Nadal greift nach seinem achten Titel

7. Juni 2013, 18:18 Uhr

Was für ein Tennisdrama: Rafael Nadal zieht zum achten Mal ins Finale der French Open ein. In einem Fünf-Satz-Krimi besiegte der Spanier seinen serbischen Rivalen Novak Djokovic.

Tennis, French Open, Paris, Nadal, Djokovic

Triumph in fünf Sätzen: Rafael Nadal hat in Paris die Möglichkeit, Tennisgeschichte zu schreiben©

Titelverteidiger Rafael Nadal hat in Paris ein großartiges Duell der Tennis-Giganten gegen Novak Djokovic gewonnen und greift nach seinem achten French-Open-Titel. Damit strebt der spanische Sandplatzkönig nach dem 6:4, 3:6, 6:1, 6:7 (3:7), 9:7 über den Weltranglisten-Ersten einen Rekord an: Noch nie konnte ein Spieler so oft beim selben Grand-Slam-Turnier triumphieren. "Es ist etwas ganz Besonderes für mich, hier auf diesem Platz zu spielen, besonders nach meiner langen Verletzungspause. Novak wird in einem anderen Jahr hier gewinnen, er ist ein großer Champion", sagte der Weltranglisten-Vierte direkt nach seinem ersten Jubel.

Der 27-Jährige kann zum insgesamt zwölften Mal eines der vier wichtigsten Turniere gewinnen. Djokovic konnte sich dagegen nicht für die letztjährige Niederlage im Endspiel revanchieren. Damit fehlen ihm die French Open auch weiterhin als einziges Turnier in seiner Grand-Slam-Titelsammlung.

Dramatische Szenen im fünften Satz

Vier Jahre nach seiner bislang einzigen Pariser Niederlage gegen den Schweden Robin Söderling sah es für Nadal beim 2:4 im fünften Satz nicht gut aus. Doch als Djokovic bei einem verwandelten Schmetterball das Netz berührte, bescherte er seinem Dauerrivalen einen Breakball - wenig später war beim 4:4 alles wieder offen, immer noch gelangen beiden fantastische Schläge. Nadal hatte nach 4:37 Stunden das bessere Ende für sich, als Djokovic beim ersten Matchball eine Vorhand zu lang geriet.

Am Schluss von Satz vier hatte schon alles auf einen erneuten Final-Einzug des Mallorquiners hingedeutet, der beim 6:5 und 30:15 mit eigenem Aufschlag nur zwei Punkte vom Sieg entfernt war. "Ich wusste, das wird ein schwieriges Spiel, denn Novak ist ein Fighter", erklärte Nadal. Die Nummer eins kniete sich noch einmal voll hinein, schaffte zum zweiten Mal ein Rebreak und dominierte den Tiebreak. Nadal zeigte Wirkung und verlor im entscheidenden Satz sofort sein Service, bewies aber seinerseits enormen Kampfgeist und triumphierte am Ende mit 9:7 im entscheidenden Durchgang.

Finale gegen Ferrer

Anschließend zog Nadals spanischer Landsmann David Ferrer mit 6:1, 7:6 (7:3), 6:2 über Jo-Wilfried Tsonga im sechsten Versuch in sein erstes Grand-Slam-Endspiel ein. "Im Finale von Roland Garros zu stehen, ist ein Traum", sagte der 31-Jährige. Lokalmatador Tsonga verpasste es, als erster Franzose seit Henri Leconte 1988 um den Titel zu spielen. Der bislang letzte Heimsieg durch Yannick Noah liegt sogar schon 30 Jahre zurück.

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