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2. Januar 2009, 16:45 Uhr

Der Tod rast mit

Skiunfälle mit Schwerstverletzten haben eine ähnliche Dimension erreicht wie Motorradunfälle im Sommer. Das schwere Unglück von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus, bei dem eine Skifahrerin starb, ist dafür ein neuer Beleg. Dabei hätte der Unfall leicht verhindert werden können. Von Klaus Bellstedt

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Dieter Althaus, Ski-Unfall, Ö,sterreich, Koma, Helm, Helmpflicht, Carving

Gefährlich und unter Umständen tödlich: Skifahren ohne Helm© Colourbox

Für die Skifahrer ist es die schönste Zeit des Jahres: Zwischen Weihnachten und Neujahr, aber vor allem im Januar, geben die Wintersportler von Berchtesgarden bis nach Südtirol wieder Gas - weil die Bedingungen in der Hochsaison nahezu perfekt sind. Schneesicher bis ins Tal, dazu brettharte vereiste Pisten, so lieben es die Wintersportler. Das Problem dabei: Immer wieder überschätzen die Skifahrer ihre eigenen Fähigkeiten. Aber was noch schlimmer ist, sie tragen keinen Helm. Und dann kommt es zu tragischen Unfällen wie dem von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus mit einer 41-jährigen Slowakin, die bei dem frontalen Zusammenprall am Neujahrstag in der Skiarena Riesneralm in Österreich ihr Leben lassen musste. Allein in der Saison 2006/2007 verletzten sich 45.000 Deutsche beim Skifahren.

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Dieter Althaus, Ski-Unfall, Ö,sterreich, Koma, Helm, Helmpflicht, Carving

Rückblick ins alte Jahr: Vier Tage nach Weihnachten wird bei einem Zusammenstoß auf einer Piste im Salzburger Skigebiet von Mittersill ein Mann aus Thüringen getötet und ein weiterer aus München schwer verletzt. Nach Polizeiangaben stieß ein 57-Jährige bei der Abfahrt mit einem Schüler bei hoher Geschwindigkeit zusammen. Beide Skifahrer prallten mit den Köpfen gegeneinander. Der 57-Jährige, der keinen Helm trug, erlitt einen offenen Schädelbruch und starb kurz nach dem Unfall. Der 19-Jährige, der einen Sturzhelm trug, wurde mit einem Schädelbasisbruch in ein Krankenhaus nach St. Johann geflogen.

Ruf nach Helmpflicht wird lauter

Auch Ministerpräsident Althaus trug im Gegensatz zu seiner Unfallpartnerin einen Helm, der ihm nach Angaben von Reinhardt Lenzhofer, dem Ärztlichen Direktor des Krankenhauses in Schwarzach, dort wo Althaus im Laufe des Freitags nach seinem schweren Schädel-Hirn-Trauma aus dem künstlichen Koma geweckt werden soll, "das Leben rettete".

Ein Skihelm kann Leben retten. Ein Leitspruch, der sich in den Wintersportgebieten immer noch nicht bis ins letzte Tal herumgesprochen hat. Auch deshalb, weil es auf den Pisten keine gesetzliche Verpflichtung gibt, den Kopfschutz anlegen zu müssen. Ausnahme: Italien. Dort besteht seit 2005 für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren Helmpflicht.

"Wir beobachten im Zeitraum der letzten fünf Jahren einen starken Anstieg der Helmträger auf den Pisten", sagte Christian Abenthung, Generalsekretär des Österreichische Skischulverband (ÖSSV)stern.de. Und dennoch: "Es sind immer noch viel zu viele Skifahrer ohne Kopfschutz unterwegs. Gerade die Fortgeschrittenen, also die, die sportlich und schnell unterwegs sind, halten es nicht für nötig" so Abenthung. Dass der Ruf nach einer Helmpflicht für alle nicht erst nach dem Althaus-Unfall immer lauter wird, hat aber auch etwas mit den veränderten Rahmebedingungen des Skisports zu tun. Und jetzt kommen die Anfänger ins Spiel.

