mehr heute - eine klare Geradeaus-Reaktion geben", sagte Teamsprecher Stefan Wagner. Aldag, der zuletzt geleugnet hatte, von der offensichtlich Flächen deckenden Doping-Praxis in den 90er Jahren etwas mitbekommen zu haben, war für den Neuanfang nach dem Ullrich- Eklat zum Teamchef der "neuen" T-Mobile-Mannschaft gemacht worden. Teamarzt Lothar Heinrich, dem Dietz wie zuvor der Ex-Betreuer Jeff d'Hont aktives Doping vorwarf, wurde bizzarerweise an die Spitze der neuen, strengen Anti-Doping-Bewegung im Bonner Team gestellt.

Klaus Bellstedt mit DPA/AP

KOMMENTARE (1 von 1)
 
Cairol (23.05.2007, 02:45 Uhr)
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Die Telekom sollte ihr Geld lieber anders investieren als in die Leistungsschau der Pharmaunternehmen denn mehr ist der Radsport nicht. Ich hoffe das wenigstens die ARD und das ZDF ihr Geld anders investieren und in den nächsten Jahren keine Übertragung der Tour mehr senden, schon gar nicht in diesem Jahr.
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