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Schön, erfolgreich - und schwulenfeindlich

Der Stolz Russlands, die Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Issinbajewa, hat sich lobend zum Anti-Homosexuellen-Gesetz in ihrer Heimat geäußert. Es sind unfassbare Sätze.

Von Klaus Bellstedt

  Russlands schönstes Sportgesicht: Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa

Russlands schönstes Sportgesicht: Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa

  • Klaus Bellstedt

Als am späten Dienstagabend im Moskauer Luschniki-Stadion schließlich feststand, dass Jelena Issinbajewa die Goldmedaille im Stabhochsprung nicht mehr zu nehmen sein würde, hatte diese bisher so stimmungsarme Leichtathletik-WM endlich ihren größten emotionalen Ausbruch. Die Arena bebte. Und im Fernsehen liefen die Bilder rauf und runter, wie Issinbajewa nach ihrem Triumph über die Anlage rannte, die Werbebanden übersprang und umringt von Dutzenden Fotografen ihren Trainer umarmte. Es ist in Russland ein nationales Ereignis, dass die populärste Sportlerin des Riesenreiches mit 31 Jahren und im eigenen Land noch einmal Weltmeisterin wurde.

Es sind nicht nur die Russen, die von Issinbajewa schwärmen. Die internationale Fachpresse überschlägt sich regelmäßig und übertrifft sich in Lobeshymnen, wenn es um die hübsche Stabhochspringerin geht. Das kann man sogar verstehen. Denn die aparte Erscheinung hat etwas in die Leichtathletik gebracht, was den allermeistern Leichtathleten fehlt: einen Hauch von Glamour. Einen Hauch von Victoria Beckham. Issinbajewa, die stets perfekt geschminkt und mit gemachten Fingernägeln auf die Tartanbahn tritt, weiß, dass sie gut aussieht - und gut ankommt.

Offene Münder nach unglaublichen Sätzen

Nach ihren jüngsten Äußerungen zum umstrittenen russischen Gesetz gegen "Homosexuellen-Propaganda" wird sich daran in ihrer Heimat nichts ändern. Sogar das Gegenteil ist zu vermuten. Wahrscheinlich ist sie dort jetzt noch beliebter. Der Rest der Welt sollte sich, nein: muss sich, möglichst schnell ein anderes Bild von Jelena Issinbajewa machen. Nämlich das einer gnadenlos Homophoben.

Zwei Tage nach ihrem Titelgewinn ließ die Russin auf einer Pressekonferenz mit unglaublichen Sätzen gleich reihenweise offene Münder zurück. Erst kritisierte Issinbajewa die völlig harmlosen Protestaktionen einzelner Athleten bei der WM gegen das Gesetz, um sich kurz danach zur Fürsprecherin aufzuschwingen. "Wenn wir erlauben all dieses Zeug auf den Straßen zu tun, müssen wir Angst um unsere Nation haben, weil wir selbst Normalbürger sind", sagte die Doppel-Olympiasiegerin. Alles müsse seine Ordnung haben. "Wir hatten diese Probleme in der Geschichte nicht und wir wollen sie in der Zukunft nicht haben. Bei uns leben Männer mit Frauen, Frauen mit Männern." Issinbajewa sprach es nicht direkt aus, aber was sie meinte, war jedem klar: Homosexualität ist abscheulich - weil es gegen die Natur ist.

Lächerlicher Rückzieher

Die Frage ist: Darf jemand, der so einen Schwachsinn von sich gibt, auch weiterhin "Botschafterin" des IOC für die Olympischen Jugendspiele sein? Darf sie wirklich Bürgermeisterin des Olympischen Dorfes in Sotschi werden? Darf so eine Person darüber hinaus auch in Zukunft zum russischen Bewerberteam gehören, das die Fußball-WM 2018 ins Land geholt hat? Die Antwort kann nur lauten: Nehmt dieser Frau all diese Ämter weg. Vor allem das IOC ist jetzt gefordert und muss ein Zeichen setzen.

Am Freitag verbreitete der Leichtathletik-Weltverband IAAF folgende Stellungnahme von Issinbajewa: "Englisch ist nicht meine Muttersprache und ich denke, ich bin da gestern vielleicht missverstanden worden mit dem, was ich gesagt habe." Der Rückzieher ist lächerlich. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass jeder weiß, dass die 31-Jährige als Protegé von Wladimir Putin gilt. Jener Putin, der vor wenigen Wochen das Gesetz gegen Homosexuelle unterschrieben hat, das verbietet, sich als schwul oder lesbisch zu outen.

Nach der Hallen-WM 2012 in Istanbul sprach Issinbajewa übrigens mal sehr offen über ihre Unterstützung für Russlands Präsidenten: "Er gibt uns ein sehr gutes Gehalt, Autos und hübsche Appartements in Moskau", meinte sie damals. Man versteht jetzt vieles noch besser.

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