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Handball-Star Reichmann: "Die Spanier kochen auch nur mit Wasser"

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht im Finale der EM. Nun geht es gegen Spanien um Gold. Leistungsträger Tobias Reichmann erzählt im Interview, warum er keine Angst vor dem Endspiel am Sonntag hat.

Tobias Reichmann glänzte im Halbfinalspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Norwegen

Tobias Reichmann glänzte im Halbfinalspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Norwegen

Das EM-Wunder der deutschen Handballer geht weiter. Mit einem Sieg gegen Norwegen zog die junge Mannschaft ins Finale ein. Nun winkt der erste Titel seit neun Jahren. Den Protest, den Norwegen nach Ende des Spiels eingelegt hatte, hat das Land mittlerweile zurückgezogen. Die deutschen Spieler können sich in aller Ruhe auf das Endspiel vorbereiten.

Norwegen hatte seinen Protest damit begründet, dass nach dem Treffer von Kai Häfner wenige Sekunden vor der Schlusssirene zum 34:33 zu viele Spieler - darunter zwei Torhüter - auf dem Parkett gewesen sind. Dieser Wechselfehler hätte mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet werden müssen. Der deutsche Delegationsleiter hatte den Einspruch als aussichtslos bezeichnet.

Handball-Star Tobias Reichmann: "Glücklich und stolz"

Tobias Reichmann war einer der Sieggaranten Erfolg der deutschen Handballer gegen Norwegen. Der Rechtsaußen vom polnischen Meister KS Vive Kielce verwandelte alle sieben Siebenmeter, traf insgesamt zehnmal und hatte eine Quote von 100 Prozent. Im Interview erzählt Reichmann, was ihm vor dem Aufeinandertreffen mit Spanien durch den Kopf geht:


Herr Reichmann, die Mannschaft ist ins Finale der Europameisterschaft eingezogen. Hätten Sie gedacht, dass es auch bei Ihnen persönlich so gut läuft?

Ich wusste, dass es etwas Besonderes wird, in Polen zu spielen. Dass es so gut läuft, ist ein Ergebnis der ganzen Mannschaft. Ich bin super froh, dass die Siebenmeter so gut reingehen. Aber da muss ich mich auch bei den Kreisläufern bedanken, dass sie sich immer so reinhauen und die Siebenmeter rausholen. Ich bin einfach glücklich damit, ihre Aktionen dann zu belohnen.


Man hatte den Eindruck, dass es gegen Norwegen nicht so locker ging wie sonst. Woran lag das?

Wir waren wirklich etwas verkrampfter, weil wir wussten, dass es ein 50:50-Spiel ist. Denn die Norweger sind wie wir als Überraschungsmannschaft ins Halbfinale gekommen. Da wollten wir vielleicht noch weniger Fehler machen. Ich war auch nervös vor dem Spiel. Am Ende haben wir kühlen Kopf bewahrt. Wir hatten ein paar Glückpunkte mehr.


Jetzt kommt das Finale gegen Spanien. Der Bundestrainer hat versprochen, dass dann eine weniger verkrampfte Mannschaft auf dem Feld steht. Wie könnt Ihr das schaffen?

Wir haben nichts zu verlieren. Wir sind einfach glücklich und stolz, dass wir das Finale erreicht haben. Jetzt haben wir noch einmal 60 Minuten gegen Spanien. Aber die kochen auch nur mit Wasser.

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Interview: DPA
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