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"Ich hab es doch nur gut gemeint"

Deutschlands Vorzeigereiterin Isabell Werth kämpft verzweifelt um ihre Reputation. Im Interview äußerst sich die Amazone über den positiven Dopingbefund in der A-Probe ihres Nachwuchspferdes Whisper und zu ihrer sofortigen Suspendierung durch den Weltverband FEI.

Frau Werth, können Sie Ihre Gefühlslage beschreiben, als Sie über den positiven Dopingbefund informiert wurden?

Das war der schlimmste Tag meines Lebens. All das, was ich mir in 20 Jahren im Sport und rund um den Sport aufgebaut habe, droht zu kippen. Ich werde plötzlich in eine Ecke gerückt, in die ich nicht gehöre.

Können Sie die Sache erklären?

Ich wollte mit dem Medikament doch keine Leistung manipulieren, es ging nicht um fitspritzen. Es war eine therapeutische Maßnahme. Mein Pferd leidet an der Zitterkrankheit. Ich habe es nur gut gemeint und wollte ihm den Alltag erleichtern.

War das nicht angesichts der mangelnden Erfahrung im Umgang mit diesem Medikament fahrlässig?

Mein Tierarzt hat gesagt, die Substanz ist cirka sechs Tage nachweisbar, vielleicht ein bisschen länger. Ich habe geglaubt, alles richtig gemacht zu haben, und bin reinen Gewissens nach Wiesbaden gefahren. Das war ein Riesenfehler, ich mache mir große Vorwürfe.

Sollten Sie nicht dem Arzt den Vorwurf machen, auf den Sie sich offenbar verlassen haben?

Vorwürfe sind jetzt leicht zu machen. Ich arbeite seit Jahren mit Dr. Stihl zusammen. Er ist ein hervorragender Veterinär, aber auch nur ein Mensch. Ich werde ihn jetzt nicht an die Wand nageln.

Die gefundene Substanz Fluphenazin wird ausschließlich in der Humanmedizin verwendet. Warum haben Sie das Präparat mit diesem Wirkstoff bei Ihrem Pferd benutzt?

Es gibt kein entsprechendes Medikament für Pferde. Deshalb haben wir es getestet. Und es verlief erfolgreich.

Wie wollen Sie die FEI von Ihrem Vorgehen überzeugen?

Ich kann nicht mehr tun als die Fakten darzulegen und darauf zu hoffen, dass die Gesamtumstände Berücksichtigung finden.

Wenn die FEI Sie wegen Dopings für zwei Jahre sperren sollte, was dann?

Daran darf ich gar nicht denken.

Interview: Jürgen Magh (SID)

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