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26. November 2006, 11:09 Uhr

Ein Remis zum Auftakt

Im ersten der sechs Spiele zwischen Schachweltmeister Wladimir Kramnik und dem Schachprogramm "Deep Fritz" wurden die Punkte geteilt. Den ersten Zug der Partie machte weder der Russe noch der Computer.

Kramnik brütet über dem nächsten Zug© DPA

Mit einem Remis hat die Auftaktpartie des Duells Mensch gegen Maschine zwischen Weltmeister Wladimir Kramnik und dem Schachprogramm "Deep Fritz" begonnen. Nach 47 Zügen stand am Samstagabend in Bonn die Punkteteilung fest. Der 31-jährige Moskauer zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis und bezeichnete es dem Partieverlauf nach als logisch. "Ich habe Druck gemacht, aber Fritz konnte sich präzise verteidigen", sagte der Russe.

Mit den weißen Steinen wählte Kramnik die Katalanische Eröffnung. Schon frühzeitig stellte er die Anfangszüge um, so dass der Computer aus dem Konzept gebracht wurde. Stets hatte der Moskauer das Geschehen unter Kontrolle und verbrauchte weniger Zeit als sein emotionsloser Kontrahent, weil Fritz einige Gewinnversuche des Champions abwehren musste.

Steinbrück eröffnete mit Kramniks Bauern

Prominente Beobachter des Geschehens in der Bundeskunsthalle waren Finanzminister Peer Steinbrück und der Präsident der Internationalen Schachföderation FIDE, Kirsan Iljumschinow (Russland). Steinbrück hatte das mit Spannung erwartete Duell am Nachmittag symbolisch eröffnet. Als Schirmherr der Veranstaltung rückte der schachbegeisterte Politiker Kramniks Damenbauern zwei Felder nach vorn. Steinbrück gratulierte dem Russen vor dem ersten Zug zum Gewinn des Weltmeistertitels und äußerte die Hoffnung, dass der Champion auch das schwierige Match gegen den Computer gewinnt.

Der Kampf geht über sechs Partien. Kramnik kann eine Million Dollar kassieren: Gewinnt er den Zweikampf, wird seine Antrittsgage von 500.000 Dollar verdoppelt. Gespielt wird jeden zweiten Tag, die nächste Partie findet am Montag statt.

Die aktuelle Version von Deep Fritz wurde vom Hamburger Unternehmen Chessbase speziell für diesen Wettkampf entwickelt. Sie enthält besonders viel neues Schachwissen, um Kramniks strategischer Stärke zu begegnen. "Deep Fritz" läuft auf einem Server mit vier Prozessoren. Das Programm berechnet acht bis zehn Millionen Stellungen pro Sekunde. Das ist drei Mal so schnell wie beim Wettkampf 2002 in Bahrain: Das bis dato letzte große Duell von Kramnik und dem Schachprogramm endete damals 4:4.

Dagobert Kohlmeyer/DPA
 
 
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