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Horror-Sturz auf der Streif - Grugger wird notoperiert

Die Kitzbüheler Streif hat ihr nächstes Opfer: Der Österreicher Hans Grugger ist beim Abfahrtstraining schwer gestürzt und musste mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Grugger knallte nach einem Sprung bei der Landung mit dem Kopf auf die Piste und wird derzeit notoperiert.

Kurz nach dem schrecklichen Sturz von Hans Grugger war in Kitzbühel wieder diese beklemmende Stille zu spüren, für die der gerühmte Weltcup-Ort neben spektakulärem Sport eben auch bekannt ist. Zu Beginn des ersten und einzigen Trainings für die Weltcup-Abfahrt am Samstag verlor der Skirennfahrer aus Österreich am Donnerstag in der berüchtigten Mausefalle die Kontrolle und schlug mit dem Kopf auf der eisharten Piste auf. Der 29-Jährige erlitt dabei "schwere Kopfverletzungen" und musste in Innsbruck notoperiert werden.

"Er wird zurzeit von einem Ärzteteam der Neurochirurgie notfallmäßig operiert. Nähere Informationen können erst nach diesem Eingriff gegeben werden", hieß es in einer Mitteilung des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) am Donnerstagnachmittag.

Bewusstlos war Grugger auf der Piste liegen geblieben und nach längerer Behandlung mit dem Hubschrauber in die Klinik geflogen. Außer den Kopfverletzungen zog sich der Skirennfahrer auch eine Verletzung am Brustkorb zu. Grugger sei nicht ansprechbar gewesen, teilte der Österreichische Skiverband mit.

Sturz Gruggers in den Köpfen der Kollegen

Bangend um den Teamkollegen, setzten die anderen österreichischen Abfahrts-Asse nach der rund 30-minütigen Unterbrechung das Training auf der Streif fort. "Ich hab den Sturz gesehen - es war extrem schlimm zum Anschauen. Wenn du so etwas siehst, denkst dir schon: Soll ich mir das antun. Aber im selben Moment musst du das beiseite schieben, sonst brauchst gar nicht runterfahren", sagte Gruggers in dieser Saison dreimal siegreicher Teamkollege Michael Walchhofer, der als Trainingszehnter ins Ziel kam.

Mario Scheiber, ebenfalls Österreicher, sprach gar von "Angst" und nahm Tempo bei seiner Fahrt auf Rang zwölf heraus. "Ich wollte gesund ins Ziel kommen", sagte der 27-Jährige, bei dem der Sturz Gruggers "im Kopf drinnen war". Trainingsschnellster war der Schweizer Didier Cuche, der im Vorjahr Super-G und Abfahrt gewonnen hatte. "In Kitzbühel muss man aber immer bei null anfangen. Egal, ob man schon gewonnen hat oder das erste Mal hier ist. Erst musst du den Berg besiegen und dann im Ziel schauen, was das für eine Zeit gibt", sagte der 36-Jährige.

"Da macht keiner Spaß am Start"

Nach dem WM-Aus für Stephan Keppler bei der Abfahrt in Wengen kamen die beiden deutschen Starter bei schwierigen Sichtverhältnissen mit großem Rückstand, aber gesund ins Ziel. Tobias Stechert hatte auf Platz 54 mit 7,46 Sekunden Rückstand; Andreas Sander kam auf den 47. Rang, 6,62 Sekunden hinter Cuches Bestzeit. Für beide war es die erste Begegnung mit der Streif. "Fürs erste Mal bin ich recht zufrieden. Und ich bin froh, ordentlich runtergekommen zu sein", sagte der 21-jährige Sander.

Dass die Rennen am Hahnenkamm etwas Besonderes sind, merke man schon, bevor man auf die Strecke geht, sagte Cuche. "Da macht keiner Spaß am Start." Aber auch der Reiz ist enorm. "Es ist ein spezielles Kribbeln im Bauch, wenn man anreist und ein gutes Gefühl, wenn man dort ist", betonte Cuche vor den mit insgesamt 550 000 Euro dotierten Rennen von Freitag bis Sonntag.

Vor zwei Jahren hatte sich der Schweizer Daniel Albrecht bei seinem schlimmen Renn-Unfall am Zielsprung verletzt. Am Donnerstag inspizierte er zwar die Strecke, aber ein Wettkampf hier käme noch zu früh, meinte der ehemalige Kombinations-Weltmeister. Drei Wochen hatte er damals im künstlichen Tiefschlaf gelegen.

DPA/kbe

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