. .
Sport aus aller Welt
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
24. Juli 2009, 14:46 Uhr

Doping-Fragen unerwünscht

Lance Armstrong schüttelt ungläubig den Kopf, Greg LeMond findet die Leistung einfach nur unerklärlich: Alberto Contadors Dominanz bei der Tour de France ruft die Zweifler auf den Plan, Dopinggerüchte werden laut. Für die Wissenschaft ist der Spanier ein kleines Wunder, für viele Experten aber nur ein Betrüger.

Tour de France, Alberto Contador, Lance Armstrong, Doping, Greg LeMond

Selbst Armstrong (l.) zweifelt an Contadors Leistung: "Zu meinen besten Zeiten habe ich über 1700 geschafft. Aber Alberto schafft über 1800"© Eric Gaillard/REUTERS

"Alberto, zeige uns, dass wir an Dich glauben können", sagte der dreimalige Toursieger Greg LeMond in seiner Kolumne in der Tageszeitung Le Monde. Der frühere Sport-Manager Stefan Matschiner sagte der Süddeutschen Zeitung: "Ich bin der Meinung, dass im Hochleistungssport weiterhin flächendeckend gedopt wird. Schauen wir uns doch nur die Tour jetzt an, mit Contador, Armstrong." Contador reagiert bei Fragen mit dem D-Wort dünnhäutig. Wie denn seine Blutwerte seien, wollte jemand nach seinem überraschenden Zeitfahrsieg in Annecy wissen. "Nächste Frage", hieß es nur knapp. Die gleiche Antwort bekamen alle bohrenden Nachfrager zu hören.

LeMond fordert Test

Irgendwann hatte es der 26-Jährige satt. Contador stand auf und ging. LeMonds Zweifel beziehen sich auf die erste Alpenetappe nach Verbier, auf der Contador das Gelbe Trikot eroberte. Dabei stellte der Astana Profi mit fast 1900 Metern einen Rekord für Höhenmeter pro Stunde auf. Dazu fiel auch Rekordsieger Armstrong wenig ein: "Zu meinen besten Zeiten habe ich über 1700 geschafft. Aber Alberto schafft über 1800." LeMond fragte, wie die Leistung zu erklären sei und zog eine Analyse des anerkannten Leistungsdiagnostikers Antoine Vayer heran. Der Franzose meinte, dass Contador für eine solche Leistung einen VO2max-Wert (misst die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Blutes) von 99,5 ml/mn/kg haben müsste. "Meines Wissens ist das ein Wert, der zuvor niemals von irgendeinem Athleten in irgendeiner Sportart erreicht wurde. Das ist fast so, als ob ein Mercedes aus dem Autohaus an einem Formel-1-Rennen teilnehmen und gewinnen würde", sagte LeMond. Da stimme irgendetwas nicht. Sei es wirklich möglich, eine solche Leistung an der frischen Luft zu erreichen?

Für den Kölner Doping-Analytiker Wilhelm Schänzer ist der Wert ebenfalls verblüffend. "Ich weiß, dass bei Spitzensportler Werte zwischen 70 und 80 gemessen werden, in Ausnahmefällen auch über 90. Der Wert von Contador klingt natürlich gewaltig", sagte Schänzer dem SID. Der Biochemiker schränkt aber ein: "Man kann nicht so weit gehen und sagen, dass das nur durch Doping zu erreichen ist." Die Berechnung sei lediglich ein Modell. LeMond forderte Contador unterdessen zu physiologischen Tests auf, die seinen VO2max bestimmen sollen. "So kann er beweisen, dass er körperlich zu einer solchen Heldenleistung fähig ist, ohne auf unerlaubte Mittel zurückgreifen zu müssen", sagte LeMond. Er wolle den Spanier nicht verurteilen, weil er die genauen Wetterbedingungen am Anstieg nicht kenne. Aber wie Contador der schnellste Bergfahrer der Geschichte wurde, würde er schon gern erklärt bekommen. Vom Tour-Spitzenreiter wird LeMond wohl keine Antworten erhalten. Der redet nur über die Rennen und erzählt stolz, dass er das Zeitfahren viel trainiert habe und so den ausgewiesenen Spezialisten Fabian Cancellara bezwingen konnte. Am Samstag wird es die nächste Contador-Show geben, dann steuert der Tour-Tross den mystischen Mont Ventoux an. Mystisch dürfte auch Contadors Vorstellung wie schon bisher bei der Tour werden.

Von Thomas Bachmann und Stefan Tabeling/SID

 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Tour de France Contador überrollt Armstrong und Co.

Tour-Dominator Alberto Contador hat auch das zweite Einzelzeitfahren der Frankreich-Rundfahrt gewonnen. Jetzt ist dem Spanier der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen. Auf dem flachen Kurs hatte Lance Armstrong erneut das Nachsehen. Bester Deutscher im Rennen gegen die Zeit wurde Andreas Klöden. mehr...

Tour de France Contador bärenstark, Armstrong fällt zurück

Alberto Conatdor hat das Gelbe Trikot auf der Königsetappe der Tour de France in den Alpen souverän verteidigt. Der Spanier wurde hinter Frank Schleck Zweiter. Verlierer waren Lance Armstrong und Andreas Klöden, die in der Gesamtwertung zurückfielen. mehr...

Lance Armstrong Der Kraftakt

Er besiegte den Krebs. Dann wurde Lance Armstrong der beste Radrennfahrer der Welt und hatte ein Doping-Problem. Jetzt will er zum achten Mal die Tour de France gewinnen. Eine Vorentscheidung im Kampf gegen seinen härtesten Konkurrenten Alberto Contador könnte am Sonntag auf der ersten Alpen-Etappe fallen. mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch