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4. März 2009, 10:38 Uhr

Drama um Sebastian Faißt

Der plötzlich verstorbene deutsche Handballer Sebastian Faißt war kurz vor seinem Tod noch einmal kurz bei Bewusstsein, berichtet ein Vereinssprecher. Faißt habe gesagt: "Es geht einigermaßen. Aber ich kann nicht richtig sehen." In der Sporthalle spielten sich danach dramatische Szenen ab.

Sebastian Faißt, Handball, Dormagen

Sebastian Faißt galt als eines der größten Talente im deutschen Handball© Thomas Scherer/DPA

Der deutsche Handball trauert um Nachwuchs-Talent Sebastian Faißt vom Bundesligisten TSV Dormagen. Der erst 20 Jahre alte Profi war am Dienstag bei einem WM- Vorbereitungsspiel der deutschen U 21-Auswahl gegen die Schweiz zusammengebrochen und trotz schneller medizinischer Hilfe später gestorben. "Es ist nicht zu begreifen", teilte Uli Derad, Hauptgeschäftsführer des TSV, am Mittwoch mit. "Wir trauern um einen Spieler, um einen Freund."

Faißt war bei der Begegnung im schweizerischen Schaffhausen in der ersten Halbzeit ohne Fremdeinwirkung zu Boden gestürzt, als sich die deutsche Mannschaft nach einem Treffer wieder zur Abwehr formierte. Nach dem Sturz sei der 20-Jährige noch einmal kurz zu Bewusstsein gekommen, berichtete TSV-Sprecher Detlev Zenk am Mittwoch. Faißt habe gesagt: "Es geht einigermaßen. Aber ich kann nicht richtig sehen." Dann habe sich sein Zustand rapide verschlechtert. Der deutsche Mannschaftsarzt Kurt Steuer und ein Notarzt versuchten eine Stunde lang vergeblich, den Dormagener wiederzubeleben.

Über die Todesursache soll eine Obduktion des Leichnams in Zürich Aufschluss geben. Bei Routine-Untersuchungen im Verein hatte es laut TSV keinerlei Anzeichen für eine Gefährdung gegeben. "Ich vermute, dass ein Gefäß im Schädel geplatzt ist", wurde Steuer auf der Internetseites des Deutschen Handballbundes (DHB) zitiert.

"Am Boden zerstört"

In der Halle spielten sich nach einem Bericht des "Südkurier" vom Mittwoch dramatische Szenen ab. Das Spiel sei zunächst weitergelaufen, während die Ärzte den bewusstlosen Faißt in der Kabine behandelten. Als die Todesnachricht nach draußen drang, beendete der Schiedsrichter die Partie kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit. Trainer und Spieler brachen in Tränen aus, sie mussten von Psychologen betreut werden. Laut TSV hatte auch Faißts älterer Bruder Matthias - Handballer bei Sebastians Ex-Verein HSG Konstanz - das Spiel auf den Rängen verfolgt. Die Mutter reiste umgehend aus dem Heimatort der Familie am Bodensee an. Dort soll der Leichnam Anfang kommender Woche auch beigesetzt werden.

Faißts Spieler-Kollegen vom TSV Dormagen waren am Mittwochmorgen zum Training zusammengekommen, ans Spielen war aber nicht zu denken. "Alle sind am Boden zerstört, völlig fassungslos, total geschockt", berichtete Zenk. "Die Frage ist jetzt, wie geht man damit um." In der Bundesliga tritt Dormagen laut Spielplan am Samstag beim TBV Lemgo an. Die beiden Vereine wollen gemeinsam über eine mögliche Verschiebung entscheiden. Das für Mittwochabend geplante Rückspiel der U 21-Auswahl gegen die Schweiz wurde abgesagt.

Tod kurz vor dem 21. Geburtstag

Faißt zählte zu den hoffnungsvollsten deutschen Handball-Talenten im rechten Rückraum. Zu Saisonbeginn war er vom Regionalligisten HSG Konstanz zum TSV Dormagen gewechselt. Zuvor hatte er in Schutterwald und Alpirsbach gespielt. An diesem Samstag wäre Faißt 21 Jahre alt geworden.

DPA/kbe

 
 
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