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3. August 2008, 17:01 Uhr

Nadal und seine Königsbraut

Ein neues Königspaar regiert bald die Tennis-Welt: Rafael Nadal und Jelena Jankovic haben auch ohne Turniersieg den Sprung auf den Thron geschafft. Nadal wird durch seinen Halbfinal-Einzug beim Masters-Turnier in Cincinnati den Schweizer Roger Federer nach viereinhalb Jahren als Nummer 1 ablösen.

Nach viereinhalb Jahren an der Spitze löst er Roger Federer als Nummer 1 ab: Rafael Nadal© Al Behrman/AP

Der Spanier muss nach dem Verpassen des Endspiels aber bis zum 18. August auf die offizielle Krönung warten. Die Serbin Jankovic wird trotz ihres Viertelfinal-Aus beim WTA-Turnier in Montréal am 11. August ihre Landsfrau Ana Ivanovic überholen, die sich nach ihrem French-Open-Triumph nur neun Wochen an der Spitze behaupten konnte.

Dass Nadal bereits der Gejagte ist, ließ ihn Serbiens große Herren-Hoffnung spüren. Australian-Open-Sieger Novak Djokovic stoppte am Samstag (Ortszeit) mit 6:1, 7:5 Nadals persönliche Rekordserie von 32 Siegen in Folge. Der Weltranglisten-Dritte traf im Endspiel am Sonntagabend auf den Schotten Andy Murray, der mit 6:4, 6:4 über den Kroaten Ivo Karlovic sein erstes Masters-Endspiel erreichte.

Nadal hatte am Freitag im Viertelfinale mit 7:6 (7:3), 6:1 über Nicolas Lapentti aus Ecuador nach drei Jahren als Nummer 2 schon sein großes Ziel erreicht. "Ich bin sehr glücklich, denn die Nummer 1 ist ein Geschenk für die viele Arbeit in der Vergangenheit", sagte Nadal, "andererseits will ich oben bleiben. Mein Ziel ist, bei den Olympischen Spielen und den US Open weiterzumachen - also keine Zeit zum Freuen." Die Regentschaft Federers, der seit dem 2. Februar 2004 oben steht, endet aber erst in Peking. Nur mit einem Turniersieg hätte sich Nadal bereits an diesem Montag vorbeigeschoben.

Djokovic: Niemand ist unschlagbar

Nach der Niederlage gegen Djokovic, die erste für Nadal seit dem 7. Mai, erinnerte der Sieger der French Open und von Wimbledon artig daran, dass er den Top-Platz noch nicht innehat. "Er will auch die Nummer 1 werden, oder?", sagte Nadal über Djokovic, der während der Partie nach eigenen Worten nicht an die Siegesserie seines Gegners und dessen Sprung auf den Thron gedacht hat. "Niemand ist unschlagbar. Aber so wie er gespielt hat, dachten wir alle, er würde sobald nicht verlieren", sagte Djokovic, der schnell 5:0 führte und verkündete: "Ich weiß, wie man ihn auf Hartplätzen schlägt."

Doch eine Woche nach seinem Turniersieg in Toronto zeigte sich Kraftpaket Nadal zufrieden mit seinem Abschneiden in Nordamerika, wo er stark wie nie zuvor auftrumpfte. Seit Einführung der Computer- Weltrangliste vor 35 Jahren wird der Rechtshänder, der Tennis aber mit links spielt, der 24. Spitzenreiter. Nach seinem Mentor Carlos Moya und Juan Carlos Ferrero ist der 22-Jährige aus Mallorca der dritte Spanier, der die Rangliste anführt.

Als zweite Serbin nach Ivanovic und insgesamt 18. Spielerin wird Jankovic vorn stehen. "Seit ich ein junges Mädchen war, war es ein Traum von mir, die Nummer 1 zu werden. Wenn man älter wird, kann man eines Tages zumindest sagen, Nummer 1 gewesen zu sein und niemand kann es einem wegnehmen", sagte die 23-Jährige, der noch ein großer Titel fehlt. In Montréal war sie an der Slowakin Dominika Cibulkova gescheitert, die am Sonntag das Endspiel gegen French-Open-Finalistin Dinara Safina aus Russland bestritt. Mit dem Halbfinal-Einzug wäre Jankovic schon am Montag Spitzenreiterin gewesen.

Ivanovic hatte mit Schmerzen am rechten Daumen schon im Achtelfinale verloren, zuvor hatte sie es in Wimbledon nur in die dritte Runde geschafft. Nach der verletzungsbedingten Absage der einstigen Weltranglisten-Ersten Maria Scharapowa für Olympia und die US Open ist die härteste Verfolgerin der beiden Serbinnen vorläufig außer Gefecht. Eine dominante Spielerin wie die zurückgetretene Belgierin Justine Henin ist momentan im Damen-Tennis nicht in Sicht.

Helen Scott-Smith und Robert Semmler/DPA
 
 
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