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23. Juli 2007, 19:12 Uhr

"Nicht richtig, was mit mir gemacht wird"

Lebenszeichen von Jan Ullrich: In einem Telefoninterview mit Tour-Sender Sat.1 hat sich der unter Dopingverdacht stehende Ex-Profi gegen die Herausgabe seiner Bankunterlagen verwahrt. Gleichzeitig kündigte Ullrich an, auszupacken. Nur noch das richtige Medium fehle.

Zoom

Neues von Jan Ullrich: Bei Sat.1 gab der unter Dopingverdacht stehende Ex-Radprofi ein Telefon-Interview© Frank Augstein/AP

Ich finde es nicht richtig, was mit mir gemacht wird", sagte der Ex- Radprofi am Montag dem Fernsehsender Sat.1. "In meine Bankonten kann maximal meine Frau reingucken und nicht Gott und die Welt."

Zu den gegen ihn gerichteten Dopingverdächtigungen wollte sich der in der Schweiz lebende Ullrich einmal mehr nicht äußern. Er werde zu einem späteren Zeitpunkt Stellung zu den Vorwürfen beziehen. "Ich weiß noch nicht wann. Es wird nicht heute sein und nicht während der Tour", sagte er in dem während der Tour-de-France-Übertragung des Fernsehsenders Sat.1 live ausgestrahlten Telefon-Interviews.

Ullrich, der mit dem Doping-Arzt Eufemiano Fuentes in Verbindung stand, ist nach eigener Aussage noch auf der Suche nach dem richtigen Medium. Die Bonner Staatsanwaltschaft dagegen wartet auf die frei gegebenen Schweizer Bankunterlagen Ullrichs. "Sie werden ein wichtiger Mosaikstein unserer Ermittlungen sein und den möglichen Geldfluss zu Fuentes oder ihm nahe stehenden Personen offen legen", sagte Jörg Schindler von der wegen Betrugs ermittelnden Bonner Staatsanwaltschaft am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der im Februar zurückgetretene Ullrich, dessen DNA bereits mit dem Inhalt der bei Fuentes gelagerten Blutbeutel abgeglichen wurde, wird verdächtigt, mit dem Madrider Gynäkologen illegal zusammen gearbeitet zu haben.

Vorgeworfene Strafbestände auch in der Schweiz verfolgt

Das höchste Schweizer Gericht, das Bundesgericht in Lausanne, hat sich mit einer Beschwerde Ullrichs gegen eine entsprechende Entscheidung der Staatsanwaltschaft Thurgau zur Rechtshilfe für die deutsche Justiz nicht befasst. Das bestätigte das Bundesgericht am Montag. Damit können die Thurgauer den Bonner Ermittlungsbehörden Unterlagen zu einem Konto Ullrichs übergeben, das er bei einer Bank an seinem Wohnort in Kreuzlingen unterhielt. "Das habe ich gewusst, dass irgendwann mal die Akten rausgehen", sagte er. Er habe sich prinzipiell dagegen gestellt.

Das Bundesgericht hätte sich mit dem Fall nur befasst, wenn elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden wären oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufwiese. Dies sei nicht gegeben, und außerdem würden die vorgeworfenen Strafbestände auch in der Schweiz verfolgt, hieß es in einer Gerichtsmitteilung. In diesen Fällen gilt das sonst strikte Schweizer Bankgeheimnis nicht.

Öffnung der B-Probe am Dienstag

Seit Jahresbeginn ermittelt die Bonner Behörde gegen Ullrich und dessen damaligen Betreuer und Trainer Rudy Pevenage (Belgien). Wann und ob es zu einem Prozess wegen Betrugs zum Nachteil des damaligen Arbeitgebers der beiden, T-Mobile, kommt, konnte Schindler am Montag nicht sagen: "Die Ermittlungen sind sehr umfangreich und wir erwarten weiteres Material."

Zur Zeit würden Unterlagen der belgischen Justiz aus Hausdurchsuchungen bei Pevenage ausgewertet. Auch die Schweizer Polizei hatte Ullrichs Villa am Bodensee durchsucht und umfangreiches Material sichergestellt. Ob diese Unterlagen auch nach Bonn durchgereicht werden, steht allerdings noch nicht fest. "Auch darum bemühen wir uns natürlich", sagte Schindler.

Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt zudem gegen den aktuellen T- Mobile-Profi Patrik Sinkewitz, der am 8. Juni in einer Doping- Kontrolle mit einem positiven Befund (Testosteron) aufgefallen war. "Wir prüfen, ob ein Betrug gegen das Team-Management von Bob Stapleton vorliegt", erklärte Schindler. Noch in dieser Woche soll die B-Probe von Sinkewitz, der sich von seinen nach Ende der 8. Tour- Etappe erlittenen Sturzverletzungen erholt, geöffnet werden.

DPA/kbe

KOMMENTARE (9 von 9)
 
Fesche_Lola (24.07.2007, 13:19 Uhr)
Was auspacken?
Er kündigt groß an, er würde "auspacken", der Witz ist bloss, dass alle bereits wissen, was er auszupacken hat. Ich würde sagen: Jan, du kannst einpacken!
@provocteur: Was bist du den für einer? Nicht ein Wort zum Thema, aber hier den Oberschlauen raushängen lassen. Sehr peinlich!
Aurum (24.07.2007, 09:25 Uhr)
Strampel Maxe
Was glaubt er denn, wer er ist? Der blanke Großkotz. Eine Zumutung!
Anemone (23.07.2007, 22:52 Uhr)
Dummer-Jan
Wenn das Bankgeheimnis aufgelöst wird, liegt ein richterlicher Beschluß vor. Dazu muessen erhebliche Verdachtsmomente vorliegen.
Es ist tragisch, wie Geldgier und Erfolg den Charakter eines Jungen in wenigen Jahren so verbiegen kann. Traurig für seine jugendlichen Fans, für seine Frau und ihn selbst!
corehead (23.07.2007, 20:47 Uhr)
Ja, ja, der Herr Ullrich
fühlt sich ach so schlecht behandelt von der Justiz, seine Konten gehen ihn und höchstens seine Frau an. So, so. Das der Normalbürger inzwischen auch seine Bankinformationen preisgeben muss, liegt vermutlich daran, das er Normalbürger ist. Aber so Promiraketen mit Extraschub wie Jan Ullrich, die sollen gefälligst nicht kontrolliert werden. Hat er Angst, das seine Abbuchungen von Beate Uhse publik gemacht werden? Jan Ullrich ist für mich ein dermaßenes Weichei, der nicht den Mumm, die Moral und den Anstand hat, seinen Fans, die ihn zu dem Star erkoren haben der er offenbar nicht ist, die ungeschminkte Wahrheit zu sagen. Und warum nicht? Zu verlieren hat er doch ohnehin nichts mehr, sein Titel kann rückwirkend gar nicht mehr aberkannt werden. Und sein ikonisches Bild als Ausnahmesportler nehmen ihm ja selbst seine treuesten Fans nicht mehr ab. So what?
RegiFecht (23.07.2007, 19:20 Uhr)
armer Jan,
schade um jedes Wort,um jeden Buchstaben, den die Medien für dich aufbringen. Wir brauchen deine Scheinheiligkeit nicht, bleib doch bei der Wahrheit, falls du weißt, was das ist.
huertas (23.07.2007, 19:01 Uhr)
@provocateur
noch bedauerlicher sind ja die Leute die meinen sie wären Intelligent weil sie mit dem Duden an der Seite schreiben. Geh dich weiter Doppen mit Duden Seiten und bilde dir was auf dein Niveau ein.
provocateur (23.07.2007, 18:53 Uhr)
@huertas
Bedauerlich ist auch, daß mittlerweile jeder Prekarianer und Sonderschüler hier das Niveau runterziehen darf. Wer unbedingt sein Tourette-Syndrom ausleben will, der soll zur nächsten Parkuhr gehen, einen Euro reinstecken und dann dort seine Schimpftiraden loslassen...
Mansfield (23.07.2007, 18:43 Uhr)
Erinnert
mich an den Herrn Schumacher.
Alle sind schuld, nur ich nicht ^^
huertas (23.07.2007, 18:22 Uhr)
der arme...
der tut mir wirklich leid, jeder ist gegen ihn. Die ganze böse Welt.
Der geht mir so aufn Sack. Wenn ich das schon lese das ihm das richtige Medium fehle. Heißt wohl eher das er noch keinen Sender bzw. Zeitung gefunden hat die in Geld in den Arsch schiebt damit er Exklusiv und nur hier seine Scheisse labbern kann, als wenn noch irgendjemand in Deutschland glauben würde er wäre früher Sauber gewesen.
Das ist so wie damals wo sich Guido geoutet hat. War auch keine Überraschung mehr.
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