Das sagt der TÜV Kopfverletzungen zählen zu den häufigsten Verletzungen, mit denen Skifahrer im Krankenhaus landen. Deswegen gehört der Skihelm nach Einschätzung des TÜV zur wichtigsten Ausrüstung für alle, die sich auf die Bretter stellen. "Denn Stürze und Kollisionen können ansonsten böse enden, wenn der Kopf ungeschützt auf versteckte Steine prallt", sagt Brigitte Hendel vom TÜV Rheinland. Für den Kauf eines Skihelms hält die Sicherheitsexpertin dann auch einige Tipps bereit. Zunächst einmal ist wichtig, dass der Helm sich gut der Kopfform anpasst und nicht viel Spielraum lässt. Das lässt sich schon beim Kauf im Sportgeschäft relativ einfach testen: "Beim Anprobieren das Kinnband nicht schließen und den Kopf schütteln: Der Helm darf nicht wackeln oder verrutschen", sagt Hendel. So sei sichergestellt, dass man den Skihelm auch bei einem Sturz nicht verliert.

Das sagt die Versicherung Gabriele Baron von der Techniker-Krankenkasse (Pressereferentin): "Die Folgen von Skiunfällen werden über die normalen Versicherungsleistungen abgedeckt. Bei Skiurlauben im Ausland empfehlen wir aber eine Auslandskrankenversicherung - gesetzliche Krankenkassen dürfen die Kosten des Krankenrücktransports nicht übernehmen."

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KOMMENTARE (10 von 28)
 
