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18. Juli 2007, 16:11 Uhr

ARD/ZDF beenden Berichterstattung

ARD und ZDF schalten sich aus der Tour-de-France aus, das Radsport-Engagement von T-Mobile ist nach dem neuen Doping-Fall in Gefahr: Nach Bekanntwerden der positiven A-Probe von Patrik Sinkewitz wurde umgehend ein Exempel statuiert und der Radsport noch tiefer in die Krise gestürzt.

Zoom

Sinkewitz wurde vor der Tour positiv getestet© Michael Probst/AP

Aus und vorbei: ARD und ZDF wollen vorläufig nicht mehr live über die Tour de France berichten. Ursache ist der jüngste Dopingfall: Der T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz war positiv getestet worden. Nach stern.de-Informationen will die ARD um 14 Uhr einen Bericht über Doping senden und um 15 Uhr zum Regelprogramm zurückkehren. Ob in den ARD- und ZDF-Informationsprogrammen zumindest Zusammenfassungen der Ergebnisse laufen, werde zur Stunde verhandelt, so ein Insider. Der Boykott werde so lange anhalten, bis der Fall Sinkewitz geklärt sei, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender nach einem Treffen mit den ARD-Verantwortlichen.

Die öffentlich-rechtlichen Sender waren auf diesen Fall offenbar vorbereitet. Erst Mitte Juli sagten die Intendanten von ARD und ZDF, Günter Struve und Nikolaus Brender, der "Süddeutschen Zeitung", dass sich ihre Sender "wie noch nie gegen abgesichert" hätten, um einen Abbruch der Tour-Übertragung zu verhindern. Sowohl gegenüber den deutschen Rennställen als auch gegenüber dem Veranstalter", wie Struve sagte. Damit die Tour so sauber wie möglich ablaufe, haben ARD und ZDF offenbar auch damit gedroht, weitere Rad-Wettkämpfe nicht mehr übertragen zu wollen. Struve: "Es zeigt sich, dass man Fahrer und Veranstalter nur über Geld einschüchtern kann."

Zuvor war T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz bei einer Trainingskontrolle am 8. Juni positiv auf Doping getestet worden. Dies gab der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) am Mittwoch bekannt. Der BDR war von der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA über den positiven Analysebefund mit dem erhöhten Testosteronwert informiert worden. Nach dpa-Informationen lag der Wert bei 24 zu 1 - der zulässige Grenzwert liegt bei 4 zu 1. Fassungslos reagierte Sinkewitz auf die Nachricht. "Ich? Wieso ich? Davon weiß ich nichts. Das kann nicht sein", sagte der Fahrer.

B-Probe innerhalb von fünf Tage zu beantragen

Sinkewitz wird nach seinem Unfall bei der Tour de France in einem Hamburger Krankenhaus behandelt. Der 26-Jährige war am Sonntag mit einem Zuschauer zusammengestoßen und hatte sich schwere Gesichtsverletzungen zugezogen. "Ich werde gleich operiert und kann mich jetzt nicht darum kümmern", sagte der Radprofi zu dem Doping-Vorwurf.

Sinkewitz muss innerhalb von fünf Tagen erklären, ob er die Öffnung der B-Probe beantragen will. "Sollte die B-Probe den positiven Befund bestätigen, wird der BDR die Einleitung eines Verfahrens beim Bundessportgericht beantragen und Patrik Sinkewitz aus allen Kadern streichen", erklärte der Verband in seiner Pressemitteilung.

Franke nicht überrascht

Nach der Affäre um die Toursieger Jan Ullrich und Bjarne Riis aus Dänemark hat das T-Mobile-Team sich dem Anti-Doping-Kampf verschrieben. Die positive A-Probe ist ein schwerer Schlag für das um Sauberkeit im Radsport kämpfende Team. "Wir haben Sinkewitz sofort suspendiert", sagte T-Mobile-Sprecher Stefan Wagner. Der Leiter Sponsoring-Kommunikation bei der Deutschen Telekom AG, Christian Frommert, war für eine Stellungnahme bei stern.de am Mittwochmittag nicht zu erreichen.

Der Heidelberger Anti-Doping-Kämpfer Professor Dr. Werner Franke reagierte im Gespräch mit stern.de wenig überrascht auf den neuen Doping-Verdachtsfall bei T-Mobile: "Mich überrascht das alles überhaupt nicht. War doch klar, dass alles so weiter läuft. Mein Kollege Wilhelm Schänzer hat es doch am Dienstag in einem Interview auch schon gesagt. Natürlich wird weiter gedopt. Die Substanzen werden lediglich schwerer nachweisbar." Hart ins Gericht ging Franke gegenüber stern.de mit dem T-Mobile-Team. "Sie haben sich angeblich dem Anti-Doping-Kampf verschrieben. Aber davon merkt man nichts. Schlagworte herausposaunen kann jeder. Handeln können die Leute anscheinend nicht. Das ist alles nur noch unglaubwürdig", ergänzte Franke.

