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Was diese drei Hauptschüler nach ihrem Abschluss erreicht haben

Rund 50.000 Jugendliche werden 2017 ihren Hauptschulabschluss nicht schaffen. Jenny, Max und Alexandro haben ihn 2014 zwar erreicht. Aber auch sie hatten danach schwer zu kämpfen. stern TV hat ihren Weg seitdem mit der Kamera begleitet.

Weit mehr als 40.000 Ausbildungsplätze konnten im letzten Herbst nicht besetzt werden - so viele, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Der Grund: Viele Jugendliche schaffen den Hauptschulabschluss erst gar nicht. Jenny (16), Max (15) und Alexandro (17) haben ihn 2014 erreicht. Und stern TV wollte wissen: Welche Chancen haben Jugendliche damit überhaupt? Was sind ihre Wünsche - und was davon können sie erreichen? 

Rückblick: Vor fast zwei Jahren traf stern TV die drei Hauptschüler das erste Mal. Es war ihr letzter Schultag an der Theodor Heuss-Schule in Limburg. Alexandro, damals 17 Jahre: Traumberuf Polizist. Dafür reichte sein Hauptschulabschluss aber nicht. Max, damals 15 Jahre, hatte den Traumberuf Bäcker. Auf keinen Fall wollte er mehr zur Schule gehen. Und die 16-jährige Jenny strebte eine Ausbildung zur Bürokauffrau an. Um das zu erreichen müsste sie erst noch einen Realschulabschluss machen. Doch Jenny war damals bereits Mutter und auf die Unterstützung ihrer eigenen Mutter angewiesen.

Max

Max hatte von den Dreien als erster eine Lehrstelle gefunden, in einer Großbäckerei. Doch schon nach vier Wochen wurde ihm gekündigt. Der damals 15-Jährige sei noch zu unreif, sagte sein Ausbilder. Glücklicherweise fand Max aber schnell eine neue Bäcker-Lehrstelle. Dort ist er inzwischen im dritten Lehrjahr – die Abschlussprüfung steht an. In der Zwischenprüfung nach anderthalb Jahren hatte Max nicht besonders gut abgeschnitten. Max bekamen im Praktischen eine 4, in der Theorie noch eine Note schlechter. Die Abschlussprüfung lief etwas besser, Max bestand knapp mit einer 4 in Praxis und Theorie. Jetzt ist er Geselle. Für seinen Chef in der Bäckerei ist das jedoch ein Kostenfaktor, sodass er lieber einen neuen Auszubildenden einstellen will. Max hat aber immerhin schon eine neue Stelle.

Alexandro

Auch Alexandro macht inzwischen eine Bäckerlehre – eher notgedrungen, denn sein Traumberuf Polizist lag für den Hauptschüler in weiter Ferne und als Einzelhandelskaufmann bekam er keinen Ausbildungsplatz. Eigentlich würde er das sowieso besser finden, sagte er nach Beginn der Ausbildung. Doch sein Chef war eher skeptisch: Alexandro war etwas langsam und mit dem Rechnen würde es auch nicht so gut klappen. Bei der Zwischenprüfung war Alexandro bereits 19 Jahre alt. Weil er sich kaum vorbereitet hatte, schnitt auch er damals mit den Noten 4 und 5 schlecht ab. Auch bei ihm stand schon vor der Gesellenprüfung fest, dass er nicht übernommen werden würde. Bestünde er, müsste er sich einen neuen Job suchen – wenn nicht, hätte er noch ein halbes Jahr, bevor er nochmals geprüft werden würde. In der Praxis hatte er ein 4. Und in der Theorie "aufgrund der mündlichen Ergänzungsprüfung insgesamt leider nicht bestanden", befanden die Prüfer. Alexandro ist damit aber nicht allein: Von den neun Azubis hatten es fünf nicht geschafft. Prüfer Michael Sabel hat dafür zwei Erklärungen: Das Bildungsniveau ist zu niedrig und es wird zu wenig gelernt.

Jenny

Jenny ist die einzige von den drei ehemaligen Hauptschülern, die ihre Chance durch die Mittlere Reife verbessern und Bürokauffrau werden wollte. Dafür hat sie an einer berufsbildenden Schule weitergelernt – allerdings mit eher schlechten Ergebnissen. Notendurchschnitt: 4,0, in Mathe sogar eine 5. Den Abschluss bekam sie nur durch eine Nachprüfung. Ihr stetes Problem: Sohn Liam – und seit der Trennung von dem Vater alleinerziehend.  Ohne ihre Mutter könnte sie gar keine Ausbildung anstreben. Noch dazu war sie wegen der Nachprüfung spät dran mit ihren Bewerbungen. Eigentlich wollte sie – statt wie ursprünglich Bürokauffrau – nun  eine Lehre zur Schutz- und Sicherheitskraft anfangen, um damit später Geldtransporter fahren zu können. Da ihre Chancen vier Wochen vor Ausbildungsbeginn schlecht standen, probierte sie, ein halbes Jahr mit einem Mini-Job über die Runden zu kommen, um sich auch mehr um ihren Sohn kümmern zu können. Inzwischen ist auch Geldtransporterfahrerin nicht mehr ihr Wunschberuf: "Beim Arbeitsamt musste ich einen Test machen und da ist eindeutig klar geworden, dass ich Tierpflegerin werden will." Jenny absolvierte zwei Praktika im Zoo und bewarb sich um einen Ausbildungsplatz. Doch bisher gab es nur Absagen. Noch hat sie etwas Zeit, aber in knapp drei Jahren geht auch für ihren Sohn Liam die Zukunft los…


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