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Österreicher Kofler holt den Gesamtsieg

Triumph für Andreas Kofler: Der Österreicher ist beim letzten Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen zwar nur auf Platz fünf geflogen, das reichte jedoch für den Gesamtsieg. Auch die deutschen Adler hatten am Ende ihrer verkorksten Tournee Grund zur Freude.

Als Andreas Kofler auf den Schultern seiner Teamkollegen das Bad in der Menge genoss, hatte auch Pascal Bodmer allen Grund zum Jubeln. Mit Platz sieben in der Gesamtwertung verhinderte der 19 Jahre alte Youngster die größte Pleite der deutschen Skispringer seit 18 Jahren und etablierte sich in der erweiterten Weltspitze. Kofler reichte beim Sieg seines Landsmannes Thomas Morgenstern am Mittwoch in Bischofshofen ein fünfter Rang, um den völlig unerwarteten Triumph perfekt zu machen. Rang zwei in der Gesamtwertung ging an den Finnen Janne Ahonen, der bei seinem bemerkenswerten Comeback seinen sechsten Tournee-Erfolg nur knapp verpasste. Vorjahressieger Wolfgang Loitzl (Österreich) wurde Dritter.

"Das ist unglaublich. Mir fällt ein Stein vom Herzen, es ist ein sensationelles Gefühl, ganz oben zu stehen", sagte Kofler, der im vergangenen Jahr auf der Paul-Ausserleitner-Schanze noch die Qualifikation verpasste hatte. Ein Jahr später behielt der Team-Olympiasieger von 2006 im Hexenkessel von Bischofshofen die Nerven. Vor 25 000 begeisterten Österreichern flog Kofler mit Sprüngen auf 129 und 133,5 Meter in die Herzen seiner Landsleute. "Das ist gigantisch", jubelte der Österreicher. Großer Verlierer war Koflers Teamkollege Gregor Schlierenzauer, der einen Tag vor seinem 20. Geburtstag den ganz großen Sprung verpasste und sich in der Endabrechnung mit Platz vier zufriedengeben musste.

"Das verdient Respekt"

In einem dramatischen Wettkampf blieb Kofler cool, obwohl ihn der Schweizer Simon Ammann mit 136 Metern im ersten Durchgang mächtig unter Druck gesetzt hatte. Doch der Österreicher konterte mit 133,5 Metern im zweiten Durchgang und krönte damit seine Rückkehr in die Weltspitze. "Glückwunsch an den Andi. Ich hätte nicht gedacht, dass er durchkommt. Das verdient Respekt", sagte der deutsche Bundestrainer Werner Schuster. "Ich gönne ihm den Erfolg sehr, weil er eine schwere Zeit hinter sich hat", meinte Martin Schmitt, der selbst erneut nicht überzeugen konnte.

Ansonsten feierten die deutschen Skiadler aber einen versöhnlichen Abschluss einer ansonsten verkorksten Tournee. "Natürlich können wir nicht zufrieden sein", sagte Schuster, hob aber das tolle Teamergebnis am Mittwoch mit Bodmer auf Rang neun, Michael Neumayer auf Platz zwölf und Michael Uhrmann als 13. hervor. "Die Mannschaft hat Herz und Charakter gezeigt, das ist sehr erfreulich", lobte der Bundestrainer.

Bodmer war mit Sprüngen auf 127 und 128,5 Meter erneut bester Deutscher und konnte am Ende über Gesamtrangsieben jubeln. "Damit bin ich sehr zufrieden. Ich war heute schon ein bisschen nervös", gestand der Senkrechtstarter der Saison. "Pascal hat nach Schwierigkeiten im Training auch heute wieder einen tollen Wettkampf gezeigt. Siebter muss man erst einmal werden", sagte Schuster.

"Ein positives Gefühl für die weitere Saison"

Ein positives Ende der Traditionsveranstaltung gab es auch für Neumayer und Uhrmann. "Mit dem Ergebnis heute bin ich zufrieden, mit dem Verlauf der Tournee natürlich nicht. Das Resultat heute gibt aber ein positives Gefühl für die weitere Saison", sagte der Berchtesgadener Neumayer, der auf 125 und 127,5 Meter kam. Nach 120 Metern bei schwierigen Bedingungen im ersten Durchgang erreichte auch Uhrmann im zweiten Sprung mit 131 Metern eine ordentliche Weite und bilanzierte zufrieden. "Der letzte Sprung war sehr gut. Ich bin froh, dass ich einen positiven Abschluss der Tournee hinbekommen habe."

Eine weitere Enttäuschung gab es hingegen für Schmitt, der mit 122,5 und 123,5 Metern erneut weiter hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb und nur 21. wurde. "Ich bin im Moment ein bisschen auf der Suche, bislang ist es leider noch nicht aufgegangen", sagte Schmitt. "Ich werde noch ein wenig brauchen, bis ich wieder in Form bin", sagte der Publikumsliebling aus Furtwangen, der auf das Skifliegen am Kulm am kommenden Wochenende verzichten wird. Andreas Wank (Oberhof/121 Meter) und Richard Freitag (Aue/116 Meter) hatten den zweiten Durchgang verpasst.

Eric Dobias/DPA/DPA

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