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Slowene Zonta gewinnt in Innsbruck

Peter Zonta hat überraschend das dritte Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck gewonnen. Der Slowene sprang am Sonntag 128 und 128,5 m weit. Bester Deutscher war Sven Hannawald auf Platz neun.

Nach dem abrupten Ende der deutschen Tournee-Ambitionen schimpfte Bundestrainer Wolfgang Steiert wie ein Rohrspatz auf die Jury, Sven Hannawald konnte sich dagegen zumindest über seinen unangetastet gebliebenen Vierfach-Rekord und den ersten guten Sprung beim Jahreshöhepunkt freuen. Beim Überraschungssieg des Slowenen Peter Zonta am Sonntag in Innsbruck blieb Hannawald als Neunter wie die anderen DSV-Springer trotz einer guten Ausgangsposition zur Halbzeit jedoch chancenlos. "Ich weiß nicht, warum der Anlauf vor dem Finale verkürzt wurde. Es war keiner an die Juryweite gesprungen. Die Fahrt im Anlauf war dadurch an der Kotzgrenze, da zerbricht die Technik", kritisierte Steiert, der nach den Plätzen zehn für Georg Späth und elf für Michael Uhrmann sichtlich um seine Fassung rang.

Tourneesieg für Pettersen fast sicher

Da es im Finale auch den zur Halbzeit führenden Österreicher Martin Höllwarth arg erwischte, scheint der Tourneesieg für Sigurd Pettersen ausgemachte Sache zu sein. "Bei diesen Verhältnissen war ich chancenlos", reihte sich Höllwarth (5.) in die Reihe der Kritiker ein. Sein Rückstand auf den Norweger, der nach zwei Siegen dieses Mal Vierter wurde, beträgt vor dem abschließenden Springen am Dreikönigstag in Bischofshofen 26,9 Punkte. "Der Druck des möglichen Vierfachsieges ist für Pettersen weg. Jetzt kann er locker aufspringen", stellte Hannawald fest, der mit dem ersten Gesamterfolg eines Norwegers seit zehn Jahren rechnet. "Ich denke, ich werde die Tournee gewinnen", äußerte sich Pettersen zuversichtlich.

Hannawald sichtlich gelöst

Nach seinem Sprung auf 128 m im ersten Durchgang löste sich bei Hannawald die durch die Misserfolge in der ersten Tournee-Woche aufgebaute Anspannung. "Es fehlt nicht mehr viel, daher kann ich mich auch mit solch einem Sprung zufrieden geben. Ich merke, mein Feeling kommt wieder. Aber ich brauche noch Zeit, denn mein Kopf hat nach Weihnachten zu viele Dämpfer bekommen", sagte der Hinterzartener sichtlich gelöst. Steiert nahm den Aufwärtstrend seines Musterschülers, der am Samstag nach seinem erneuten Verzicht auf die Qualifikation von den Fans gnadenlos ausgepfiffen worden war, erleichtert zur Kenntnis. "Sven arbeitet sich langsam heran." Im Finale reichte es für Hannawald jedoch lediglich zu 117 m und damit erneut nicht zu einem Podesplatz.

Späth fand Srung zu kurz

Auch Späth und Uhrmann konnten die Kohlen dieses Mal nicht aus dem Feuer holen und büßten im Gesamtklassement an Boden ein. "Die Tournee-Wertung habe ich abgehakt. Ich versuche einfach, noch zwei gute Sprünge zu machen", erklärte Uhrmann, der mit 748,5 Punkten auf Rang acht zurück fiel. Späth, der mit 752,6 Zählern Fünfter ist, war enttäuscht. "Es war nicht so, wie ich es hätte machen können. Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Der Sprung war zu kurz", meinte der Oberstdorfer.

Zonta war einfach nur glücklich

Lediglich Zonta hatte im zweiten Durchgang gute Bedingungen und nutzte diese mit 128,5 m zum Sieg. "Es gibt sicher bessere Springer, aber er hatte heute einfach Glück", jubelte sein Trainer Primoz Ulaga. Zonta katapultierte sich dank seines Erfolges auf den dritten Gesamt-Platz (760,2 Punkte) vor. "Ich bin sehr zufrieden und freue mich, dass ich vorne mitspringen kann", sagte der Slowene.

Enttäuschung bei Mechler

Bei Maximilian Mechler herrschte einen Tag nach seinem 20. Geburtstag dagegen keine ausgelassene Stimmung. Der Jubilar, der Anfang September beim Sommer-Grand-Prix an gleicher Stätte gewonnen hatte, verpasste mit Rang 13 seine erste Top-Ten-Platzierung bei der Tournee. Kein glückliches Gesicht machte auch Martin Schmitt. Nur Rang 20 stand nach Sprüngen auf 120 und 117 m zu Buche. "Vom Ergebnis ist das ähnlich wie in den Springen zuvor. Im Flug könnte ich etwas lockerer sein. Es war nur noch ein Fallen", sagte der viermalige Weltmeister aus Furtwangen.

Schmitt erwägt Pause

Schmitt erwägt daher nach der Tournee eine Weltcup-Pause. "Das werde ich mit dem Bundestrainer besprechen. Ich brauche eine Trainingsphase, in der ich mal einige Tage am Stück springen kann", sagte der 25-Jährige. Stephan Hocke (Oberhof) verpasste als 48. das Finale. Sein Vereinskollege Jörg Ritzerfeld und Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) waren in der Qualifikation ausgeschieden.

Eric Dobias und Susan Mühne/DPA

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