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Schwächephase kostet DHB-Team die Sensation gegen Spanien

Gegen den Favoriten Spanien lieferte das DHB-Team einen aufopferungsvollen Kampf. Doch binnen weniger Minuten holte Spanien den Vorsprung heraus, der letztendlich zum Sieg über das deutsche Team reichte.

Handball-EM: Deutschland-Spanien

Das DHB-Team um Erik Schmidt (l.) mühte sich letztlich vergeblich gegen Viran Morros de Argila (M.), Gedeon Guardiola (r.) & Co. aus Spanien

Großer Kampf, aber keine Belohnung: Die deutschen Handballer haben am Samstag in Breslau bei der EM in Polen ihr Auftaktspiel gegen den Gruppenfavoriten Spanien mit 29:32 (15:18) verloren. Vor rund 5000 Zuschauern kostete eine siebenminütige Schwächephase zwischen dem 10:10 (16.) und dem 11:18 (23.) die junge deutsche Mannschaft einen möglichen Punktgewinn gegen den zweimaligen Weltmeister. Beste deutsche Torschützen waren Christian Dissinger mit sechs und Tobias Reichmann mit fünf Treffern.

Nach einem spielfreien Tag ist am Montag (20.30 Uhr/ARD) Schweden der nächste Gegner. Mit einem Sieg hätte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gute Chancen auf das Erreichen der Hauptrunde.

Aufmunterungen via Twitter

Vor der Partie schickten die verletzten Patrick Groetzki und Uwe Gensheimer ihren Teamkollegen Mutmacher-Botschaften über die sozialen Netzwerke. "Lasst es EUER Turnier werden Jungs! Ich glaube an jeden Einzelnen von euch", schrieb Rechtsaußen Groetzki via Kurznachrichtendienst Twitter. Der 26-Jährige fehlt in Polen wegen eines Wadenbeinbruchs.

Der wegen Wadenproblemen und einer Reizung der Achillessehne ausgefallene Kapitän Gensheimer schrieb auf Facebook: "Raffi (Steffen Weinhold) ist ein mehr als würdiger Vertreter, in euch steckt ein riesiges Potenzial, und ich weiß, ihr seid heiß darauf, es zu zeigen", postete der Linksaußen von den Rhein-Neckar Löwen, der zum Daumendrücken in die Halle gekommen war.

Hey Männer,Neben anderen wichtigen Ausfällen, kann ich euch leider nicht als Kapitän aufs Feld führen. Doch all das zä...

Posted by Uwe Gensheimer on Samstag, 16. Januar 2016

Angesichts der Statistik waren die Aufmunterungen auch nötig. Von 20 Spielen bei Olympischen Spielen, WM, EM und Qualifikationen dafür seit 1992 hatte die DHB-Auswahl lediglich vier gewonnen. Auch die Gesamtbilanz las sich mit 24 Siegen in 60 Spielen kaum besser.

Der Spielfaden riss

In den ersten 15 Minuten sah auch Gensheimer, dass die deutsche Mannschaft alle Statistiken Lügen strafen wollte. Vom 1:0 (1.) lag das DHB-Team bis zum 6:4 (6.) vorn. Die Spanier nahmen eine Auszeit und drehten die Partie. Die deutsche Mannschaft aber war vom 6:7 (9.) unbeeindruckt und übernahm mit 9:7 (12.) wieder die Führung.

Danach riss der Spielfaden, im Angriff gingen die Bälle reihenweise verloren. Es fehlte an Präzision beim Torwurf und bei den Abspielen.
Ein ums andere Mal wurde das mit knapp 25 Jahren mit Abstand jünsgte Team ausgekontert. Obendrein bekamen die Torhüter Carsten Lichtlein und zunächst auch der für ihn eingewechselte Andreas Wolff im Gegensatz zu Spaniens Arpad Sterbik keinen Ball zu fassen. Nach 24 Minuten lief die DHB-Auswahl einem hoffnungslos scheinenden 11:18 hinterher.

DHB-Team nutzte Überzahl nicht

Danach nahmen die deutschen Spieler ihr Kämpferherz in die Hände.
Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse: Erst verkürzte der WM-Siebte auf 15:18 (30.), dann kassierten die Spanier binnen weniger Sekunden zwei Zeitstrafen, und zusätzlich sah Jorge Maqueda Rot wegen grober Unsportlichkeit. Der Rückraumspieler warf dem deutschen Kapitän Weinhold einen Freiwurf aus Nahdistanz direkt ins Gesicht.

Allerdings konnte das DHB-Team die Überzahl zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht nutzen. Die routinierten Spanier wehrten auch dank Sterbik immer wieder die deutschen Bemühungen ab, wenigstens noch ein Unentscheiden zu erreichen und einen Punkt zu gewinnen.

tkr/Martin Kloth/DPA
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