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Was macht eigentlich ... Bjørn Dunkerbeck?

Der Däne Bjørn Dunkerbeck gilt als bester Windsurfer aller Zeiten: Er gewann insgesamt 42 Weltmeistertitel, die meisten davon in den 90er Jahren.

Was macht Windsurf-Legende eigentlich ... Bjørn Dunkerbeck?

Bjørn Dunkerbeck, 48, in Playa del Inglés auf Gran Canaria, wo er zwei Surfschulen betreibt

Sie haben 2014 beim World Cup auf Sylt Ihren Rücktritt von der Profi-Tour erklärt. Wie viele Tage am Stück haben Sie es seitdem ohne zu surfen ausgehalten?

Nicht viele. Ich lebe auf und bin eigentlich jeden Tag im Wasser – entweder zum Windsurfen oder zum Stand-up-Paddling. Wahrscheinlich surfe ich jetzt sogar noch mehr als vorher, weil ich weniger reisen muss.

Nach fast 30 Jahren als Profisportler: Legen Sie sich heute auch mal aufs Sofa?

Nein, das ist nicht mein Ding. Ich bin ein sehr aktiver Mensch, gehe gerne tauchen oder mountainbiken. Wenn ich Zeit habe, mache ich jeden Tag bis zu sechs Stunden . Mein Vater Eugen ist 73, steht noch immer auf dem Brett und sagt: "Windsurfen hält jung!" Das sehe ich genauso.

Sie wurden 42 Mal Weltmeister, haben 163 Weltcups gewonnen. Was bleibt unvergesslich?

Definitiv der erste große Sieg 1988. Zu Beginn der Saison war ich gerade mal 18. Es war eine unglaubliche Weltcup-Tour, die auf begann. Von dort ging es über Japan und San Francisco ab in die Karibik. Das waren unzählig viele schöne Orte. Das allerletzte Rennen fand wieder auf Hawaii statt. Wenn man dort seinen ersten Weltcup-Titel gewinnen kann, ist es das Schönste, was es gibt. Ein super Gefühl, das ich unbedingt wieder haben wollte.

Bei Ihrer ganzen Titelsammlung: Wurde das Siegen irgendwann zur Sucht?

Eine Zeit lang war das sicherlich so. Ich war nicht zufrieden, wenn ich nicht gewonnen hatte. Mittlerweile stehe ich da drüber und surfe heute zum Spaß. Ich bin ja noch nicht ganz im Ruhestand, sondern fahre noch Speedrennen. Da bin ich zum Glück auch noch vorn dabei. Insofern kann ich ganz zufrieden zurückblicken und sagen, dass ich alles erreicht habe, was ich im Profisport als erreichen wollte.

Wie sieht Ihr Alltag heute aus?

Seit drei Jahren veranstalte ich die Weltmeisterschaft im Speedsurfen, die "Dunkerbeck GPS Speed Challenge", auf Fuerteventura. Außerdem organisiere ich verschiedenste Wettkämpfe wie etwa die "Stand Up Paddling Challenge" in meiner Heimat Gran Canaria. Mittlerweile habe ich hier auch zwei Surfschulen. Neben Windsurfen bieten wir Stand-up-Paddling und Wellenreiten an.

Geben Sie auch selbst Kurse?

Wir haben öfter mal eine Dunkerbeck-Woche mit 10 bis 25 Teilnehmern. Den Kurs leite ich natürlich persönlich. Privatstunden gebe ich aber äußerst selten.

Sie sind vierfacher Vater. Sind die Kinder auch Wassersport-Freaks?

Alle vier lieben das Wasser. Meine beiden Mädels Alba und Martina zieht es aber in die rhythmische Sportgymnastik. Beide sind kanarische Meisterinnen. Die Ältere, Alba, wurde letztes Jahr sogar in drei Disziplinen spanische Meisterin. Beide können auch ein bisschen surfen und wellenreiten, aber längst nicht so gut wie mein ältester Sohn Liam. Der ist jetzt 13 und wurde vorige Saison kanarischer Meister in seiner Altersklasse. Bei meiner ersten Speed Surfing Challenge auf Fuerteventura ist er mit gerade mal zehn Jahren mitgesurft – und mein Vater war mit 70 auch dabei. Das war schon toll: drei Dunkerbeck-Generationen bei einem Event!

Ihr jüngster Sohn Daniel wird dieses Jahr fünf ...

... und saß mit nur drei Monaten zum ersten Mal auf dem Schoß seiner Mutter bei mir auf dem Surfbrett. Der bricht alle Rekorde im Hause Dunkerbeck!

Interview: Sabine Hoffmann

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