Als Verstoß gegen die Dopingregeln gilt ein Verhältnis der Konzentration von Testosteron zu Epitestosteron (T/E-Quotient) im Urin eines Athleten von höher als 4 zu 1. Dies gilt allerdings nur, solange kein Beweis vorlag, dass dieses Verhältnis einer physiologischen oder pathologischen Ursache zugeordnet werden kann. Proben von Athleten mit einem höheren T/E von 4 müssen mit der Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie in den Analyselabors untersucht beziehungsweise bei negativem Isotopenbefund durch weitere Kontrollen überprüft werden.

Klaus Bellstedt, lk, nik mit DPA

KOMMENTARE (10 von 29)
 
leichtschwer (18.07.2007, 17:29 Uhr)
Na endlich, alle können mitmachen!
Wänn isch mihr dieze gantzen kommäntare ankukke unt die gantzen truckfehler und sonstiken schwachsinn, meine güte, der mann heisst sick, verdammt noichmals, dann wünschde isch mir der radsport käme zurückk. auch mit dopping und klamauk!!!
medes (18.07.2007, 16:49 Uhr)
Immerhin
@Betonpaul
Immerhin, der Verbalprolet trinkt Rotwein. Der Sinn meines Kommentars jedoch bleibt im wohl verschlossen.
craxx (18.07.2007, 16:42 Uhr)
Richtig so
Ich finde das absolut gut, dass die das gemacht haben. Mich interessiert Radsport zwar nicht die Bohne, aber wo so gedopt wird hat es mit dem Sport ein Ende und ich sehe nicht ein für so etwas Gebühren zu zahlen.
Danke ARD und ZDF, dass ihr endlich mal was vernünftiges gemacht habt.
Betonpaul (18.07.2007, 16:40 Uhr)
@bigcpoint
Wenn ich diese überschminkten, sonnenstudiogegrillten und silikonbetitteten Weiber mit ihren Tangohengsten übers Parkett ruckeln sehe, dann braucht man schon sehr viel Rotwein, um mir das als interessanten Sport verkaufen zu können.
medes (18.07.2007, 16:29 Uhr)
Tanzen zeigen statt öden Radsport
@bigcpoint
Bevormundung wegen Nichtberichterstattung? So ein Schwachsinn. Mit wieviel Sendezeit dieses todlangweiligen Radsports bin ich jahrelang belästigt worden. Einfach mal ästhetischen Sport zeigen: Tanzen!
Betonpaul (18.07.2007, 16:06 Uhr)
@ klingelfee
Au, klingelfee............du brauchst Brain-Rain. Sonst hilft da nix.
Herr, laß es bald regnen.
Jerk (18.07.2007, 15:53 Uhr)
Höchste Zeit
Es wurde auch höchste Zeit. Ich kannte zwar sowieso nie jemanden der gesteigertes Interesse an der Tour de France oder Radsport hatte, aber das Thema Radsport & Doping ist inzwischen fast lästiger als das Thema Paris Hilton
blackvalvet (18.07.2007, 15:50 Uhr)
wie blöd
Man ich lach mich schlapp wenn ich seh/höre wie sagenhaft dumm die telekom deppen sind,da schwören Sie auf die Bibel kein Doping zu betreiben und werden eiskalt dabei erwischt,mensch gerad wo das thema brennend heiss ist(schätze in den anderen teams werden auch noch paar gefunden).Sehts doch ein Profi-Radsport ist ne verarsche und doping gang und gebe,jeder der en bissl ahnung von sport hat sollte wissen das es wohl nicht möglich ist ohne doping 200km mit tempo 50kmh bei 35grad im schatten zu fahren.
catchme (18.07.2007, 15:49 Uhr)
Der Zuschauer ist dumm ...
... nur so ist es zu erklären, dass sich die Leute an den Strassenrand stellen und diesen miesen Betrügern auch noch applaudieren !
klingelfee (18.07.2007, 15:41 Uhr)
selbst schuld wer ard/zdf guckt
Unabhängig vom Doping: Wer sich dieses journalistisch schwache und langweilige Getue der Öffentlich-rechtlichen angetan hat, war ohnehin selber schuld. Guckt Eurosport, Jungs und Mädels!
Darüber hinaus, wo es die ganze Zeit um Glaubwürdigkeit geht: Wie glaubwürdig sind ARD und ZDF überhaupt noch? Wollen die gesamte Tour unter dem Gesichtspunkt Doping zeigen. Die Quoten brechen ein, weil alle die Nase voll von dem Thema haben. Daraufhin heisst es: "Hätten wir so nicht erwartet, aber wir ziehen es durch". Jetzt gibt's einen aktuellen Dopingfall, und was machen sie? Weglaufen... Fehlt mir irgendwo die Konsquenz.
Da wir ja alle mitbekommen haben, wie sehr ARD und ZDF in den vergangenen Jahren in den Radsport und vor allem in das Team Telekom involviert war, haben sie sich meiner Ansicht nach ohnehin selbst disqualifiziert.
So oder so, nachweinen muss den Sendern niemand. Und mir persönlich ist es egal, ob sie unsere Gebühren jetzt mit Volksmusik oder schlechter Berichterstattung aus dem Fenster werfen.
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