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Schenk belastet weiteren Freiburger Arzt

Nach stern.de-Informationen wirft die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer Sylvia Schenk dem Freiburger Arzt Olaf Schumacher vor, an der Vertuschung eines möglichen Dopingfalls beteiligt gewesen zu sein. Auch innerhalb des BDR gebe es Mitwisser.

Von Tim Farin und Christian Parth

  • Tim Farin

Die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) Sylvia Schenk hat im Zuge der aktuellen Doping-Diskussion einen weiteren Arzt des Freiburger Universitätsklinikums sowie wichtige Funktionäre des BDR schwer belastet. "Dr. Olaf Schumacher hat mindestens in einem Fall daran mitgewirkt, dass einem Verdacht auf Einnahme von Epo nicht nachgegangen worden ist." Schenk wirft dem BDR-Verbandsarzt vor, 2004 daran mitgewirkt zu haben, auffällige Blutwerte des Bahnrad-Olympiateilnehmers und Ex-Weltmeisters Christian Lademann vor ihr als BDR-Chefin und der Nationalen Antidopingagentur (Nada) geheim gehalten zu haben.

Bei einer Untersuchung vom 8. Juni 2004 hatte ein Blutwert von Lademann auffällige Abweichungen zu seiner Norm gezeigt. Sein betreuender Arzt Schumacher meldete den Vorfall zwei Tage später an Bundestrainer Bernd Dittert, der wiederum informierte mehrere Tage später BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer. Dieser setzte sich mit dem Freiburger Mediziner in Verbindung und erfuhr, dass ein Verdacht auf Anwendung von Epo oder verwandter Substanzen nahelag. Laut einem internen Protokoll des BDR fragte Bremer den Arzt Schumacher daraufhin, "ob wir gegen den Sportler rechtliche Schritte und/oder ein Verfahren einleiten können und die Untersuchungswerte des Arztes als Beweismittel anwendbar seien". Nach Bremers Aussage verneinte Schumacher dies. Stattdessen entschied man sich gemeinsam, den Fall intern mittels Kontrolle der Blutwerte zu beobachten. Lademann nahm - mit mäßigem Erfolg - an den Olympischen Sommerspielen in Athen teil. Erst danach erfuhr die damalige BDR-Präsidentin von dem Vorfall. Es gab daraufhin heftige verbandsinterne Auseinandersetzungen, die letztlich sogar in Schenks Demission endeten.

Schenk empört sich noch heute: "Es kann nicht sein, dass der Verdacht auf Epo-Doping auf dem kleinen Dienstweg verheimlicht wird." Damit kritisiert Schenk den Bundestrainer ebenso wie den Sportdirektor und den Mediziner. Damals hätten "sämtliche Alarmglocken schrillen und die Präsidentin informiert werden müssen". Ein Schreiben der Nada vom 21. September 2004 bestätigt Schenk in ihrer Ansicht: "Es kann unter keinem Gesichtspunkt hingenommen werden, dass der Dopingverdacht, der bei der routinemäßigen Untersuchung im Juni 2004 aufgetreten ist, der Nada nicht zur Kenntnis gebracht worden ist."

Schumacher weist Vorwürfe zurück

Olaf Schumacher weist die Vorwürfe entschieden zurück: "Es gab keinen Grund, daraus einen Vorgang zu machen." Es stimme zwar, dass es sich um einen Blutwert handelt, der dann erhöht ist, wenn das Dopingmittel Epo abgebaut wird. Der Wert habe aber nicht über dem Grenzwert gelegen. Deswegen sei es auch für den Verband nicht nötig gewesen, den Fall frühzeitig bei der Nada anzuzeigen. Nach der strittigen Probe habe es vier Untersuchungen gegeben, die keine Auffälligkeit zeigten. Obwohl Schumacher sagte, dass der Fall längst aus der Welt sei, bekräftigte die Nada auf Anfrage von stern.de: "Die Nada hat die Vorwürfe nie zurück genommen."

Der Leiter der Abteilung für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin in Freiburg, Hans-Hermann Dickhuth, sagte: "Verdächtigungen in diesem Fall lehne ich strikt ab. Herr Schumacher hat sich zu jeder Zeit absolut korrekt verhalten."

Schenk hingegen verweist auf ein Anti-Doping-Konzept des BDR, das derzeit vom Verband nochmals bestärkt wird. Dieses Konzept sieht eine Suspendierung von Sportlern mit auffälligen Werten vor, selbst wenn kein Doping vorliegt. "Diese Sensibilität hätte Herr Schumacher damals bereits haben müssen, zumal er ein Experte auf dem Feld des Blutdopings ist", sagt Schenk. Sie habe seinerzeit kein Vertrauen mehr in die Freiburger Mediziner gehabt und frage sich, wie diese Mediziner glaubwürdig einen Neuanfang im Anti-Doping-Kampf schaffen solle.

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