dutchinmex (04.01.2009, 12:16 Uhr)
@salz63
Leben ist nun mal gefährlich und endet immer tödlich. Wenn man nicht möchte, daß etwas passiert, sollte man sich zuhause im seinem Zimmer einschließen. Ich für mich bin aber lieber tod als daß ich als körperlicher/geistiger Invalider weiter leben muß, oder daß ich dermaßen von den "sozialen" Vorschriften von anderen zu einer Lebensweise gezwungen werde, die mir total entgegengeht. Eine Rúckkehr zum unsinnigen mittelalterlichen oder DDR-zeit-Zwang und inhärentem Verlust der persönliche Freiheit, so wie das jetzt voll im Gange ist, kann für Sie, so wie für die meisten in der Bevölkerungsherde, kein Problem sein, fur mich macht es aber das Leben ungenießbar. Ich lebe lieber mit Vergnügen und was Risko und verzichte im Falle auf Wiederbelebungen. Soviel ist mir die Arroganz derer, die meinen, daß sie mich ihre Lebensweise und -ansichten aufdringen können, nicht wert, auch wenn Sie nicht so "doof" sein wollen wie ich aber dafür in unkritischer Akzeptanz nicht durch Persönlichkeit bei anderen auffallen möchten.
salz63 (04.01.2009, 02:04 Uhr)
@dutchinmex
"ieber
bin ich ohne Helmvorschrify tod als daß ich mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma ...."
Das haben auch alle gesagt, die jetzt geistig behindert sind statt mit Helm nur eine Gehirnerschütterung gehabt zu haben. Selten so was doofes gehört.
nervnicht (03.01.2009, 20:37 Uhr)
Helm provoziert Unfall?
Tut mir leid,aber kein Mensch mit halbwegs gesundem Menschenverstand (dem traue ich auch einem Politiker noch zu) fühlt sich durch einen popeligen Helm unkaputtbar.Nur weil man nen Airbag im Auto hat fährt man auch nicht über rote Ampeln ;)
Fakt ist,wäre in dem Fall kein Politiker beteiligt würde er vielleicht als Randnotiz ganz unten auf der Seite auftauchen. Ich weiss schon warum ich mich nie auf Ski stellen werde,50% der Leute da sind nicht nüchtern,übermüdet und unkonzentriert,nein danke
interpolantics (03.01.2009, 09:20 Uhr)
Meine Meinung
So wie ich die Sache sehe hat der Helm kritisch betrachtet den Unfall möglicherweise mit provoziert. Erstens: Althaus fühlte sich mit Helm sicherer und fuhr schneller in die Kreuzung (Selbstüberschätzung durch überhöhten angenommenen potentiellen Schutz durch den Helm). Zweitens der Sichtradius wurde durch den Helm erheblich eingeschränkt und er sah bei seiner überhöhten Geschwindigkeit von der roten Piste kommend die andere Skifahrerin nicht. Drittens wahrscheinlich ist die vierfache Mutter auch deshalb gestorben, weil Althaus mit seinem massiven Helm bei überhöhter Geschwindigkeit an ihren Kopf geknallt ist. Hier werden Ursache und Wirkung zwar nicht verwechselt, aber können zumindest etwas kritischer betrachtet werden.
you_me_2 (03.01.2009, 08:38 Uhr)
@gmathol
Ist hier Gaza?
steinhaus (03.01.2009, 07:41 Uhr)
Helmpflicht?
Bekannter Maßen hilft ein Helm nur, wenn mit Gebrauch des Helms der Benutzer sich mit Helm nicht fahrlässiger verhält als ohne Helm. Also scheiden die meisten Argumente gegen den Helm aus. Der Helm nutzt nur, wenn ich nach wie vor vorsichtig verhalte. Auf der anderen Seite gibt es Momente, die nicht trotz großer Vorsicht nicht vermeiden kann - wie die Autotür, die der freundliche Niederländer geöffent hat, als ich mit dem Fahrrad an seinem Auto vorbei gefahren bin (... !).
Auf der anderen Seite lag auf meinem Schreibtisch der Unfall eines Radfahrers, der einen Berg mit hoher Geschwindigkeit herab gefahren ist - und gegen einen Traktor "knallte", weil dieser geblinkt und zum Abbiegen gebremst hat. Das Verfahren gegen den Traktorfahrer wurde eingestellt, da der Radfahrer keinen Helm getragen hat... Der Radfahrer konnte gegen die Einstellung des Verfahrens keinen Widerspruch einlegen, da er tot war und für die schwere seiner Verletzungen wegen des Nichttragens eines Helmes selbst schuld war...
bauesel (02.01.2009, 23:42 Uhr)
Helm und Co.
Was bei einem Verhalten, das unmittelbar zum Tode eines Anderen führte, vorbildlich sein soll, ist mir völlig unerklärlich.
Joe67 (02.01.2009, 22:50 Uhr)
alles andere als eindeutig
Klar - Helme können schützen. Aber - auch mit Helm sind die Kopfverletzungen bei Herrn Althaus möglicherweise auch fast tödlich. Und ein Zusammenstoß mit einem Helmträger erhöht auch die Gefährdung des nicht Helm tragenden - vielleicht wäre die Verletzung der Frau nicht tödlich gewesen, hätte Herr Althaus keinen Helm getragen.
Ich will hier weder das eine noch das andere behaupten - nur eindeutige Schlüsse sehe ich hier auf Grund des bisher bekannten nicht. Also bitte kein Lamento auf die "verantwortungslosen Skifahrer, die auch noch ohne Helm fahren". Die bisher bekannten Fakten liefern hierzu keine Begründung.
hevosenkuva (02.01.2009, 22:49 Uhr)
Ein Helm verringert nicht die Unfallgefahr
wie es gerade überall behauptet wird*. Er kann auch keinen Unfall verhindern. Er kann höchstens das Verletzungsrisiko verringern. Unfälle werden durch Menschen verursacht, meistens wenn sie sich falsch verhalten oder nicht die Kontrolle über ihre Aktion haben.
*Auch hier im Artikel findet man solche logischen Fehlverknüpfungen: "Immer wieder überschätzen die Skifahrer ihre eigenen Fähigkeiten. Aber was noch schlimmer ist, sie tragen keinen Helm. Und dann kommt es zu tragischen Unfällen ..."

Auch im Straßenverkehr kann ein Helm keinen einzigen Unfall verhindern. Schwere Kopfverletzungen natürlich manchmal schon. Irgendwann werden Sicherheitsexperten fordern, dass Fußgänger Protektoren brauchen, um Unfälle zu überstehen. Und dann werden auch irgendwann die Autofahrer mit Exoskeletten ausgestattet. Weniger Unfälle wird es trotzdem nicht geben...

gmathol (02.01.2009, 22:27 Uhr)
In Gaza sterben Menschen...
...wen interessiert dieser Artikel eigentlich?
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